Die Kitabeiträge in Castrop-Rauxel werden erstattet, aber die Stadt braucht Zeit. © picture alliance/dpa | Oliver Berg
Coronavirus

Kita-Beiträge in Castrop-Rauxel werden zurückgezahlt – aber es dauert

Die Kitas waren wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Beiträge zahlen mussten die Eltern trotzdem. Jetzt werden Beiträge zurückgezahlt. Aber die Stadt wird lange dafür brauchen.

Der Rat der Stadt Castrop-Rauxel war sich am Donnerstag einig darüber, dass die Kitabeiträge an die Eltern zurückgezahlt werden müssen. Die Kitas waren für Monate im Notbetrieb und Kinder mussten zu Hause betreut werden. In dieser Zeit mussten die Familien trotzdem Kitabeiträge zahlen. Das sorgte für eine Menge Unmut. Es gab sogar Eltern, die sich weigerten, die Beiträge zu zahlen.

Bereits zu Beginn des Jahres war klar, dass die Kitabeiträge für Januar und Februar nicht gezahlt werden müssen. Jetzt hat das Land nachgelegt und die Beiträge werden von März bis April wenigstens gemindert. In seiner Sitzung hat der Rat der Stadt das am Donnerstag (24.6.) noch einmal bestätigt: Eltern zahlen von März bis Mai also 50 Prozent der Beiträge und erst ab Juni wieder den kompletten Beitrag.

Das Land übernimmt die Hälfte der Ausfälle, die Stadt Castrop-Rauxel die andere. Die Stadt stellt das Verfahren nun vor ein Problem. Bürgermeister Rajko Kravanja: „Bisher konnten wir das immer verrechnen, aber weil das Kita-Jahr im Juli endet, geht das nicht.“ Jetzt muss die Stadt die Beiträge an die Eltern erstatten – und das kann dauern.

Erstattung bis August

Regina Kleff, Beigeordnete für Soziales: „Wir müssen da 4000 Bescheide händisch anfassen, wahrscheinlich bis August. Jeder bekommt sein Geld, aber es dauert.“ In den kommenden Tagen will die Stadt einen Elternbrief an alle betroffenen Eltern schicken.

Neben den Beiträgen mussten die Eltern aber auch die Essensgelder weiterzahlen. Dass Personal und Räume weiter bezahlt werden müssen, war noch nachvollziehbar. Dass aber für Essen, das nicht gekocht und gegessen wird, weiter gezahlt werden muss, hatten viele Eltern nicht verstanden.

Die Stadt übernimmt die Beiträge für die Verpflegung nun. In der Begründung heißt es: „Die Stadt Castrop-Rauxel möchte das Engagement der Familien finanziell mit der Erstattung der Essens-Entgelte für die Monate Februar bis einschließlich Juni 2021 würdigen.“

Rückzahlung bis 2075

Nicht nur Eltern von Kindergarten-Kindern profitieren: „Die Erstattung betrifft sämtliche Eltern von Kindern in Einrichtungen, in denen die Stadt selbst Essensgelder erhoben hat, also die städtischen Kindertageseinrichtungen und die Offene Ganztagsschule.“

Am Ende kosten die entfallenden Beträge und das Essensgeld die Stadt 576.000 Euro. Das Geld soll über einen Zeitraum von 50 Jahren abgezahlt werden, beginnend 2025. Das sind 11.520 Euro, die die Stadt pro Jahr zurückzahlen muss. Das würde bedeuten, dass die Erstattungen im Jahr 2075 komplett zurückgezahlt sind.

Über die Autorin
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Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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