Holger Knapp wechselt nun von der Antoniuskirche (im Hintergrund) in den Gefangenentransporter der JVA Castrop-Rauxel, um Menschen zu impfen. © Dr. Knapp
Coronavirus

Nach 2000 Impf-Spritzen: Deutschlands erste Impfkirche in Ickern hört auf

2000 Menschen bekamen in den vergangenen Wochen in Deutschlands erster Impf-Kirche in Ickern die Corona-Impfung. Nun beenden die Ärzte die Aktion, sind aber Teil von Neuem.

Das war’s dann: „Wir haben gestern die vorerst letzte Impfaktion in der St. Antoniuskirche durchgeführt“, sagt Dr. Holger Knapp am Donnerstag (29.7.). Mit der Impfkirche in Ickern, der ersten in Deutschland, ist damit Schluss.

Die nachlassende Nachfrage nach Erstimpfungen habe dazu geführt, „dass wir die großen Räumlichkeiten in der Kirche nicht mehr benötigen“, so der Hausarzt, der in Castrop-Rauxel an der Spitze der Corona-Impfer steht. Am Mittwoch führte er wir noch über 100 Zweitimpfungen in der Kirche durch

Unterm Strich haben Holger Knapp und Matthias Jasper 2898 Impfungen gegen Corona verabreicht, davon mehr als 2000 in der Kirche am Marktplatz, schräg gegenüber der eigenen Praxis.

Dr. Holger Knapp und seine Kollegen aus der Hausarztpraxis in Ickern impfen regelmäßig in der Kirche am Marktplatz.
Dr. Holger Knapp und seine Kollegen aus der Hausarztpraxis in Ickern impfen regelmäßig in der Kirche am Marktplatz. © Nora Varga © Nora Varga

Man sei dazu übergegangen, Biontech-Impfungen ohne Termin in der Praxis anzubieten. „Dieses Angebot wird gut angenommen“, so Holger Knapp. Darüber hinaus wolle er mit Vereinen und anderen Netzwerken niederschwellige Impf-Angebote schaffen. So sollen immer mehr Menschen zur Erstimpfung bewegt werden.

Wieder Impfaktion im Gefangenenbus

Eine erste Impfaktion im Gefängnis-Bus am Marktplatz vergangene Woche wird wiederholt: Am Freitag, 6.8., geht es mit der Unterstützung durch den Verein „Mein Ickern“ und die JVA Castrop-Rauxel weiter. Wieder auf dem Marktplatz in Ickern, wieder im Gefangenentransporter.

Diesmal gibt es noch eine Besonderheit: Knapp und Jasper haben sich dazu entschlossen, pro Impfung 5 Euro für die Flutopfer zu spenden. Beim letzten Mal kamen 200 Impflinge. Sollten es wieder so viele werden, gäbe es einen vierstelligen Spendenbetrag.

Knapp dazu: „Einerseits möchten wir damit ein Zeichen setzen, dass das Impfen für uns eine Herzensangelegenheit ist und der wirtschaftliche Aspekt nicht im Vordergrund steht. Andererseits halte ich das für einen guten Anreiz, ganz im Gegensatz zu Bratwürstchen und Freibier, Menschen zu einer Impfung zu motivieren.“

Jeder Impfling trage mit seiner Impfung zu drei guten Dingen bei: „Er schützt sich selbst, schützt seine Mitmenschen und leistet überdies einen Beitrag zur Hilfe der von der schlimmen Flut geschädigten Menschen.“ Er hoffe, dass es wieder eine erfolgreiche Veranstaltung wird.

Im Gefangenentransporter der JVA Castrop-Rauxel wurden in Ickern rund 200 Impfungen gegen Corona verabreicht. Dr. Holger Knapp und sein Kollege Matthias Jasper wiederholen diese Aktion nun zusammen mit
Im Gefangenentransporter der JVA Castrop-Rauxel wurden in Ickern rund 200 Impfungen gegen Corona verabreicht. Dr. Holger Knapp und sein Kollege Matthias Jasper wiederholen diese Aktion nun zusammen mit “Mein Ickern”. © Dr. Knapp © Dr. Knapp

Das muss man mitbringen

Interessenten müssen einfach vorbei kommen. Mitzubringen ist nur der Personalausweis und die Krankenversicherungskarte. Wer den Vorgang vor Ort noch beschleunigen möchte, schreibt eine Mail an vorstand@mein-ickern.de. Dann bekommt er schon im Vorfeld die Unterlagen, die sonst am JVA-Bus auszufüllen und zu unterschreiben sind.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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