In der Nacht zu Montag (9.8.) versuchten, unbekannte Täter einen Geldautomaten zu sprengen. © Markus Wüllner
Sprengung in Castrop-Rauxel

Mit Video: Geldautomat in die Luft gesprengt – die Täter sind auf der Flucht

Der Vorraum eines Bürogebäudes in Castrop-Rauxel ist in der Nacht zu Montag in die Luft gesprengt worden. Die Täter sind noch nicht gefasst. Die Polizei hofft auf Zeugen.

Die Detonation muss in einem großen Umkreis zu hören gewesen sein, die Bilder jedenfalls lassen diesen Schluss zu. Der Vorraum eines kleinen Bürogebäudes an der Dortmunder Straße auf Schwerin ist in der Nacht zu Montag (9.8.) völlig zerstört worden.

Wie Polizeipressesprecher Andreas Lesch auf Anfrage bestätigte, wurde die Polizei in der Nacht zu gegen 2.45 Uhr zu dem Einsatz in Castrop-Rauxel gerufen.

Die Scherben der kaputten Glasscheiben flogen bis auf die Straße.
Die Scherben der kaputten Glasscheiben flogen bis auf die Straße. © Matthias Langrock © Matthias Langrock

Offenbar hatten Unbekannte versucht, einen Geldautomaten im Vorraum zu sprengen. In dem Gebäude auf Schwerin befand sich in der Vergangenheit eine Filiale der Volksbank. Seit 2016 hat dort Winkelmann Immobilien seine Räumlichkeiten. Ein Automatenstandort war das Gebäude an der Dortmunder Straße weiterhin.

Der Vorraum des Bürogebäudes ist komplett zerstört.
Der Vorraum des Bürogebäudes ist komplett zerstört. © Matthias Langrock © Matthias Langrock

Mit Hubschraubern wurde nach den Tätern gefahndet. Scherben und Bauteile flogen durch die Sprengung bis auf die Straße. Der Knall der Detonation war in der Nacht mindestens in einem Radius von 2,5 Kilometer Luftlinie hörbar, wie Zeugen berichten.

Die Straße war am Morgen gesperrt

Die Polizei war am Montagmorgen vor Ort, um Spuren zu sichern. Der EUV setzte Kehrmaschinen ein.

Die Dortmunder Straße war zwischen dem Neuroder Platz und der Cottenburgstraße gesperrt. Um kurz vor 10 Uhr gab die Polizei die Straße wieder frei.

Am Mittag sind Handwerker damit beschäftigt, den Automatenstandort zu sichern.
Am Mittag sind Handwerker damit beschäftigt, den Automatenstandort zu sichern. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Am Mittag begannen die Aufräumarbeiten im Gebäude. „Wir machen hier jetzt provisorisch alles sicher“, sagte die Inhaberin von Immobilien Winkelmann, Anja Beissert. Ihr gehört auch das Gebäude, auf das der Sprengstoffanschlag verübt wurde. „Ich denke, dass wir morgen früh wieder arbeiten können, aber erstmal muss ich mir einen groben Überblick verschaffen“, sagte sie.

Markus Göke von der Volksbank in Castrop-Rauxel bestätigt auf Anfrage der Redaktion, dass man noch in der Nacht über die Sprengung informiert wurde. Geldautomaten, wie der im gesprengten Vorraum, seien gegen solche Straftaten versichert. Zur Schadenshöhe konnte er am Montagmittag noch nichts sagen.

Ob die Volksbank wieder einen Automaten dort aufstellen möchte, kann Markus Göke noch nicht sagen. Nur soviel: Unabhängig von diesem Fall hat die Volksbank die Gefahrenlage aller Standorte von LKA und BKA einschätzen lassen.

Überall dort, wo sie als hoch eingeschätzt wurde, hat die Bank reagiert und Maßnahmen getroffen. So wurde etwa die SB-Stelle an der Langen Straße in Habinghorst im vergangenen September geschlossen.

Der Standort an der Dortmunder Straße wurde nicht als besonders gefährdet einschätzt. „Im Vordergrund steht für uns immer die Sicherheit von Mensch und Leben“, so Markus Göke. Hätten sich über dem Vorraum oder im hinteren Bereich Wohnungen befunden, wäre die Einschätzung sicherlich anders ausgefallen. Aber so ging man davon aus, dass im schlimmsten Falle – der in der Nacht zu Montag eingetreten ist – keine Anwohner gefährdet wären. Und in der Tat: Die Polizei meldet am Morgen nach der Sprengung keine Verletzten.

Wie die Polizei mitteilt, flüchteten die zwei unbekannten Täter mit einem bereitstehenden Fluchtfahrzeug in unbekannte Richtung. Zeugen können die Männer nur „vage“ beschreiben: Laut Polizeimeldung sind sie circa 1,80m groß, schlank und sie waren dunkel gekleidet.

Zeugen können sich bitte bei der Polizei unter der 0800 2361 111 melden.

An dem Gebäude entstand größerer Sachschaden. Zur Schadenssumme können noch keine Angaben gemacht werden.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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