Auf einem Waldweg auf Schwerin traf ein Spaziergänger jetzt auf diesen Müllhaufen. Wilde Müllkippen sind ein Ärgernis und kosten alle Gebührenzahler in Castrop-Rauxel Geld. © Jens Lukas
Hinweis auf Verursacher

Müllberge im Wald oder Straßengraben: Neuer Fall und wie die Stadt reagiert

Immer wieder gibt es wilde Müllkippen in Castrop-Rauxel. Jetzt gibt es einen neuen, einen besonders dreisten Fall. Aber was tut die Stadt eigentlich dagegen?

Ein Waldweg an der Mengeder Straße auf Schwerin. Der Castrop-Rauxeler Dominic Gerring nutzt ihn gern zum Spaziergang, wie viele andere Hundebesitzer auch. Und dann das: In der vergangenen Woche eröffnete sich ihm mal wieder ein Bild des Grauens. Ein Müllberg, hier, am Ortsrand, in der Natur. Was soll das?

Zwischen Dingen und Schwerin, oben auf dem Berg, rund um die Windräder scheint ein besonders beliebtes Gebiet zu sein, um sich seines Unrats zu entledigen. Einfach in die Büsche oder an den Wegesrand kippen. Bemerkt ja keiner. Und am Ende macht es dann sicher auch irgendwer weg.

Gerring tat das, was man tun kann: Er meldete die Müllkippe dem EUV-Stadtbetrieb. Auch der Mängelmelder in der CAS-App oder das Anliegenmanagement im Rathaus nimmt immer wieder solche Meldungen entgegen.

Und dann geht das ganze Prozedere seinen üblichen Weg: Die Müllabfuhr vom EUV fährt diese Stellen an und entsorgt den Unrat. Natürlich auf Kosten der Stadtgesellschaft, denn die Mitarbeiter müssen auch für solche Aufgaben bezahlt werden. Je häufiger so etwas anfällt, desto mehr Leute muss man einstellen. Am Ende eine einfache Rechnung.

EUV räumt zehn solcher Müllkippen pro Woche weg

EUV-Sprecherin Sabine Latterner erklärt auf Anfrage unserer Redaktion: „Es ist genau richtig, wilde Müllkippen an uns zu melden. So kann der Abfall schnellstmöglich entsorgt und die Umwelt von ihm befreit werden.“ Und fügt hinzu: „Die Kolleginnen und Kollegen räumen pro Woche durchschnittlich zehn wilde Müllkippen unterschiedlicher Größenordnung ab.“ Sehr oft stoße man am Rande der Containerstandorte für Altglas und Papier auf solche Berge illegal abgelagerten Mülls.

Wie verhindert man sowas? „Wir weisen immer wieder auf die zahlreichen legalen Entsorgungsmöglichkeiten hin, die mitunter ja auch kostenfrei sind“, so Sabine Latterner vom EUV.

Einer der gut ein Dutzend Container-Standorte, hier auf Schwerin: Das sind neuralgische Orte, an denen Bürger immer wieder Müll hinterlassen, der hier gar nicht gesammelt wird. Für den EUV bedeutet das Extra-Arbeit.
Einer der gut ein Dutzend Container-Standorte, hier auf Schwerin: Das sind neuralgische Orte, an denen Bürger immer wieder Müll hinterlassen, der hier gar nicht gesammelt wird. Für den EUV bedeutet das Extra-Arbeit. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

In diesem Fall äußern Zeugen des Müllbergs auf Schwerin den Verdacht, es handle sich um einen Tankstellenbesitzer, der hier sein Zeug entsorgt hat. Ein Verdacht, der sich oft schwer erhärten lässt, wenn es keine direkten Augenzeugen der Ordnungswidrigkeit gibt.

EUV stellt Ordnungswidrigkeitsanzeigen, wenn…

Die Stadt will aber schon herausfinden, wer sich solcher Taten schuldig macht. „Finden wir Adressen oder Hinweise auf einen möglichen Verursacher einer wilden Müllkippe, so geben wir diese zwecks Verfolgung an die Ordnungsbehörde weiter“, sagt Latterner. Also an die Stadtverwaltung. Das gelte auch für Hinweise von Bürgern. „Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wird regelmäßig gestellt, insbesondere bei Hinweisen auf einen möglichen Verursacher.“

In der Tat durchsucht man Rest-, Sperr- oder gar Sondermüllberge nach Hinweisen. Sind zum Beispiel Adressaufkleber auf Paketen oder andere Hinweise zu finden? Das kann helfen, aber ist auch keine Garantie: Kommt es zu einem Verfahren, kann der so ermittelte Verursacher immer noch abstreiten, dass er derjenige war, der den Müll auch selbst entsorgte. Dann wird es schwer, ihm oder ihr die Tat nachzuweisen.

Wenn es zu einem Nachweis kommt, dann wird es teuer. Sperrmüll mit Schadstoffen kann wild abgelagert bis zu 2500 Euro Ordnungsgeld kosten, ein Haufen alter Autoreifen bis zu 500 Euro, Bauschutt je nach Menge sogar bis zu 5000 Euro.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
Zur Autorenseite
Tobias Weckenbrock

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.