Jörg Höltermann von der Firma „Reifen Stiebling“ ist mit dem Montagewagen nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gefahren, um vor Ort zu helfen. © Privat
Unwetterkatastrophe

Fluthilfe: Castrop-Rauxeler Reifenwerkstatt hilft in Katastrophengebieten

Die Schäden nach dem Hochwasser sind vielerorts groß. Eine Castrop-Rauxeler Reifenwerkstatt packt bei den Aufräumarbeiten an und fährt bis nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, um Reifen zu reparieren.

„Vor zwanzig Jahren war ich bei der Bundeswehr in Kosovo im Kriegsgebiet im Einsatz. In einigen Gebieten sieht es nach dem Hochwasser jetzt so ähnlich aus“, erzählt Jörg Holtermann. Und er muss es wissen. Denn er ist vor einigen Tagen von Castrop-Rauxel nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gefahren, um dort nach der Unwetterkatastrophe bei den Aufräumarbeiten zu helfen.

Mittwochs ging es mit dem Montagewagen der Firma „Reifen Stiebling“ los, Sonntagvormittag kam Holtermann erst wieder zurück. In der Zwischenzeit war er die ganze Zeit vor Ort und hat geholfen: zuerst in Ahrweiler, dann in Kreuzbach.

Von großen Lastwagenfahrzeugen bis hin zu kleinen Sackkarren: Holtermann hat alle Reifen repariert. Und nicht nur das: Als eine Gastronomie Probleme mit der Druckluft hatte, hat er auch dort geholfen. „Das Wasser stand bis zum zweiten Stock, alles war voller Schlamm“, erzählt er.

Hilferuf hat Firma Stiebling erreicht

Die Idee für die Aktion hatte nicht Holtermann selbst, sondern der Geschäftsführer der gleichnamigen Firma, Christian Stiebling. „Wir haben von einem anderen Reifenhändler einen Hilferuf bekommen“, erzählt Stiebling. Die Firma habe sich dann entschlossen, einen Mitarbeiter in die betroffenen Gebiete zu schicken. „Wir haben kein Geld dafür genommen“, sagt Stiebling.

Immer wenn ein Reifen kaputt war: Jörg Höltermann hat‘s repariert.
Immer wenn ein Reifen kaputt war: Jörg Höltermann hat ihn repariert. © Privat © Privat

Zuerst war das Unternehmen im näheren Umfeld in Hagen und Wuppertal aktiv. Dann hat die Firma zusammen mit Jörg Holtermann beschlossen, dorthin zu fahren, „wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird“, sagt Geschäftsführer und Sohn Alexander Stiebling.

Als Jörg Holtermann von der Idee gehört hat, war er sofort bereit hinzufahren, erzählt er. Seine Hilfe hat Holtermann den Menschen zwar kostenlos angeboten. Manchmal hat er aber auch etwas zurückbekommen. „Ein Mal habe ich die Sackkarre einer älteren Frau repariert. Danach hat mir die Frau jeden Mittag Essen gebracht“, erzählt er.

Mehrere Reifenunternehmen vor Ort

„Reifen Stiebling“ war nicht als einziges Unternehmen vor Ort, um zu helfen. Acht oder neun weitere Reifenhändler hätten auch angepackt, unter anderem die Firma Euromaster.

Der Zusammenhalt unter den Firmen sei „enorm“ gewesen, so Holtermann. „Wir waren eine Einheit“, sagt er. Während der Arbeiten seien die Helfer über WhatsApp in Kontakt geblieben.

Den Weg nach Ahrweiler war es für Holtermann auf jeden Fall wert. „Ich würde es jederzeit wieder tun“, sagt er.

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