In diesem Wohnhaus auf der Langen Straße in Habinghorst kam es zu im April zu knapp 30 Corona-Infektionen. © Tobias Weckenbrock

Kein Impfstoff: Wie geht der Kreis nun in sozialen Brennpunkten vor?

Das Land hat 15 Städten und Kreisen Impfstoff-Sonderkontingente für das Impfen in sozialen Brennpunkten in Aussicht gestellt. Nicht aber dem Kreis Recklinghausen. Was nun?

In der vergangenen Woche flatterte eine Meldung der Landesregierung herein. Das Gesundheitsministerium, so hieß es dort, habe 15 Städten und Kreisen Sonderkontingente des Vakzins von Johnson & Johnson für Impfaktionen in „sozial benachteiligten Stadtteilen“ in Aussicht gestellt. Unter anderem Dortmund, Hagen und Gelsenkirchen sind dabei – nicht aber der Kreis Recklinghausen. Kann hier dennoch in den sogenannten vulnerablen Sozialräumen geimpft werden?

Eben dies, nämlich eine spezielle „Impfaktion in sozialen Brennpunkten“, fordern die Jusos Castrop-Rauxel mit Blick auf Habinghorst oder Merklinde.

„Die Pandemie darf nicht zu einer weiteren sozialen Spaltung führen“, meinen die SPDler. „Damit wir die Pandemie in den Griff bekommen, müssen wir auch dafür sorgen, dass in den strukturschwachen Stadtteilen die Impfangebote wahrgenommen werden. Von einer hohen Impfbereitschaft und einer dann hoffentlich niedrigen Inzidenz profitieren wir schließlich alle: Geschäfte können wieder geöffnet werden, Schulen und Kitas in den Regelbetrieb zurückkehren.“

Kann also auch ohne Sonderkontingent in den vulnerablen Sozialräumen geimpft werden? In einer Antwort an diese Redaktion heißt es vom Kreis: Nein – zumindest derzeit nicht.

Kreis Recklinghausen: Keine Impfbusse wie in Köln

„Allen Impfstoff, den wir bekommen, verimpfen wir nach wie vor mit hohem Tempo an die impfberechtigten Gruppen. Daher haben wir auch kein Kontingent, das wir für derartige Aktionen nutzen könnten“, schreibt der Kreis Recklinghausen. Menschen in sozial schwächeren Gegenden müssen demnach weiterhin warten. Klar ist aktuell nur, wie eine solche Impfaktion kreisweit aussehen könnte. Wie in Köln-Chorweiler soll es nicht vonstatten gehen.

So erklärte es Lena Heimers vom Kreis Recklinghausen schon am vergangenen Mittwoch (12.5.). „In Köln wurde mit Impfbussen gearbeitet, das haben wir uns natürlich auch angesehen. Für den Kreis Recklinghausen sind wir allerdings zu dem Schluss gekommen, ein wenig anders vorzugehen. Wir würden eher auf mobile Teams vor Ort setzen.“ Auf Ärzte, die aus der Umgebung zusammengerufen werden, um dann in dafür geeigneten Örtlichkeiten zu impfen.

Das könnte etwa ein Gemeindehaus sein. „Wichtig ist auf jeden Fall, dass wir ein so dichtes Ärzte-Netz im Kreis besitzen. Die Abdeckung ist besser als in vielen anderen Kreisen“, betonte Heimers – und meinte damit: Das Know-how ist vorhanden. Nur der Impfstoff fehlt noch.

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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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