„Dat Ickerner Eck“ kümmert sich um Menschen „in besonderen sozialen Schwierigkeiten“ - unter anderem auch um Obdachlose. Ein paar von ihnen werden nun geimpft. © Volker Engel
Coronavirus

Obdachlose aus Castrop-Rauxel erhalten in dieser Woche ihre Impfung

Die ersten Obdachlosen aus Castrop-Rauxel erhalten in dieser Woche die Corona-Impfung. Die Aktion ist haarklein geplant. Wann genau sie stattfindet, soll allerdings geheim bleiben.

In Dortmund, Wuppertal oder Oberhausen hat es längst begonnen. Wohnungslose, die mögen, können sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Extra organisierte Impfaktionen ermöglichen dies. In Castrop-Rauxel ist Ähnliches geplant.

Klar ist, dass mit dem Impfstoff der Firma Johnson & Johnson geimpft werden soll. Da ist schließlich nur eine Impfung notwendig, kein zweiter Impftermin, der wahrgenommen werden muss. Besonders gut für die Gruppe der Wohnungslosen, bei denen es schwieriger ist als bei anderen Gruppen, im Vorfeld einen festen zweiten Impftermin zu vereinbaren.

So wird es gemeinhin gesehen, und so erklärt es auch Lena Heimers vom Kreis Recklinghausen. Dass die Ständige Impfkommission das Vakzin von Johnson & Johnson nach aufgetretenen Thrombose-Fällen zuvorderst den Ü60-Jährigen empfiehlt, ändere nichts daran.

„Wir sollen Johnson & Johnson verwenden“, erklärt Heimers. „Die Impfung ist völlig freiwillig. Für das Land NRW überwiegt der Nutzen das geringe Risiko. Wichtig ist aber, dass die Ärzte vor der Impfung aufklären.“ Ganz so wie es überall sonst gilt.

Obdachlose werden in Datteln geimpft

„Die Impfung der Obdachlosen erfolgt organisatorisch über die Einrichtungen, die in der Betreuung von Obdachlosen tätig sind und daher einen guten Kontakt zu dieser Personengruppe haben“, erklärt der Kreis Recklinghausen darüber hinaus.

„Sie können über uns den Impfstoff bestellen“, heißt es weiter. Das für die Impfung nötige Personal – also vor allem einen Arzt respektive eine Ärztin – sollten die Einrichtungen dann „eigenständig“ oder „in Absprache“ mit der Kassenärztlichen Vereinigung organisieren.

So hat es die Stiftung Bethel gemacht. Der Impfstoff wurde beim Kreis bestellt. In dieser Woche sollen erste Obdachlosen aus Castrop-Rauxel geimpft werden, erklärt Michael Wiese von der Diakonie im Kirchenkreis Recklinghausen.

Gemeinsam mit der Stiftung Bethel betreibt die Diakonie das Projekt „Dat Ickerner Eck“, das sich seit 2015 um Menschen „in schwierigen Lebenssituationen“ kümmert.

Circa 30 Personen sollen geimpft werden

Wiese erklärt: „Unsere Leute vor Ort haben häufig Kontakt zu den Wohnungslosen – so wurde denn auch der Termin bekannt.“ Wiese mag nicht genau sagen, wann der stattfindet, „sonst stehen nachher Leute da, die keinen Termin haben“.

Doch er erläutert: „Geimpft werden soll in Datteln.“ Wie unsere Redaktion erfuhr, wird mit rund 30 Personen geplant, „drei bis fünf“, so Wiese „aus Castrop-Rauxel“. Sie sollen mit dem Bus fahren und dann die schützende Impfung erhalten.

Ob noch weitere Impftermine geplant seien? Wiese verneint. „Erstmal haben wir nur die eine Aktion auf dem Zettel.“ Das heiße aber nicht, dass es die letzte bleibe. „Wir werden sehen.“

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß
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