Biker und Boarder machen den Leo vorm ASG sauber. Mit dabei: Florian Pätzold, ehemaliger Bürgermeisterkandidat und selbst leidenschaftlicher Radfahrer. © Natascha Jaschinski
Putzaktion

Stolperfallen beseitigen: Boarder und Biker machen ihren Leo sauber

Sie wollen keinen Müll mehr an ihrem beliebten Treffpunkt: Junge Mountainbiker und Skateboarder haben den Leo vorm ASG geputzt. Damit es schön aussieht und weniger gefährlich ist.

Eigentlich seien sie mehr, sagen sie. Eher eine Truppe von 20 bis 25 jungen Leuten, die sich regelmäßig und vor allem am Wochenende auf dem Leo vor dem Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG) in der Castroper Altstadt trifft.

Zum Boarden und Biken. An diesem Dauerregen-Pfingstsamstag (22.5.) hat sich nur eine Handvoll Jungs versammelt. Und auch nicht zum Skaten oder Mountainbike-Fahren, sondern zum Putzen.

So stehen die Bikes und Boards am Rand und die Jungs mit Besen und Kehrblech im Rondell. Florian Pätzold ist auch da, ehemaliger Bürgermeisterkandidat in Castrop-Rauxel und aktiv im Verein Deutsche Initiative Mountainbike. Doch darauf angesprochen, winkt er ab. In offizieller Funktion sei er nicht gekommen. Die Jungs hätten ihm von ihrer Idee erzählt, und er schaue, dass alles klappt. „Wie eine Art Mentor.“

Steine und Stöcke als Stolperfalle

Initiator der Putzaktion ist jemand anderes: Leif, 13 Jahre jung, Skateboarder. „Wir sind so gern hier draußen am Leo“, sagt er. Hier könne man ungestört boarden. „Aber noch besser fahren können wir, wenn alles sauber ist.“ Er zeigt auf das, was er schon zusammengefegt hat: kleine Steine und kleine Stockreste der vielen umliegenden Bäume. „Über die stolpert man schnell“, sagt Leif..

Und das kann gefährlich werden: Denn auch einige Scherben hat Leif schon angehäuft, ein abgebrochener Flaschenhals ist dabei, eine zusammengedrückte Gabel. In die will man nicht fallen. Und auch nicht fahren: „Viele von uns haben nach dem Wochenende einen Platten“, so Leif.

Er hatte die Idee zum Großputz: Leif, 13 Jahre, Skateboarder.
Er hatte die Idee zum Großputz: Leif, 13 Jahre, Skateboarder. © Natascha Jaschinski © Natascha Jaschinski

Pätzold: Wir boarden hier, wir kümmern uns aber auch

Dass hin und wieder mal Müll von den Boardern selbst auf dem Boden landet, will er gar nicht verhehlen. „Wir sind keine Unschuldslämmer.“ Daher gehe man jetzt mit gutem Beispiel voran. „Es wäre schön, wenn alle darauf achten, dass es sauber ist“, wünscht sich Leif.

Beschwerden über die jungen Biker und Boarder habe es nicht gegeben, betont Florian Pätzold eigens. Trotzdem wolle man mit der Putzaktion auch den Anwohnern zeigen: Wir boarden hier, wir hören Musik dabei, aber wir kümmern uns auch und „hinterlassen alles schön sauber“. Es soll nicht bei einer einmaligen Aktion bleiben. Stattdessen soll sie regelmäßig wiederholt werden.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
Zur Autorenseite
Natascha Jaschinski