Das Pflaster auf der Straße Am Markt soll bis Ende Oktober komplett ausgetauscht werden. © Rebekka Wölky
„Hochleistungs-Steine“

Neues Pflaster am Castroper Markt „funktioniert wie Tesafilm“

Die ersten Quadratmeter des neuen Betonpflasters in der Straße Am Markt liegen. Der EUV erklärt, was die neuen Steine so besonders macht. Und warum sie besser sein sollen als die alten.

Nachdem das 2017 gelegte Pflaster am Castroper Marktplatz nun jahrelang für Aufregung gesorgt hat, lässt der EUV es jetzt an der Straße Am Markt austauschen. Seit Montag (11.10.) ist ein Teil der Straße gesperrt. Zwischen der Einmündung Am Stadtgarten und der Sparkasse sind die alten Pflastersteine – Granit mit Fuge – mittlerweile verschwunden.

Sie hatten der Belastung durch Lastwagen an Markt- und Kirmestagen nicht standgehalten und sich immer wieder gelockert. Ersetzt werden sie jetzt durch fugenlose Steine aus Beton.

Gummi statt Fugenmasse

Das Besondere an diesen neuen Betonsteinen ist der zwei Millimeter dicke Gummimantel, der sie umhüllt und die Fugen ersetzt. „Ich sage immer: Das funktioniert wie Tesafilm. Die Steine werden direkt nebeneinander gelegt und kleben mit dem Gummi aneinander“, sagt EUV-Vorstand Michael Werner am frühen Donnerstagnachmittag vor Ort am Castroper Marktplatz.

So sieht der Gummimantel aus, der die einzelnen Pflastersteine am Castroper Marktplatz umhüllt.
So sieht der Gummimantel aus, der die einzelnen Pflastersteine umhüllt. © Rebekka Wölky © Rebekka Wölky

Die ersten Quadratmeter des dunkelgrauen Pflasters liegen zu diesem Zeitpunkt schon. Bis Ende Oktober soll alles fertig sein. „Zwischen zwei Steinen liegen immer vier Millimeter Gummi. Das macht das Ganze elastisch und wasserundurchlässig. Die Fugen sind immer der Schwachpunkt eines Pflasters, auf den verzichten wir jetzt komplett“, erklärt Bauleiter Michael Friedrich vom EUV.

Durch die harten Fugen fehlte es dem Granitpflaster an Elastizität. Wenn die schweren Lastwagen darüber fuhren, geriet es in Bewegung, die Steine zerrieben das unnachgiebige Fugenmaterial. Es rieselte in die Bettung, die Steine hatten keinen Halt mehr und klapperten.

Die neuen Pflastersteine sind außerdem zwei Zentimeter höher als die alten und haben pro Stein weniger Oberfläche. Das bringe noch mehr Stabilität, sagen die Fachleute.

Das Fundament ist in Ordnung

„Wir haben hier durch den Markt- und Kirmesbetrieb die höchsten Anforderungen, die man überhaupt an ein Pflaster haben kann“, sagt stellvertretender EUV-Vorstand Thorsten Werth-von Kampen. Die neuen Steine entsprechen deshalb der höchsten Bauklasse und wurden 15 Monate lang unter anderem in der Einfahrt des großen neuen Recht-Logistikzentrums am Deininghauser Weg getestet. Bisher klappert dort nichts, wie unsere Redaktion vor Ort nachprüfte.

Den Unterbau aus Frostschutzschicht, Tragschicht und Bettungsmaterial tauscht der EUV nicht aus. „Das ist alles völlig intakt, darauf könnte man auch eine Autobahn bauen“, sagt Friedrich. „Das Problem lag nur in den oberen acht Zentimetern des Pflasters.“

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky

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