Ein Freitagspredigt in der Mevlana Moschee, in diesem Jahr wird es auf Castrop-Rauxeler Sportplätzen stattfinden. © Said Rezek
Fest des Fastenbrechens

Gebet auf Castrop-Rauxeler Sportplätzen – Zuckerfest in kleinem Rahmen

Das Zuckerfest muss in Castrop-Rauxel in kleinem Rahmen gefeiert werden. Es gibt kaum Veranstaltungen. Nur das Feiertagsgebet der Muslime findet statt - auf zwei Sportplätzen.

Eigentlich sei es ja so, sagt Adil Tamouh: „Man besucht sich, fällt sich in die Arme, beschenkt sich, feiert zusammen in großer Gruppe.“ Doch dieses Jahr muss das Zuckerfest der muslimischen Gemeinde wegen der Corona-Pandemie in arg begrenztem Rahmen stattfinden – wie schon 2020.

„Natürlich ist das schade. Aber wir versuchen, damit so gut wie möglich umzugehen“, sagt Tamouh. Das Festtagsgebet solle zum einen im Stadion an der Bahnhofstraße und zum anderen auf dem Sportplatz am Grafweg stattfinden.

Unter strengsten Hygienevorschriften, sagt Tamouh, „wird dort am Donnerstag, 13. Mai, in der Zeit zwischen 7 und 9 Uhr das wichtigste Gebet verrichtet.“ Mit wie vielen Leuten geplant sei? „Im vergangenen Jahr waren 200 Leute da“, sagt Tamouh, der sich für die SPD und in Integrationsfragen engagiert.

Mit der Stadt Castrop-Rauxel sei alles abgesprochen – und klar sei auch: „Nachtgebete, die am Abend vor dem Festtagsgebet in normalen Zeiten immer 150 bis 200 Menschen in die Moscheen treiben, sind dieses Jahr nicht möglich.“ Allein in der Moschee in Merklinde könnten sich „10 bis 15 Leute einfinden – mehr nicht“.

Adil Tamouh feiert das Zuckerfest mit der muslimischen Gemeinde in begrenztem Rahmen. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Ein negativer Corona-Test sei nicht nötig, „allerdings weisen wir daraufhin, dass sich möglichst viele Leute testen sollten“. Zudem sei es geplant, Testzelte aufzustellen, sagt Tamouh. „Wir müssen gut aufpassen und uns genau an die Hygieneverordnungen halten. Das ist mir persönlich sehr, sehr wichtig.“

Nach dem Feiertagsgebet werde es ganz sicher keine weiteren Zusammenkünfte geben. „Auch wenn es uns alle schmerzt, ist das nicht möglich.“ Das eigentlich so große Fest des Fastenbrechens im Anschluss an den Fastenmonat Ramadan bleibt der muslimischen Gemeinde damit weitgehend verwehrt.

Feiertagsgebet ist „wichtigste religiöse Pflicht“

„Genauso wie der Fastenmonat an sich. Zusammenkünfte wie sie sonst üblich sind, konnten wir natürlich auch da nicht organisieren. Immerhin war es uns möglich, gemeinsame Gebete über Zoom oder Facebook zu organisieren. Mittlerweile wissen wir wie das geht, im vergangenen Jahr war das alles noch deutlich improvisierter“, schildert Tamouh.

„Das Fasten“, so erklären es die vier muslimischen Gemeinden Castrop-Rauxels, „ist die dritte von fünf Säulen im Islam.“ Das Ziel des Fastens sei, die Anerkennung Gottes zu erlangen. „Deshalb wird am Tage sowohl keine Nahrung aufgenommen als auch die Enthaltsamkeit des Menschen dargelegt.“

Das Ende des Fastens werde mit dem Zuckerfest gefeiert – auf Türkisch Seker Bayramı, auf arabisch Idul Fitri genannt. „Die wichtigste religiöse Pflicht“ sei das Festgebet, für gewöhnlich in einer Moschee oder auf einem offenen Gebetsplatz. In Castrop-Rauxel sind 2021 zwei Sportplätze dafür auserkoren.

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß