Lisa Kapteinat ist für weitere zwei Jahre Vorsitzende der SPD Castrop-Rauxel. Bundestagswahl und Landtagswahl fallen in diese Zeit. © SPD Castrop-Rauxel
SPD-Parteitag

Castrop-Rauxels SPD-Chefin: „Städte im Ruhrgebiet brauchen eine Chance“

Die SPD Castrop-Rauxel hat sich bei ihrem Parteitag für die kommenden zwei Jahre aufgestellt. Lisa Kapteinat (32) bleibt Parteivorsitzende. Sie hat nicht nur die Bundestagswahl im Blick.

Schon Ende 2020 sollte der Parteitag der Castrop-Rauxeler SPD stattfinden. Wegen der Pandemie ging das nicht. Jetzt trafen sich rund 60 Delegierte mit viel Abstand in der Europahalle. Die SPD stellte sich dabei für die kommenden zwei Jahre auf. Wichtig sind erst mal die Monate bis zur Bundestagswahl. Aber auch Castrop-Rauxel ist im Blick.

Bei den Vorstandswahlen wurde Lisa Kapteinat (32) bestätigt. Die Landtagsabgeordnete bleibt auch weiterhin Parteivorsitzende. Erst einmal geht es um die Bundestagswahl, so Lisa Kapteinat im Gespräch mit dieser Redaktion. Dazu müsse man aber auch Themen ansprechen, die für Castrop-Rauxel wichtig sind.

Der Vorstand der SPD stellte sich beim Parteitag mit viel Abstand in der Europahalle auf. © SPD Castrop-Rauxel © SPD Castrop-Rauxel

Ein sperriges Wort, am Wahlkampfstand sicher kein Zugpferd, aber wichtig für Castrop-Rauxel, so die SPD-Politikerin, ist der Altschuldenfonds für die Kommunen. Mit dessen Bildung könnten Kommunen wieder finanziellen Spielraum erhalten, um mehr gestalten zu können. „Das wäre eine echte Erleichterung, auch für den Rat vor Ort.“

Investitionen in den den Öffentlichen Nahverkehr notwendig

Dabei blickt sie auf reiche Kommunen wie Monheim, wo der ÖPNV für die Bürger kostenlos ist und auch noch Geld für teure Kunstprojekte wie einen Geysir hat, der alle paar Wochen ausbricht. „Die Städte im Ruhrgebiet brauchen eine Chance“, sagt sie. Dass die SPD dafür kämpft, das wolle man im Wahlkampf deutlich machen.

Castrop-Rauxel attraktiver zu machen, auch das nennt Lisa Kapteinat als ein Ziel. Öffentlicher Nahverkehr, schnell und kostengünstig, ist ein Thema. Ein attraktives Wohnumfeld ist ein weiteres. Dabei denkt die Politikerin auch über Ideen nach, wie bestehender Wohnraum besser genutzt werden kann.

Der neue SPD-Vorstand

  • Vorsitzende: Lisa Kapteinat
  • Stellvertretender Vorsitz: Malte Fercke, Ronald Jankovics, Gülsah Malkus-Peter
  • Kassierer: Hans-Jürgen Noll
  • Stellvertretender Kassierer: Marcus Pelzing
  • Schriftführer: Daniel Djan
  • Stellvertretende Schriftführerin: Ann-Kathrin Bludau

Mitte Juli, so schätzt Lisa Kapteinat, will die SPD in Castrop-Rauxel in die ganz heiße Phase des Wahlkampfs gehen. In ein paar Tagen trifft sich das Wahlkampfteam erstmals. Auf den Wahlkampf hatte zum Auftakt des Parteitags der Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe die Delegierten in einer Rede eingeschworen. Er will im September erneut das Direktmandat verteidigen.

Drei neue Mitglieder in den Vorstand gewählt

Bei der Vorstandswahl gab es diesmal keine Wahlurnen. Stattdessen wurden die Wahlzettel wegen der Corona-Maßnahmen direkt verteilt und wieder eingesammelt. „Das war viel schneller als sonst. Das werden wir auch nach Corona so machen“, berichtet Lisa Kapteinat. Neu als stellvertretender Vorsitzender wurde Malte Fercke gewählt, der den bisherigen Stellvertreter Bernd Goerke ersetzen wird. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurden Daniel Djan als Schriftführer und Suzan Eda Aras als Jugendbeauftragte.

Die Bundestagswahl bestimmt die nächsten Monate. In die Periode von zwei Jahren fällt 2022 aber auch die Landtagswahl. „Ich freue mich sehr darauf, mich erneut um dieses Mandat zu bewerben“, sagt Lisa Kapteinat, die seit 2017 im Düsseldorfer Landtag sitzt.

SPD muss Entscheidungen in Koalition transparenter machen

Während die SPD in Castrop-Rauxel gute Ergebnisse hat, ist anderswo in Deutschland noch viel Luft nach oben. Wie kann die SPD auf Bundes- oder Landesebene von sich überzeugen? „Es braucht klare Kommunikation“, sagt Lisa Kapteinat. „Es gibt immer wieder Punkte, wo die SPD auch für mich nicht nachvollziehbare Entscheidungen in der Koalition trifft. Da transparent zu machen, warum man welchen Deal eingegangen ist, könnte hilfreich sein.“

Die Kinderrechte, deren Verankerung im Grundgesetz gerade gescheitert ist, oder die sachgrundlose Entfristung, die viele Menschen am Beginn ihres Arbeitslebens einschränkt, nennt sie als SPD-Themen, die in Berlin noch blockiert würden. Lisa Kapteinat fordert deshalb: „Die SPD muss mutige Entscheidungen treffen.“

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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