Im Garten und auf der Terrasse von Agnes und Jürgen Eitenmüller bildete sich während des Unwetters ein kleiner See. Rechts im Bild ist der vollgelaufene Wassergraben zu sehen. © Eitenmüller
Unwetter

Nachbarn geben Oikos Immobilien Schuld an überschwemmtem Garten

Agnes und Jürgen Eitenmüller aus Castrop-Rauxel sind wütend. Während des Unwetters ist ihr Garten überschwemmt worden. Verantwortlich dafür sei der Eigentümer des Nachbargrundstücks.

Seit vergangenem Mittwochabend ist Jürgen Eitenmüller Besitzer einer Tauchpumpe. 200 Liter Wasser in der Minute schafft das Gerät, 150 Euro hat es gekostet. Für die zugehörigen Schläuche legte Eitenmüller weitere 100 Euro auf den Tisch.

Geld, das er für andere Dinge hätte ausgeben können – wären da nicht das Unwetter und ein wadentiefer See auf der Terrasse gewesen. Dazu kamen ein Feuerwehreinsatz zum Abpumpen im Garten und zuvor der Versuch, selbst zu verhindern, dass Wasser in Haus und Garage strömte.

Das alles kostete Jürgen Eitenmüller und seine Frau Agnes nicht nur Geld, sondern vor allem Nerven. Und da sind sie sich sicher, es hätte verhindert werden können, wenn der Nachbar sein Grundstück besser pflegen würde.

Graben an der Grundstücksgrenze

Das Ehepaar Eitenmüller wohnt in einem Einfamilienhaus zwischen der A42 und dem Castroper Holz. Im Nordosten grenzt ihr Garten an die Geros Tagespflege am Castroper Holz. Direkt hinter der Grundstücksgrenze gibt es einen Ablaufgraben, durch den Regenwasser aus dem Holz zur Autobahn hin abfließt.

„In dem Mergelboden im Castroper Holz kann das Wasser nicht versickern“, erklärt Jürgen Eitenmüller. Deswegen gebe es die Laufrinne.

Dieser Graben macht den Eitenmüllers Ärger. Oikos Immobilien müsse ihn besser pflegen, sagen sie.
Dieser Graben macht den Eitenmüllers Ärger. Oikos Immobilien müsse ihn besser pflegen, sagen sie. © Eitenmüller © Eitenmüller

Als es während des Unwetters am Mittwoch stark regnete, lief der Graben voll – und über. Wasser stand auf der Terrasse, lief in die Garage und drohte auch in den Keller einzudringen.

„Mein Mann stand zwischen den Schlingpflanzen und hat versucht, den Graben freizumachen. In Gummistiefeln ist er da mit fast 80 Jahren hin- und hergerutscht, bis die Feuerwehr kam. Wenn er hingefallen wäre, hätte das übel ausgehen können“, sagt Agnes Eitenmüller. Den Feuerwehrleuten, die das Wasser schließlich aus Garten und Graben abpumpten, sind beide sehr dankbar.

Zugewuchert wie ein Dschungel

„Früher gehörte der Graben der EUV und wurde einmal im Jahr sauber gemacht“, erinnert sich Jürgen Eitenmüller. Jetzt ist der Grundstückseigentümer die Oikos Immobilien GmbH und der Graben sei im Sommer zugewuchert wie ein Dschungel und im Herbst von Laub verstopft, ergänzt seine Frau. Das Wasser könne nicht mehr richtig abfließen. Das ist Agnes und Jürgen Eitenmüller bereits seit Jahren ein Dorn im Auge.

Die Feuerwehr rückte mit zwei Löschfahrzeugen an, um das Wasser aus dem garten der Eitenmüllers in Castrop-Rauxel zu pumpen.
Die Feuerwehr rückte mit zwei Löschfahrzeugen an, um das Wasser aus dem garten der Eitenmüllers zu pumpen. © Eitenmüller © Eitenmüller

„Ich habe zuerst lange versucht, nett mit Herrn Boulbos zu sprechen, um zu überlegen, was wir da gemeinsam machen können. Da ist aber nie etwas passiert“, sagt Agnes Eitenmüller. „Und es ist nicht meine Aufgabe, mit der Heckenschere auf seinem Grundstück aufzuräumen.“ Vor drei oder vier Jahren hätten sie und ihr Mann dann einen Anwalt eingeschaltet. Geholfen habe aber auch das nicht. In den vergangenen zwei Jahren habe in dem graben Wildwuchs geherrscht.

Oikos sagt, man tue seine Pflicht

Oikos-Geschäftsführer Stefan Boulbos sieht die Lage anders. Dass zu seinem Grundstück auch der frühere EUV-Graben gehört, bestätigt er und sagt: „Wir machen dort regelmäßig sauber und drücken uns sicher nicht davor, unsere Pflicht zu tun.“ Ob der Graben heute überhaupt noch eine Funktion habe, wisse er allerdings nicht.

Dass die Firma Oikos Ende vergangener Woche jemanden geschickt habe, um sich den Zustand des Grabens anzusehen, bestätigen die Eitenmüllers. Die Maßnahme kommt ihnen aber zu spät. „Es herrschte die ganze Zeit über Ignoranz. Erst als ich nach dem Unwetter wieder bei Oikos angerufen und gesagt habe, ich hätte Fotos von der Überschwemmung, ist endlich etwas passiert“, sagt Agnes Eitenmüller.

Dass es vorher zu einem Feuerwehreinsatz mit rund zehn Einsatzkräften und zwei Löschfahrzeugen kommen musste, ärgert sie. „Solche Arbeiten muss man präventiv machen.“ Das meiste Gestrüpp habe außerdem die Feuerwehr schon am Abend des Unwetters entfernt. Da sei zwei Tage später kaum noch etwas zu tun gewesen.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky

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