Tasja Galant, Katja Loos und Anke Hinners verstehen gut, dass der Spielplatz an der Waldenburger Straße gut abgeschnitten hat. Sie kommen regelmäßig mit ihren Kindern Lenia, Mia und Jan und Marit und Benno hierher. © Ronny von Wangenheim
Spielplätze

Das sind die schlechtesten und die besten Spielplätze in Castrop-Rauxel

Kinder, Erwachsene, Experten – sie alle haben die Spielplätze der Stadt in Castrop-Rauxel bewertet. Beim besten und beim schlechtesten Spielplatz waren sich alle einig. Wir waren vor Ort.

In Castrop-Rauxel können Kinder und Jugendliche auf 38 Spielplätzen der Stadt rutschen, klettern oder im Sand spielen. Nicht jeder von ihnen wird gut angenommen. Das liegt manchmal auch an der Ausstattung. Welche die besten, welche die schlechtesten Spielplätze sind, das wollte die Stadt wissen und fragte Kinder, Erwachsene und Experten.

Jetzt liegt die Auswertung vor. Vorweggenommen: Auf Platz 1 liegt unangefochten der Spielplatz an der Waldenburger Straße. Der Eindruck bestätigt sich vor Ort. Am Donnerstagnachmittag (23.9.) scheint die Sonne, es ist warm. Auf dem Spielplatz sitzen viele Mütter. Um sie herum toben und spielen Kinder.

Lenia und Mia lieben das Klettergerüst auf dem Spielplatz an der Waldenburger Straße.
Lenia und Mia lieben das Klettergerüst auf dem Spielplatz an der Waldenburger Straße. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Anke Hinners ist mit ihren Kindern Marit und Benno hier. „Wir kommen aus Obercastrop hierher“, sagt sie. „Das ist hier der beste Spielplatz, es gibt so viele Spielgeräte.“ Bei ihr zu Hause um die Ecke gebe es „nur Schaukel, Sandkasten und Rutsche, traurig einfach.“

Mütter finden gut, dass ein Zaun den Spielplatz umgibt

Dass es hier eine Schaukel gibt, in den sie auch den einjährigen Sohn legen kann, findet sie genauso gut wie die Netzschaukel. Marit mag die Kletterstangen gerne und springt mit Mia und Jan von hier nach da. Auf dem Wippkarussell geht es rauf und runter, bevor bei den Müttern eine Pause eingelegt wird.

Mias und Jans Mutter Katja Loos kommt auch oft hierher, verabredet sich mit Müttern wie Anke Hinners oder Tasja Galant, deren Tochter Lenia schnell zeigen will, wie gut sie an der Kletterstange hängen kann. Ihr gefällt, dass alles so gepflegt ist. Gerade noch, so erzählt Tasja Galant, haben sie sich darüber unterhalten, wie gut der Zaun rundum sei. „Das gibt ein viel besseres Gefühl.“ Am Hallenbad in Rauxel sei ja auch eine sehr schöne Schaukel. Aber da seien gleichzeitig auch sehr viele Hunde unterwegs.

Die Spielplatz-Kommission bereiste im Juni die Spielplätze der Stadt. © Stadt Castrop-Rauxel © Stadt Castrop-Rauxel

Fast 600 Bewertungen erhielt die Stadt zwischen Mai und Ende August. Über Plakate mit QR-Codes und über die Online-Plattform für Bürgerbeteiligungen der Stadt konnten die Bürger über insgesamt vier positive und negative Smiley-Symbole ihre Meinung abgeben. Die Spielplatzkommission, eine Gruppe aus Politik, Fachverwaltung und Kinder- und Jugendparlament, bereiste darüber hinaus im Juni die Spielplätze und gab entsprechend eines Kriterienkatalogs Bewertungen ab.

Das Schlusslicht findet sich am Erlen-/Tannenweg

Für den Spielplatz an der Waldenburger Straße vergaben 30 Bürger ausschließlich positive Benotungen. Er schnitt damit am besten ab. So meldet es jetzt die Stadt. Auch die Kommission sah das ähnlich. Sie fand nur, dass noch ein bisschen mehr Sonnenschutz wünschenswert sei. Deshalb werden dort bald drei neue Bäume gepflanzt, die zukünftig Schatten spenden sollen.

