Graffiti sprühen war nur eines der Angebote während der Nacht der Jugendkultur im und vor dem Marcel-Callo-Haus. © Volker Engel
Veranstaltung

Nacht der Jugendkultur: Viel Lob aus Südamerika für Castrop-Rauxel

Kultur überwindet Grenzen und Sprachbarrieren – einmal mehr bei der „nachtfrequenz 21“. Höhepunkt war der Auftritt von Jugendlichen aus Bolivien. Sie finden Castrop-Rauxel einfach „besonders“.

Tanz, Graffiti sprühen, internationale Musik: 150 Besucherinnen und Besucher hatten Spaß bei der „nachtfrequenz21“ am Samstag (25.9.) im Marcel-Callo-Haus. Das Jugendzentrum in der Castroper Innenstadt zieht bald in einen Neubau um. Darum waren die Wände für junge Graffiti-Künstler freigegeben – ganz nach dem Motto „Under Construction Part II“.

Auch auf mobilen Wänden konnten sich die Jugendlichen gestalterisch und legal austoben. „Ich bin erstaunt, was zum Beispiel eine recht junge Gruppe von Dreizehnjährigen zu Stande gebracht hat“, sagt Kosta Daniliidis vom Jugendzentrum BoGis. „Es sind wirklich gute Bilder entstanden.“

Die Nacht der Jugendkultur richten viele Castrop-Rauxeler Jugendeinrichtungen gemeinsam aus. Selbst zu gestaltende T-Shirts mit Foliendruck kamen bei den Jugendlichen ebenfalls gut an. Künstlerin Anna Matzek zeigte gemeinsam mit Jugendlichen eine Videoinstallation.

Eindrucksvolles Theater

Höhepunkt des Abends war das eindrucksvolle Theater der Kinderkulturkarawane. Das Teatro Trono aus Bolivien war für einige Tage in Castrop-Rauxel und Herne zu Gast. In der „nachtfrequenz 21“ führte es „Das Land, in dem es kein Unrecht gibt“ auf.

Gemeinsam Grenzen zu überwinden ist die Leitidee des Stücks. In die Mischung aus Pantomime, musikalischen Einlagen und Forumtheater wurde das Publikum einbezogen, um soziale und gesellschaftliche Fragen zu stellen.

Höhepunkt der
Höhepunkt der „nachtfrequenz 21“ war der Auftritt des Teatro Trono aus Bolivien. © Volker Engel © Volker Engel

Für die jungen Mitglieder der Kinderkulturkarawane bedeutet die Teilnahme am Teatro Trono ein Überschreiten persönlicher, aber auch kultureller Grenzen. Das Teatro entstand vor 30 Jahren, um Straßenkindern Möglichkeiten zur Teilhabe zu eröffnen. Der Austausch mit dem Publikum in anderen Ländern bereichert die Erfahrung der Jugendlichen – auf und vor der Bühne.

Castrop-Rauxel ist besonders

„Castrop-Rauxel ist für uns so besonders, weil es Ruhe ausstrahlt. Das viele Grün in der Stadt, die Menschen, die nach dem ersten Abwarten ihre Herzen öffnen und interessiert sind – das macht für uns den Aufenthalt aus“, sagen Mitglieder der Gruppe. „Und dass man Wasser einfach aus der Leitung trinken kann“, fügt ein Ensemble-Mitglied lachend hinzu.

Weitere Begegnungen hatten die Mitglieder des Teatro Trono mit Schülern im Berufsbildungszentrum in Dingen sowie beim Austausch mit dem Kinder- und Jugendparlament. Auch an Aktionen zum Klimaschutz nahm die Gruppe teil.

Ermöglicht wurden die Auftritte der Kinderkulturkarawane durch die finanzielle Unterstützung der Sparkassenstiftung, die seit Jahren das Austauschprogramm lokal unterstützt. Das Eine-Welt-Zentrum Herne hatte in Kooperation mit der Volkshochschule Castrop-Rauxel und dem Kulturbüro den Besuch organisiert.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp

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