Um mögliche häusliche Gewalt ist es jetzt vor dem Castrop-Rauxeler Amtsgericht gegangen. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Häusliche Gewalt

Schwere Vorwürfe seiner Ex-Frau bringen Castrop-Rauxeler vor Gericht

Ein Mann soll seine Ex-Frau gewürgt haben. So heftig, dass es sogar zu einem Gerichtstermin kommt. Doch dort streitet der Mann alles ab - und auch die Polizei hat Zweifel.

Wenn sich ein Ehepaar trennt, kommt es oft zu Streit. Schlimm, wenn dabei die Kinder im Fokus stehen. Wie im vorliegenden Fall, der jetzt vor dem Amtsgericht Castrop-Rauxel geschildert wurde.

Der 33-jährige Angeklagte soll seine Ex-Frau gewürgt haben. Das sagte die 28-Jährige im März 2020 der Polizei, die sie aus dem Bad zu Hilfe rief, in dem sie sich verbarrikadiert hatte.

Der Ex-Mann streitet das ab, vermutet dahinter eine weitere Variante im Ehekrieg, bei dem es vor allem um das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die beiden gemeinsamen Kinder ging. Das Jugendamt hatte den Sohn dem Vater, die Tochter der Mutter zugesprochen.

Mann: Ich habe die Mutter meiner Kinder nicht angegriffen

Er habe am fraglichen Tag lediglich die Versichertenkarte für seinen Sohn holen wollen, sagte er und beteuerte, die Mutter seiner Kinder nicht angegriffen zu haben.

Das hielt auch die Polizei für möglich. Er habe spontan das Gefühl gehabt, dass die Geschichte nicht stimme, sagte ein 47-jähriger Beamter, der beim Einsatz dabei war. Minimale Rötungen seien zu sehen gewesen, die man sich auch selbst hätte zufügen können.

Sein Mandant habe gar keinen Grund zum Ausrasten gehabt, sagte der Verteidiger des Angeklagten. Schließlich hatte das Jugendamt alles geklärt. Seiner Forderung nach Freispruch kam der Richter nach. Niemand könne wissen, wie es wirklich war.

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Redaktion Castrop-Rauxel
Ich bin seit etlichen Jahren als freie Mitarbeiterin für die Lokalredaktion tätig, besuche regelmäßig Gerichtsverhandlungen, um darüber zu berichten, und bin neugierig auf alles, was in Castrop-Rauxel passiert.
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