Gerhard Kischkat vor dem nicht asphaltierten Straßenschlitz. Monatelang hatte er den Verantwortlichen hinterhertelefoniert. © Nora Varga
Schotterpiste

Straße in Ickern nach Bauarbeiten monatelang nicht wieder asphaltiert

Für Reparaturen an einer Laterne wurde eine Straße in Ickern aufgerissen. Monatelang wird die Straße nicht wieder asphaltiert, bis es plötzlich doch ganz schnell geht.

Eigentlich hatte sich Gerhard Kischkat sehr gefreut. An der Horststraße in Ickern wurde eine zusätzliche Straßenlaterne von Westnetz aufgestellt. Doch die Freude war für den Castrop-Rauxeler nur von kurzer Dauer. Als an der Laterne ein Kabelfehler auftritt, muss die Straße aufgerissen werden. Die Reparaturen an der Laterne werden durchgeführt. Das war im Januar 2020.

Doch statt die Straße wieder zu asphaltieren, wird die Stelle nur mit Schotter provisorisch abgedeckt. Gerhard Kischkat: „Durch den Frost im Boden wurde der Straßenschlitz mit Schotter aufgefüllt und man sagte uns, nach der Frostperiode wird die Straße wiederhergestellt.“ Doch es tut sich nichts.

Im April greift Kischkat zum Hörer und telefoniert seit dem immer wieder hinter der Fertigstellung der Straße her. Erst bei der Stadt, dann beim EUV und dem Energiebetreiber Westnetz. Immer wieder wird er von einer Stelle zur Nächsten verwiesen: „Da fühlt sich einfach keiner zuständig und keiner hilft einem.“ Immer beteuert man die Anfrage weiterzuleiten oder sich zu erkundigen, Rückrufe habe Kischkat aber nie bekommen.

Nach Bauarbeiten hatte Westnetz es versäumt die aufgerissenen Teile der Straße wieder zu reparieren.
Nach Bauarbeiten hatte Westnetz es versäumt die aufgerissenen Teile der Straße wieder zu reparieren. © Nora Varga © Nora Varga

Die aufgerissene und nur notdürftig geflickte Straße wird für die Anwohner zu einem echten Ärgernis. Denn genau an der betroffenen Stelle führt die Horststraße einen Abhang hinunter. Durch den Autoverkehr und bei Regen wird der Schotter einfach ausgespült und rutscht die Straße runter. „Wir haben das dann mehrfach wieder da rein gefegt, aber es wird nicht besser. So kann das nicht bleiben.“ Insbesondere bei den Unwettern im Juni habe der starke Regen den Anwohnern zu schaffen gemacht. Da sich nach Monaten des Telefonierens und Wartens nichts tut, zieht Gerhard Kischkat sogar in Erwägung die Stelle kurzerhand selbst zu asphaltieren.

Anfrage setzte Westnetz unter Druck

Als unsere Redaktion eine Anfrage an die zuständigen Behörden stellt, geht es dann aber plötzlich ganz schnell. Keine zwei Tage nach der Anfrage meldet sich die Pressesprecherin von Westnetz, Katrin Frendo: „Die Baugrube im Bereich Horststr. 37-39 wurde heute asphaltiert.“ Auch sie begründet die Verzögerung mit dem „harten Winter“, der mehrere Monate für eine Verschiebung der Arbeiten gesorgt hat.

Dass nach der Frostperiode ab April auch nichts geschah, sei wohl der Fehler einer Firma gewesen, die Westnetz für die Arbeiten eingesetzt hatte: „Der von Westnetz beauftragte Dienstleiter hat es dann versäumt, die Arbeiten zeitnah nachzuholen. Das Unternehmen bittet, die Verzögerung zu entschuldigen.“

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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