Einige Kitas schicken bei leichten Erkältungssymptomen Kinder nach Hause. Andere sind da offener. © Mascha Brichta / dpa
Kinderbetreuung

Schnupfen – und nun? Wie Kitas und Eltern während Corona mit Infektionen umgehen

Es ist die Frage, die sich Eltern in vielen Familien stellen: Kann ich das Kind mit Schnupfen in die Kita bringen oder nicht? Wir haben Kitas in Castrop-Rauxel gefragt, welchen Umgang sie pflegen.

Es ist ein heikles Thema, gerade angesichts der Corona-Pandemie und der neuen Welle an Infektionskrankheiten: Was tun, wenn das Kind eine Erkältung hat? Muss es direkt zu Hause bleiben? Müssen berufstätige Eltern also beim Arbeitgeber einen Kinderkrankenschein einreichen?

Dass die Erkältungswelle da ist, ist unstrittig. Das bestätigt auch ein Dortmunder Kinderarzt, der im Interview gegenüber unserer Redaktion ganz unzweideutig sagt: „Schickt die Kinder auch mit Schnupfen zur Kita und Schule!“

„Ein heikles Thema“, findet Miriam Leidag-Tietze, Leiterin zweier Kitas der Caritas in Ickern und Habinghorst: „Ja, wir nehmen Kinder, die einen Schnupfen haben, aber wir bitten Eltern auch, das am besten einen Tag lang selbst zu beobachten und dann eventuell auch beim Arzt abklären zu lassen.“

„Das ist doch wie jedes Jahr“

Barbara Jahn von der Rauxeler / Habinghorster Kita Kinderplanet ist da hingegen ganz entspannt: „Das ist doch gerade wie immer, wie jedes Jahr: Wir erleben die ganz normale herbstliche Erkältungswelle.“ Sie erklärt das Vorgehen in ihrer Kita so: „Wenn die Kinder nicht fiebern, dann können die Eltern sie bringen. Wir haben Taschentücher da. Das Immunsystem muss bei vielen Kindern neu trainiert werden, das gehört nun einmal dazu.“

Die Kita Kinderplanet in Rauxel hat eine klare Devise: Die Kinder dürfen auch kommen, wenn sie (leicht) erkältet sind.
Die Kita Kinderplanet in Rauxel hat eine klare Devise: Die Kinder dürfen auch kommen, wenn sie (leicht) erkältet sind. © Tobias Weckenbrock (A) © Tobias Weckenbrock (A)

Aber haben Erzieherinnen nicht Angst vor Ansteckung? „Mit Blick auf die Corona-Gefahr verteilen wir ja nach wie vor die Selbsttests und verlassen uns da auf die Eigenverantwortung der Eltern“, sagt Barbara Jahn. „Und alle unsere Mitarbeiterinnen sind gegen Corona geimpft.“

„Fieber ist bei uns ein No-Go“

Miriam Leidag-Tietze von der Caritas sieht ihre Mitarbeiterinnen da aber ebenso in der Verantwortung wie die Einrichtung insgesamt: „Nach dem Selbsttest oder einem Corona-Test beim Arzt kommen die Kinder natürlich auch mit Schnupfen zu uns. Nur Fieber ist bei uns ein No-Go, da müssen die Kinder 24 Stunden beschwerdefrei sein, ehe sie wiederkommen dürfen.“ Man wolle den Bedarfen der Eltern gerecht werden, gerade vor dem Hintergrund des vergangenen Jahres, in dem die Pandemie den Familien viele Sonderbelastungen abverlangt hat.

An der Oskarstraße in Habinghorst ist diese Caritas-Kita zu Hause.
An der Oskarstraße in Habinghorst ist diese Caritas-Kita zu Hause. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Derzeit seien am Meisenweg in Ickern und an der Oskarstraße in Habinghorst viele Kinder erkältet, viele Eltern aber auch sehr verantwortungsbewusst im Umgang mit den Erkrankungen. „Bei den Erziehern sehen wir aber zurzeit noch keine großen Ausfälle“, sagt sie. Und im Kinderplanet? „Alles gut“, sagt Barbara Jahn. „Bei uns sind alle Kinder da.“

41 Kitas gibt es in Castrop-Rauxel laut städtischer Auflistung. 7 sind in Trägerschaft der Stadt selbst. Dort sind die Regeln noch etwas strenger als bei der Caritas: „Tritt ein typisches Symptom bei einem Kita-Kind auf, ist es für 24 Stunden nicht in die Einrichtung zu bringen“, sagt Pressesprecherin Nicole Fulgenzi. Vor allem Fieber, aber auch Husten und Schnupfen fallen darunter.

Und danach? „Kommt kein weiteres Symptom dazu, kann das Kind nach einer Selbsttestung durch die Eltern wieder die Einrichtung besuchen“, sagt Fulgenzi. Die Tests bekommen Eltern ohnehin regelmäßig von der Kita. Sie müssen das negative Testergebnis dann schriftlich auf einem einfachen Formular mit ihrer Unterschrift bestätigen.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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