Simon Hauswirth sammelte die Sachspenden vieler Castrop-Rauxeler und brachte sie den Flutopfern. © Simon Hauswirth
Hochwasser

„Man hatte Tränen in den Augen“: Castrop-Rauxeler helfen Flutopfern

Während Castrop-Rauxel sich so langsam vom Unwettertief Bernd erholt, ist die Lage anderswo in NRW immer noch dramatisch. Nun starteten Castrop-Rauxeler Bürger eine große Hilfsaktion.

Die Nachwirkungen des Sturms vom vergangenen Mittwoch (14.7.) sind immer noch zu spüren. Während in Castrop-Rauxel die Aufräumarbeiten kurz vor dem Ende stehen, sind anderswo immer noch Menschen in Not. Viele verspüren momentan das Bedürfnis den Opfern zu helfen. Das zeigt auch der Erfolg einer Castrop-Rauxeler Hilfsaktion.

Organisiert wurde diese von Simon Hauswirth und seiner Partnerin Yvonne Mattern. Bereits am Donnerstag war sich der gelernte Koch sicher, helfen zu wollen. Seine ursprüngliche Idee: Für die Opfer und Hilfskräfte kochen. Doch als andere Gastwirte wenig Interesse bekundeten, startete er einen Aufruf auf Facebook. Die Resonanz war überwältigend.

Kinder spenden ihre Spielzeuge

Statt einer Kochaktion sammelte er nun Sachspenden von Menschen aus ganz Castrop-Rauxel. Am Wochenende (17./18.7.) brachten Leute alles mögliche vorbei: von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Hygieneartikeln war alles dabei. Sogar Kinder hätten mit ihm gesprochen und ihre Spielzeuge denen angeboten, „denen es nicht so gut geht“, erzählt Hauswirth gerührt.

Viele Sachspenden kamen bei der Hilfsaktion zusammen.
Viele Sachspenden kamen bei der Hilfsaktion zusammen. © Simon Hauswirth © Simon Hauswirth

Insgesamt ist er überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bürger von Castrop-Rauxel. „Man hat oft Tränen in den Augen gehabt“, sagt er. Niemals hatte er mit so einer hohen Resonanz gerechnet. „Unser ganzer Garten und unsere Wohnung standen voll“, berichtet er. Manche Leute seien extra für viel Geld einkaufen gegangen, um etwas zu spenden. Auch Geldspenden habe es gegeben. Der Großteil der Spenden sei jedoch Kleidung gewesen, später auch Lebensmittel. Auch Unternehmen hätten mitgeholfen. Insgesamt schätzt Hauswirth den Wert aller Spenden auf eine mittlere fünfstellige Summe.

Spenden gehen nach Altenkirchen

Mit drei Sprintern und einem LKW voller Hilfsgüter sind er und 9 weitere freiwillige Helfer dann am Montag (19.7.) nach Altenkirchen aufgebrochen. Beim Einräumen der Fahrzeuge halfen sogar etwa 20 Freiwillige. Die Feuerwehr Castrop-Rauxel stellte den LKW zur Verfügung. In Altenkirchen fand Hauswirth Dennis Eichel, der mit seinem Verein Katastrophenhilfe Rhein-Westerwald-Sieg e.V. die Güter nach Bedarf vor Ort verteilt. Zunächst werden sie außerhalb des Katastrophengebietes eingelagert, bis sie dort benötigt werden.

Hauswirth kündigte bereits an mit Eichel in Kontakt bleiben zu wollen. In drei bis vier Wochen, wenn die Häuser wieder bewohnbar sind, könne man sich informieren, was gebraucht wird und eventuell eine neue Aktion starten.

Zunächst will er jedoch den großzügigen Helfern und Spendern danken. An einem der kommenden Wochenenden möchte er in seinem Geschäft Simons Garten als Dank den Helfern kostenlos etwas zu Essen kochen.

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