Zurückgelassene Flaschen und Müll an der Agora in Castrop-Rauxel. © Nina Kaiser
Kriminalität

Ständig Vandalismus an der Agora: „Wir denken über eine Nachtwache nach“

Immer wieder wird das Kulturzentrum Agora Opfer von Vandalismus. Beim neuesten Vorfall haben die Täter Drogen am Tatort zurückgelassen, die für Kinder eine ernste Gefahr sind.

Angekokelte Stühle, umgeknickte Schilder und jede Menge Abfall. Seit Monaten hat die Agora in Ickern ein Problem mit Vandalismus und Müll. Thorsten Schnelle von der Agora: „Das ist sehr ärgerlich. Wir haben hier ein dauerhaftes Problem.“

Mittlerweile gibt es für das Gelände sogar ein Betretungsverbot. Das bringt aber offenbar nicht viel. In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben wieder einige Menschen eine wilde Party an der Agora gefeiert und neben jeder Menge Müll und leeren Bierflaschen auch kleine Filmtabletten zurückgelassen.

Bei den Tabletten handelt es sich um Tilidin. Eigentlich ist Tilidin ein starkes Schmerzmittel. Mittlerweile wird es wegen seiner beruhigend und enthemmend Wirkung aber auch als Droge missbraucht. Besonders unter jungen Menschen ist das Medikament beliebt. Thorsten Schnelle von der Agora sagt: „Wir versuchen natürlich immer das alles zeitnah zu entfernen.“ Aber gerade für Kinder seien solche Überreste natürlich gefährlich.

Mehrere Tilidin-Tabletten wurden an der Agora zurückgelassen. © Nina Kaiser © Nina Kaiser

Auf Facebook sorgen die Bilder des Vandalismus für Diskussionen. Die einen zeigen Verständnis für den jugendlichen Partydrang, die anderen sind fassungslos. Ein Nutzer schreibt: „Nichts dagegen, wenn man mal ein bisschen feiert, aber man kann doch wohl wenigstens seinen Müll mitnehmen.“

Eine andere Nutzerin verurteilt die Taten zwar, hat aber auch Verständnis: „Wo sollen sie denn hin, Jugendzentren sind weggesperrt worden und das schon vor Corona, jetzt durch Corona hat alles zu. Das soll keine Entschuldigung sein für ihre Taten aber erklärt vielleicht einiges.“

Das Schild vor dem Eingang der Agora wurde vor einigen Wochen eintreten.
Das Schild vor dem Eingang der Agora wurde vor einigen Wochen eintreten. © Agora © Agora

Auch für Thorsten Schnelle wären die feiernden Jugendlichen an sich kein Problem, wenn sie eben alles wieder mitnehmen und nichts zerstören würden. Gerade in den vergangenen Wochen würden sich aber die Vorfälle extrem häufen. Erst vor Kurzem wurde das große Schild im Eingangsbereich eingetreten und verbeult. Thorsten Schnelle: „Das ist alles ohne Sinn und Verstand.“

Zaun ist keine Option

Eine Einzäunung des Geländes kommt nicht infrage: „Es soll ja alles offenbleiben. Alle vier Seiten einzuzäunen wäre so gut wie unmöglich.“ Für Anwohner oder Spaziergänger würde die Einzäunung lange Umwege bedeuten. Außerdem bezweifelt Schnelle die Wirksamkeit eines Zaunes: „Die klettern dann am Ende einfach drüber.“ Mittlerweile hat der Hausmeister die Order bei allen abendlichen Störungen sofort die Polizei zu rufen: „Da müssen dann Platzverweise ausgesprochen werden. Anders wissen wir uns nicht mehr zu helfen.“

Die Agora überlegt nun an eine weitere Maßnahme, die aber ebenfalls nicht ganz billig wäre: „Wir denken über eine Nachtwache nach. Das kann keine dauerhafte Lösung sein.“ Durch das konsequente Anzeigen aller Taten sollen die Vandalen schnell gefasst werden.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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