Felix Schindelhauer und sein Vater Reiner arbeiteten schon seit 2018 zusammen in der Versicherungsagentur an der Oberen Münsterstraße. Nach dem plötzlichen Tod des Vaters übernimmt der Sohn nun die alleinige Verantwortung. © Schindelhauer
Versicherungsbüro

Nach Covid-Tod: Sohn übernimmt Chefposten des Vaters früher als geplant

Plötzlich musste Felix Schindelhauer einspringen: Er ist nun Geschäftsführer einer Castroper Versicherungsagentur. Mit 28 Jahren schon, weil sein Vater Reiner vergangenes Jahr an Covid-19 starb.

Er war bekannt in Castrop, weil er sich engagierte: ehrenamtlich in der Paulus-Kirchengemeinde, beruflich mit einem Versicherungsbüro an der Oberen Münsterstraße. Darum war die Bestürzung groß, als Reiner Schindelhauer am 10. November 2020 an den Folgen einer Coronavirus-Infektion starb und eines der heute 88 Todesopfer der Pandemie in Castrop-Rauxel wurde.

Schindelhauer führte über Jahrzehnte, seit 1979, das Geschäft der Continentale-Versicherung. Als er tot war, riss er ein tiefes Loch. Denn eigentlich war die Übernahme der Agentur erst für später geplant. Immerhin: Sie war geplant. Sein Sohn Felix Schindelhauer sollte das Büro weiterführen. Aber jetzt schon? „Er ist ja erst 28 Jahre alt“, sagt seine Mutter.

Sie hatte Bedenken: Kann er die Verantwortung in diesen jungen Jahren für das Team schon übernehmen? Er kann und er tat es: Unter Felix Schindelhauer geht es weiter im Castroper Büro.

„Ich habe bei ihm so viel gelernt“

Zugute kam dem Versicherungskaufmann dabei, dass er schon ein paar Jahre bei seinem Vater gearbeitet hatte. 2018 stieg er dort ins Geschäft mit ein, das er selbst als „Vertrauenssache“ bezeichnet. „Die enge Zusammenarbeit mit meinem Vater“, sagt er heute, „war nicht nur eine Freude und große Bereicherung für mich, ich habe bei ihm auch so viel gelernt, dass der Generationenwechsel trotz der schwierigen Umstände gelungen ist.“

Das Büro bleibt, die Geschäftsführung hat Felix Schindelhauer von seinem Vater Reiner übernommen. Die Kunden behalten ihre bekannte Anlaufstelle, die Mitarbeiterinnen Silvia Schmidt und Martina Stöhr können weiterbeschäftigt werden. Und am 1. September kommt noch eine neue Kraft hinzu: Tina Hoiting, Reiner Schindelhauers Tochter. „Meine Schwester passt perfekt ins Team“, findet Felix Schindelhauer, der nun Geschäftsführer einer eigenen GmbH ist.

Neue Ära beginnt damit nach 42 Jahren

Beim Umstieg und Neustart in neuer Rolle ließ sich Felix Schindelhauer vom Verbund der Continentale, von Ämtern, Beratern und dem Team vor Ort unterstützen. So will er nun dafür sorgen, dass nach 42 Jahren an der Oberen Münsterstraße noch lange nicht Schluss ist.

Den Kunden dankt er für die Treue und das Vertrauen: „Ganz besonders für den großen Zuspruch, den ich nach dem Tod meines Vaters erleben durfte.“ Nach den ganzen Arbeiten am Umstieg stehe der Kunde nach wie vor und „immer im Mittelpunkt“, ob privat oder gewerblich.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
Zur Autorenseite
Tobias Weckenbrock

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.