Auf dem alten Hermecke-Gelände zwischen Emschertalbahn (oben rechts), der Firma Reimex (oben links) und der Bebauung an der Bladenhorster Straße und am Messenkamp soll ein neues Baugebiet entstehen, wo heute Wohnmobile und Wohnwagen parken. © RVR 2020 Aerowest
Neue Pläne

Neue Häuser auf Gewerbebrache: Gute Aussichten für Bau-Interessenten

Gute Nachricht für Castrop-Rauxeler, die ein Einfamilienhaus haben wollen: Das nächste Baugebiet soll jetzt kommen. Unter anderem mit rund 40 freistehenden Häusern, Doppel- und Reihenhäusern.

Bauland ist ein knappes Gut in Castrop-Rauxel. Mit dem Beerenbruch-Viertel an der Recklinghauser Straße in Ickern, dem Gelände rund um die alte Eiche an der Heerstraße in Habinghorst und dem Erin 5-Gelände an der Pallasstraße in Dorf Rauxel stehen quasi die letzten drei großen Wohnbauflächen gerade vor der Realisierung.

Eine Dortmunder Firma plant zudem ein Baugebiet auf einer Grabelandfläche an der Herderstraße in Ickern. Das ist aber anscheinend noch Zukunftsmusik. Nun aber kommt eine gute Nachricht aus Castrop/Behringhausen für Bau-Interessenten.

Die Firma Hermecke GmbH & Co. KG, früher ein großes Rohrbauunternehmen, möchte das längst aufgegebene Firmengelände zwischen Emschertalbahn, dem Reinex-Gelände, dem Messenkamp-Wohngebiet und der Bladenhorster Straße in ein Wohngebiet umwandeln und hat einen entsprechenden Antrag an die Stadt gestellt.

Zwischen Emschertalbahn und Bladenhorster Straße

Heute wird das Gelände lediglich als Abstellplatz für Wohnmobile und Wohnwagen genutzt. Eine Verschwendung angesichts der hohen Nachfrage nach Flächen in der Stadt. Und eine gute Gelegenheit, keine zusätzlichen Flächen zu verbrauchen, sondern ehemalige Gewerbe- in Wohnbaufläche umzuwidmen.

Laut Verwaltungsvorlage eigne sich die Fläche „mit ihrer attraktiven Lage in Nähe zum Stadtzentrum und unmittelbar angrenzend zu bestehenden Wohngebieten für eine Wohnbau-Entwicklung.“ Der hohen Nachfrage nach Wohnbauflächen könne mit einer Entwicklung des Gebietes zügig begegnet werden, und die umliegenden Wohnquartiere würden städtebaulich aufgewertet. Eine allgemeine Win-win-Situation also.

Auf dem alten Hermecke-Gelände sollen 40 Wohneinheiten in Einfamilienhäusern (freistehend, als Doppel- und Reihenhäuser) und 35 Wohneinheiten in Mehrfamiienhäusern realisiert werden, so die erste Planung.
Auf dem alten Hermecke-Gelände sollen 40 Wohneinheiten in Einfamilienhäusern (freistehend, als Doppel- und Reihenhäuser) und 35 Wohneinheiten in Mehrfamiienhäusern realisiert werden, so die erste Planung. © Quelle Stadt © Quelle Stadt

In Fortsetzung des südlich angrenzenden Wohngebietes um den Messenkamp soll ein Allgemeines Wohngebiet entwickelt werden. Die städtebauliche Gestalt orientiert sich mit einer zweigeschossigen Bebauung und einer Mischung aus Einzel-, Doppel-und 3er-Reihenhäusern sowie zur Bladenhorster Straße hin mit Geschosswohnungsbau am Umfeld. Über die ehemalige Betriebszufahrt soll es an die Bladenhorster Straße angebunden werden.

Eine erste städtebauliche Konzeptidee sieht auf dem Gelände rund 35 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau und etwa 40 Wohneinheiten im Einfamilienhausbereich vor. Die Firma Hermecke will dabei zunächst als Vorhabenträger auftreten, die Fläche aber zu einem späteren Zeitpunkt an einen anderen Investor veräußern.

Die Linke fordert Anteil für geförderten Wohnungsbau

Die Linke-Fraktion im Rat hat auf die Planung bereits mit einem Antrag reagiert. Wie Linken-Politiker Meinolf Finke schreibt, erhoffe sich der Investor von einer Bebauung aus Einzel-, Doppel- und 3er-Reihenhäusern die höchste Rendite. Die Verwaltung aber wisse um die Problematik fehlender bezahlbarer Wohnungen in Castrop-Rauxel.

Daher verlangt die Linke in ihrem Antrag, „dass dem Investor auferlegt wird, 30 Prozent der geplanten Wohnfläche für den geförderten Wohnungsbau zu reservieren“. Weiter wird die Verwaltung aufgefordert, bei künftigen Beratungen mit Wohnbau-Investoren darauf hinzuweisen, dass in Castrop-Rauxel verstärkt sozialer Wohnungsbau gewünscht werde.

Da der Investor an diesem Standort eine Bebauung mindestens mit dem KfW-40-Standard vorsieht und durch die Umwandlung Fläche in nennenswertem Umfang entsiegelt werden dürfte, dürfte der Umweltgedanke dagegen zur allgemeinen Zufriedenheit bedient werden. Zumal die Häuser günstig für thermische Solaranlagen und Photovoltaik-Anlagen ausgerichtet werden sollen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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