2021 gab es im ersten Halbjahr mehr Insolvenzen als ein Jahr zuvor. © picture alliance/dpa
Wirtschaft

Corona-Pleiten: Insolvenzverfahren in Castrop-Rauxel haben sich verdoppelt

In Castrop-Rauxel gibt es doppelt so viele Insolvenzverfahren wie vor einem Jahr. Doch anders als man denken könnte, liegt das nicht nur an der Corona-Pandemie.

Im ersten Halbjahr 2021 wurden in Castrop-Rauxel 80 Insolvenzverfahren beantragt. Das sind fast doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum 2020, damals waren es nur 42. Den Großteil der Insolvenzen machen Verbraucher-Insolvenzen aus. Ihr Anteil ist stark gestiegen.

Das hängt, anders als man vermuten könnte, nicht nur mit der Corona-Pandemie zusammen. Ende 2020 ist ein Gesetz in Kraft getreten, dass die Restschuldbefreiung verkürzt. Mussten insolvente Privatpersonen und Unternehmen bisher sechs Jahre warten, bis ihnen die Restschulden erlassen werden, sind es jetzt nur noch drei.

In der Mitteilung der Statistiker von IT.NRW heißt es nun: „Infolgedessen könnten diese Schuldner vor allem im zweiten Halbjahr 2020 ihre Insolvenzanträge zurückgestellt und diese nun nach dem Jahreswechsel gestellt haben.“ Neben der Verkürzung wurde auch das Antragsverfahren für einige private Schuldner vereinfacht.

Auch in den benachbarten Städten ist die Zahl der Insolvenzverfahren deutlich gestiegen. In Dortmund von 436 auf 669, in Bochum von 240 auf 406 und im gesamten Kreis Recklinghausen von 383 auf 534. Neben den gestiegenen Privatinsolvenzen sind vor allem Unternehmer aus der Tourismus-Branche betroffen. Bis zum 30. April 2021 wurde die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrages ausgesetzt. NRW-weit ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen insgesamt wieder zurück auf dem Vorkrisen-Niveau.

Über die Autorin
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Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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