Die Commerzbank schließt ihre Filiale. Jetzt sollte alles dran gesetzt werden, dass eine Nutzung gefunden wird, die den Standort Markt stärkt. © Jonas Hildebrandt
Meinung

Deutsche Bank und Commerzbank verlassen Castrop: Darin steckt eine Chance

Zwei Banken verlassen Castrop-Rauxel. Was nach schlechter Nachricht klingt, ist in Wahrheit die Chance, den Marktplatz zu einem attraktiven und belebten Ort zu machen, meint unsere Autorin.

Bis zum Jahresende werden Deutsche Bank und Commerzbank ihre Filialen in der Altstadt von Castrop-Rauxel schließen. Das trifft erst einmal ihre Kunden, die in andere Städte fahren oder sich digital mit ihrem Geldinstitut vernetzen müssen. Doch die Konsequenzen gehen weiter. Und sie betreffen die gesamte Stadt.

Gleich zwei Leerstände drohen am Marktplatz in Castrop. Leerstände tragen zum Sterben der Innenstädte bei, ziehen weitere Leerstände nach sich oder öffnen die Türen für Billigketten. Das bedeutet in der Corona-Krise, wo sich der Einzelhandel noch mehr ins Internet verlagert, eine große Gefahr.

Gerade am Marktplatz muss das verhindert werden. Und hier sind nicht nur die Eigentümer der Immobilien gefragt, sondern auch die Stadtspitze mit ihren Stadtplanern muss ran.

Dann könnte aus dem Weggang der Banken sogar etwas Positives erwachsen. Der erst vor vier Jahren neu gestaltete Marktplatz ist eigentlich sehr schön. Aber viel los, ein Anziehungspunkt ist hier nicht. Nur für einen Parkplatz ist die Fläche viel zu schade.

Märkte mit Restaurants und Cafés sind nicht nur im Urlaub reizvoll

Wie oft habe ich schon im Urlaub in kleinen und großen Städten Plätze mit ähnlichen historischen Häusern bewundert? Nur konnte ich das aus einem der vielen Restaurants, Kneipen und Cafés heraus, die mit ihrer Außengastronomie für das richtige Ambiente sorgen. Und genau das fehlt hier. Das Leutholds 1910 liegt einsam in weitem Rund.

Sei es nun Systemgastronomie – in meiner Heimatstadt Witten hat das in der Innenstadt funktioniert – oder gehobene Gastronomie: Die Stimmung dafür ist gut. Im besten Fall zieht sie sogar Einzelhandel nach sich. Dafür können jetzt die Weichen gestellt werden. Auch die Stadt sollte ihren Einfluss nutzen. Damit die Innenstadt lebendig bleibt.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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