Schlusslicht bei der Spielplatzbewertung: der Platz an der Ecke Erlenweg/Tannenweg. Mit Chinaschilf sollten Spielbereiche abgetrennt werden. Von 15 Pflanzen waren schnell nur noch vier übrig.
Schlusslicht bei der Spielplatzbewertung: der Platz an der Ecke Erlenweg/Tannenweg. Mit Chinaschilf sollten Spielbereiche abgetrennt werden. Von 15 Pflanzen waren schnell nur noch vier übrig. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Ebenfalls am Donnerstag, etwas später am Nachmittag, haben wir uns beim Schlusslicht unter den Spielplätzen umgesehen. Dazu muss man zur Ecke Erlenweg /Tannenweg fahren. Die wenigen Wertungen konnten hier nichts Gutes finden. Auch die Spielplatzkommission sah Handlungsbedarf auf dem öden Platz. Der Eindruck bestätigt sich: Der Spielplatz ist kinderleer.

Schlusslicht bei der Spielplatzbewertung: der Platz an der Ecke Erlenweg/Tannenweg.
Schlusslicht bei der Spielplatzbewertung: der Platz an der Ecke Erlenweg/Tannenweg. © Ronny von Wangenheim © Ronny von Wangenheim

Bunte Gehwegplatten wurden als Reaktion verlegt, die sollen nun einen freundlicheren Eindruck vermitteln. Mit Gestaltungselementen wie Chinaschilf wurden die Spielbereiche abgetrennt und lebendiger gestaltet. „Leider waren von den 15 Pflanzelementen nach einer Woche bereits 11 verschwunden“, stellt die Stadt fest. So wirklich attraktiv für Kinder wirkt diese Bepflanzung allerdings auch nicht.

Einige Verbesserungen überzeugten die Spielplatzkommission

Mindestens zu zwei Dritteln positiv bewertet wurden die Spielplätze Schöttelkamp, Grutholz, Franzstraße, Tappenhof, Rennbahn, Stadtgarten, Straßburger Allee, Hannemannstraße, Pothhof, Lerchenstraße und Am Busch.

Im Mittelfeld liegt in der Bewertung beispielsweise der Spielplatz am Graben. Positive und negative Meinungen halten sich hier die Waage. Für die Spielplatzkommission liegt der Platz im grünen Bereich. „Nicht zuletzt, weil der Bereich Grünflächen und Friedhofswesen sich um die Pflasterung unter dem Streetball-Korb gekümmert hat“, heißt es dazu.

Bei manchen Spielflächen wichen jedoch die Meinungen der Expertenkommission und der Bürgerinnen und Bürger voneinander ab. Beispielsweise sah die Spielplatzkommission im Volkspark Ickern keinen dringenden Handlungsbedarf,

Nutzerinnen und Nutzer sahen das Gelände aber nur auf Platz 33 von 38. Der Bereich Grünflächen und Friedhofswesen spendierte in Absprache mit der Kommission hier ein besonderes Lieblingsstück: einen Sandbagger.

Der Spielplatz im Volkspark erhielt aufgrund der schlechten Bewertung einen Sandbagger. © Stadt Castrop-Rauxel © Stadt Castrop-Rauxel

Aus Platzgründen oder aufgrund von Eigentumsverhältnissen sind für einige Spielflächen, die weniger gut bewertet wurden, kurzfristig wenig Verbesserungen möglich. Bei anderen konnten Mankos bereits kurzfristig abgestellt werden, lässt die Stadt wissen. So seien ein neues Seil für die Slackline am Nordlager angebracht, neuer Sand an der Schulstraße eingebracht und die Sandeinfassung an der Kreuzstraße erneuert worden

Ergebnisse

Die ausführlichen Ergebnisse der Spielplatz-Bereisung und Bewertung sowie daraus resultierende Handlungsempfehlungen werden im nächsten Jugendhilfe-Ausschuss vorgestellt. Möglichkeiten zur Bürgerbeteiligung gibt es unter https://mitmachen.castrop-rauxel.de/

Darüber hinaus wurde das Baumhaus Am Busch zusätzlich mit einer Feuerwehrstange ausgestattet und der Spielplatz an der Lerchenstraße bekommt ein neues Spielhaus.

In Sachen Spielplätze der Stadt läuft gerade richtig viel, so die Stadt in ihrer Mitteilung. Auf den Spielflächen Nordlager, Rennbahn und am Hammerkopfturm sind die Spielgeräte bestellt oder in der konkreten Auswahl. Sie wurden von kleinen und großen Castrop-Rauxelern in einem Online-Beteiligungsverfahren ausgesucht. Länger dauert es bei der ambitionierten Spiel- und Sportfläche am Hallenbad. Sie geht gerade in die nächste Runde um Fördergelder.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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