Michael Liedtke verteidigte die angeklagte Frau aus Ickern-End. © Martin von Braunschweig

Drogen-Hexenküche wird nicht noch einmal aufgewärmt

Zwei Männer und eine Frau haben monatelang in Ickern-End eine Drogen-Hexenküche betrieben. Der Fall ist nach den Urteilen am Dortmunder Landgericht nun endgültig abgeschlossen.

Die 34. Strafkammer des Landgerichts hatte die Frau Mitte Mai zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Die beiden Männer, die als die eigentlichen Initiatoren der Drogen-Idee gelten, waren zu jeweils fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Aus einem unscheinbaren Haus in Ickern-End heraus hatten sie einen schwunghaften Handel mit Liquids und Kräutermischungen betrieben. Die ursprünglich legalen Produkte hatten sie zuvor mit illegalen Rauschgiften aufgepeppt.

Für die Abwicklung des Versands hatte das Trio sogar extra ein Postfach in Recklinghausen eingerichtet. Andernfalls wäre wohl irgendwann einmal einem Paketboten die große Menge an Retouren aufgefallen.

Angeklagte akzeptieren Gefängnisstrafen

Dass die Angeklagten die vom Landgericht verhängten Gefängnisstrafen akzeptiert und damit ausdrücklich auf eine Revision durch den Bundesgerichtshof verzichtet haben, mutet auf den ersten Blick etwas merkwürdig an. Der Schritt erklärt sich jedoch, wenn man genauer hinschaut.

Die Richter haben neben der Haftstrafe auch die Unterbringung der Männer in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsklinik angeordnet. Diese können sie nun sofort antreten. Und wenn sie die Therapie dort erfolgreich absolvieren, winkt ihnen bereits nach zwei Jahren die vorzeitige Entlassung.

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