Wie geht es diesen Schweinen auf dem Neuland-Bauernhof von Familie Dingebauer? Sie leben drinnen und draußen, liegen und laufen auf Stroh – und doch werden sie nach kurzem Leben geschlachtet und zu Fleisch verarbeitet. © Stephan Schuetze
Meinung

Nach dem Tierskandal: Wir dürfen auch weiterhin Fleisch essen, wenn…

Diese Bilder widern an. Ein armes Rind, schroff, brutal, gefühllos geschlagen von einem Menschen. Unser Autor meint: Wir sollten weiterhin Fleisch essen. Nur anders als bisher.

Der Tierhandel-Skandal von Werne geht ins Mark. Erschütternd, wenn man diese rohe Gewalt gegen wehrlose Tiere sieht. Es ist ein Einblick in eine Industrie, die kaltblütiger ist als andere Branchen. Die kaputt ist, weil sie auf maximalen Profit getrimmt wurde. Bilder aus Schlachtfabriken, in denen Hunderte Mitarbeiter Millionen Schweine zerlegen, kommen ja noch dazu.

Und doch, bei all dem Leid und dem würdelosen Umgang mit Lebewesen: Es ist nicht verkehrt, Fleisch zu essen. Der Mensch und seine Vorfahren sind Jäger und Sammler. Wenn Veganer, denen ich Respekt zolle, Nahrungsergänzungsmittel oder sonderbare Ersatzprodukte brauchen, um keine Mangelerscheinungen zu haben, dann ist offensichtlich: Milchprodukte, Eier, ja, auch Fleisch haben Inhaltsstoffe, die wir zum Leben brauchen.

Aber wir müssen es anders machen. Nicht gedankenlos auf jedes Frühstücksbrot Kinderwurst. Nicht Mettigel zur Geburtstagsparty. Nicht dreimal die Woche Döner. Pizza mit Champingons oder Brokkoli oder sogar beidem statt Kochschinken.

Ja, das geht – und zwar gut. Und wenn man am Wochenende grillen möchte oder es mal ein Schnitzel sein soll: Kaufen Sie es da, wo Sie wissen, wie die Tiere gelebt und die Fleischer gearbeitet haben. Die Läden gibt es. Vor unserer Haustür. Es ist teurer, ja. Dann halt weniger. Es schmeckt besser. Und es fühlt sich gut an. Versprochen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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