Nach dem Willen des EU-Parlaments sollen Hunde bestimmte Antibiotika bald nicht mehr bekommen dürfen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Meinung

Liebe EU-Parlamentarier, stoppt das Antibiotika-Verbot für Tiere!

Das 2022 kommende Antibiotika-Verbot für Tiere soll Menschenleben retten. Ein hehres Ziel. Doch unser Autor fürchtet, dass die Verordnung vor allem viel Leid mit sich bringt.

Resistente Keime und Erreger. Kein Medikament hilft. Aus diesem Stoff sind Horrorgeschichten gemacht. Und ausgerechnet wir Menschen züchten sehenden Auges resistente Bakterien durch unsachgemäße Anwendung in der Massentierhaltung.

Dass diese Praxis endlich eingedämmt wird, ist längst überfällig. Doch der europäische Gesetzgeber schießt mit der aktuellen Formulierung der Tierarzneimittelverordnung weit übers Ziel hinaus und verursacht nur Leid und Probleme.

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Denn auch Haustiere können dann nicht mehr mit Antibiotika behandelt werden. Ein kleiner Zoff zwischen Katzen, ein Spaziergang mit dem Hund im Wald, eine Darm-Infektion beim Hamster. Das kann alles tödlich enden.

Masttiere sind nicht wertvoller als Haustiere

Warum ist das ein Problem? Weil Haustiere wertvoller sind als Mast-Tiere? Nein, weil Haustiere wertvoller für ihre Besitzer sind. Und diese werden alles tun, um ihre kleinen Lieblinge zu retten. Mit Antibiotika, die es auf dem Schwarzmarkt gibt.

Für viele Tierärzte ist es unvermeidlich, das sich so ein Schwarzmarkt entwickeln wird. Im Internet, wo viele Mastbetriebe heute schon illegal kaufen. Und dann haben wir eine Situation, in der Haustierbesitzer ihre Tiere mit Antibiotika selbst behandeln und das Leid der Tiere nur vermehren.

Das wäre noch vermeidbar, liebes EU-Parlament.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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