Aus dem Real an der Siemensstraße wird ein Globus. Der Wechsel von Real zu Globus kostet auch viele kleine Händler nun ihren Standort. © Globus SB-Warenhaus Holding GmbH
Umzug

Real-Ende reißt viele kleine Händler in Castrop-Rauxel mit ins Verderben

Real schließt, Globus übernimmt. Für einige Händler, die bisher in dem Markt eigene Läden betreiben, bedeutet das auch das Aus. Wir haben nachgehört, wer bleiben kann und wer gehen muss.

Der Real-Markt an der Siemensstraße in Habinghorst schließt zum 14. Januar 2022. Dann wird der Real vom Globus SB-Warenhaus übernommen. Die Übernahme bedeutet nicht nur für den Stand des ,,SK Feinkost“-Ladens das Aus, sondern auch für andere kleine Geschäfte im Vorkassenbereich des Real-Marktes.

,,Uhren Schmuck brillant“ ein paar Türen weiter muss ebenfalls schließen. Mit der Schließung verliert nicht nur Elisabeth Schnettler ihren Job, auch ihre zwei Angestellten werden durch die Übernahme arbeitslos. ,,Ich bin seit 25 Jahren selbstständig und 24 Jahre davon bin ich hier an dem Standort. Finanziell lohnt sich ein Neuanfang für mich nicht und einen neuen Standort zu finden ist auch mit sehr viel Arbeit verbunden“, erzählt die 63-jährige.

Ungewiss ist die Situation für Sabine Otto. Sie hat noch keine Zusage seitens Globus für ihr Kleidungsgeschäft bekommen. ,,Ich finde die Situation einfach nur traurig“, erzählt die 58-jährige. Genau wie ihre Kollegin hat sie Sorge, ihre Existenz zu verlieren.

Auch Ernstings Family muss gehen

Auch Ernstings Family muss den Markt an der Siemensstraße verlassen. Auf Anfrage bestätigte man bei der Kette, dass Globus den Vertrag zum Ende des Jahres einseitig gekündigt habe. Man suche jetzt nach einer Möglichkeit, die Filiale trotzdem in Castrop-Rauxel zu erhalten.

Das Reisebüro und der Schlüsseldienst dürfen dagegen offenbar an der Siemensstraße bleiben. Laut einer Mitarbeiterin der Textilreinigung Schneider darf die Reinigung ebenfalls ihren Standort behalten, man sei sich aber noch nicht ganz sicher. Der Vodafone-Shop ist noch im Gespräch mit Globus bezüglich der Übernahme.

Fischimbiss und Metzgerei werden auch nicht bleiben

Der Fischimbiss dagegen wird nicht bleiben. Und auch die Metzgerei Jedowski muss ihren Laden an der Siemensstraße aufgeben. Wahrscheinlich bekommt die Metzgerei, genau wie ,,SK Feinkost“, aber einen neuen Standort in Castrop-Rauxel. Sicher ist das aber wohl auch noch nicht.

Die Globus-Kette selbst bestätigte auf Anfrage, dass „die bestehenden Mietverträge der Konzessionäre von Real gekündigt“ wurden. Kai Haeder, verantwortlich für den Bereich Integrationsmanagement und Vermietung bei Globus SB-Warenhaus: „Aufgrund der Geschäftsaufgabe wurden die bestehenden Mietverträge der Konzessionäre von Real gekündigt. Mit einigen Mietern am Standort führen wir derzeit erste Gespräche. Als produzierender Händler sind wir auf der Suche nach Konzessionären, die unser Sortiment zukünftig ergänzen und das Angebot für unsere Kunden in der Region bereichern werden.“

Globus setzt selbst auf Bäckerei, Metzgerei und Gastronomie

Da man den Standort über einen Zeitraum von neun Monaten grundlegend „revitalisieren und unter anderem eine Vollproduktion mit Globus-typischen Produktionsbereichen für Meisterbäckerei, Fachmetzgerei und Gastronomie einbauen“ werde, soll sich insbesondere der Bereich in der Vorkassenzone stark verkleinern. Hader: „Das hat zur Folge, dass wir nicht alle bisherigen Mieter im Markt übernehmen können.“

Noch einmal aber betonte die Globus-Kette in diesem Zusammenhang, dass man die 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Real übernehmen und die Arbeitsplätze am Standort erhalten werde.

Die Globus-Gruppe betriebt neben 47 SB-Warenhäusern in Deutschland 97 Globus Bau- und Elektrofachmärkte sowie 32 Globus Hypermärkte in Tschechien und Russland. In seinen deutschen SB-Warenhäusern beschäftigt Globus derzeit rund 19.000 Mitarbeiter und macht nach eigenen Angaben einen Umsatz

von 3,38 Milliarden Euro (2019/2020).

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