Könnte hier nach dem Wegzug der Deutschen Bank Gastronomie entstehen? Viele hoffen das. © Jonas Hildebrandt
Banken

Nach Wegzug der Banken soll Gastronomie den Castroper Marktplatz aufwerten

Commerzbank und Deutsche Bank schließen bis Ende des Jahres ihre Filialen. Der Handel vor Ort und auch Bürgermeister Rajko Kravanja setzen darauf, dass Gastronomie den Markt attraktiver macht.

Nach der Deutschen Bank hat die Commerzbank vor Kurzem bestätigt, dass sie spätestens zum Jahresende ihre Filiale in Castrop-Rauxel aufgibt. Beide hinterlassen große Geschäftsräume.

Die Stadt und Casconcept als Standortgemeinschaft in der Castroper Altstadt setzen darauf, dass kein neuer Leerstand entsteht. Und dass im Gegenteil der Markt sogar profitiert. Auch einer der Eigentümer der Immobilie hat sich schon Gedanken gemacht.

Auf die Frage, was er sich denn für den Markt wünsche, kommt die Antwort von Rajko Kravanja prompt: „Gastronomie.“ So könne der Platz belebt werden. Mehr Aufenthaltsqualität, so erläutert der Bürgermeister, sei eines der Ziele bei der Neugestaltung des Marktplatzes gewesen, die 2017 abgeschlossen wurde. Die Verbreiterung der Randbereiche sei schon damals mit Blick auf zukünftige Außengastronomie hin entstanden. „Jetzt schließt sich der Kreis“, so Kravanja.

Gastronomie bekommt nach Corona-Lockdown viel Zulauf

Mit den Eigentümern der Immobilien ist Rajko Kravanja, ist Casconcept bereits im Gespräch. Auch bei der Vorstandssitzung, so Matthias Zimmer als Vorsitzender der Standortgemeinschaft, war die Zukunft des Markts Thema. Er kann deshalb auch keinen Tiefschlag in dem Wegzug der Banken sehen. Sie sei der allgemeinen Entwicklung im Bankengeschäft mit dem Trend zum Onlinebanking geschuldet und nicht Castrop-spezifisch.

Matthias Zimmer sieht in Gastronomie ebenfalls eine Chance für den Markt und die Altstadt. „Die Menschen lechzen danach rauszugehen“, sagt er. Auch er verweist darauf, dass solche Pläne bereits vor Jahren angedacht wurden. Der Marktplatz mit seinen historischen Gebäuden biete das richtige Ambiente.

Gastronomie kann Stadt für Einzelhandel attraktiver machen

Auch der Eigentümer der Hauses, in dem die Deutsche Bank noch wenige Monate ihre Filiale hat, kann sich Gastronomie gut vorstellen. Er habe die Immobilie allerdings erst vor Kurzem übernommen. Konkrete Pläne gebe es deshalb noch nicht, sagt der Castroper auf Anfrage. Eines sei ihm wichtig: Der Marktplatz verfüge über eine hohe Qualität. Das müsse sich auch bei einer künftigen Vermietung widerspiegeln.

Mehr Gastronomie neben dem Leuthold‘s 1910, mehr Menschen, mehr Aufenthaltsqualität: Das kann sich auch auf den Einzelhandel auswirken. Frequentierte Plätze, so erläutert auch Bürgermeister Kravanja, seien ein wichtiges Kriterium bei Standortanalysen. Läuft es auf dem Markt, könnte auch die Altstadt insgesamt interessant für neuen Einzelhandel werden. Leerstände gibt es schließlich genug.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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