Verhaltener Start: Das Wetter bremste viele Castrop-Rauxeler am Wochenende noch aus, in die Biergärten zu strömen. Hier im „1910“ war auch am Dienstag bei Regenwetter noch das ein oder andere Plätzchen frei. © Timo Pianka
Wiedereröffnung

Durchwachsener Neustart für die Castrop-Rauxeler Außengastronomie

Seit Freitag darf die Außengastronomie in Castrop-Rauxel wieder öffnen. Doch ausgerechnet zum Pfingstwochenende fiel viel Regen. Der große Ansturm blieb deshalb vorerst aus - mit einer Ausnahme.

Mehr als ein halbes Jahr haben sie darauf gewartet. Seit Freitag (21.5.) dürfen die Castrop-Rauxeler Gastronomen wieder ihre Außenbereiche öffnen, weil die Corona-Inzidenz sich lange genug unter der 100er-Marke befindet. Doch richtig viel los war am ersten Wochenende noch nicht.

Wetter bremste den Ansturm

„Durchwachsen“, lautet das Fazit zum Pfingstwochenende im „Leutholds 1910“. Betreiberin Lilli Leuthold erzählt, dass Regen und Wind den großen Ansturm vorerst ausgebremst hätten. Doch sie nahm es positiv: „So konnten wir uns immerhin wieder langsam an die Abläufe herantasten.“ Nur wenige Leute habe es am Wochenende in den Biergarten am Markt gezogen.

Eine ähnliche Bilanz zog Ajsha Kleis vom Panorama Cafe am Stadtgarten: „Bislang war nicht viel los, das Wetter stimmte einfach noch nicht.“ Die Terrasse werde sie trotzdem weiter für Gäste öffnen, denn sie betont: „Wenn wir jetzt wieder schließen, wissen die Leute gar nicht mehr, was Sache ist.“ Bereits am Wochenende habe man viele verdutzte Castrop-Rauxelerinnen und Castrop-Rauxeler gesehen, die sich wieder an das Bild von Menschen im Biergarten gewöhnen mussten.

Ganz andere Szenen sah man im Café del Sol an der Grutholzallee. Die überdachte Terrasse mit etwa 200 Plätzen sei am gesamten Wochenende komplett ausgebucht gewesen, sagt Betriebsleiterin Marie Nowitzki. Der Ablauf habe dabei erstaunlich gut funktioniert: „Alle Gäste hatten ihre Unterlagen dabei, sogar ihre eigenen Decken haben sie mitgebracht.“ Denn Platz nehmen durften nur diejenigen, deren zweite Impfung mindestens 14 Tage zurückliegt, die als von einer Corona-Infektion genesen gelten oder die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen konnten.

Nur wenige Probleme beim Einlass

Den guten Eindruck von gut vorbereiteten Gästen bestätigt Frank Philipp vom Haus Hölter: „99 Prozent der Gäste konnten die drei Gs nachweisen.“ Der Betreiber erzählt allerdings auch von ärgerlichen Einzelfällen: „Bei manchen Leuten hat das negative Testergebnis die 48-Stunden-Grenze nur um wenige Stunden überschritten. Da konnten wir dann natürlich keine Ausnahmen machen.“ Trotz allem hätten die Gäste aber in solchen Fällen verständnisvoll reagiert, so Philipp.

Auch im Brauhaus Hotel Rütershoff kam es nach Angaben des Hausherren nur zu wenigen Problemen beim Einlass. Hier seien am Wochenende hauptsächlich Anhänger des VfL Bochum zusammengekommen, um dem Aufstieg ihrer Mannschaft entgegenzufiebern.

Im Brauhaus Rütershoff fieberten am Sonntag Fans des VfL Bochum dem Aufstieg in die 1. Bundesliga entgegen.
Im Brauhaus Rütershoff fieberten am Sonntag Fans des VfL Bochum dem Aufstieg in die 1. Bundesliga entgegen. © Volker Engel (Archiv) © Volker Engel (Archiv)

Betreiber Erich Brennecke hatte vorerst aber nur mit einer kleinen Karte angefangen, denn: „Die Umsatzzahlen stehen bislang noch in keinem Verhältnis zu den Personalkosten“, so der Wirt. Dennoch blickt er zuversichtlich in die kommenden Wochen: „Die Leute wollen wieder raus, es war auf jeden Fall das richtige Zeichen!“

Manche Restaurants waren dem Regenwetter dadurch „entkommen“, dass sie gar nicht erst öffneten – wie etwa das „Mythos“ oder „Wetterkamp“. Und auch die „Bürgerstuben“ boten weiterhin nur Liefer- und Abholservice an.

Die Henrichenburger Gaststätte unterscheidet sich von allen anderen Restaurants aber auch dadurch, dass sie auch in einigen Wochen gar nicht mehr öffnen wird. Nach über 30 Jahren drehen Klaus und Michaela Toschka zum 1. Juni endgültig den Zapfhahn zu.

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