Das Impfangebot für Kinder wird gut angenommen. © picture alliance/dpa
Impfungen

Trotz Impf-Flaute: Große Nachfrage nach Impfungen für Kinder in Castrop-Rauxel

Seit Ende Juli impft das Impfzentrum in Recklinghausen Kinder zwischen 12 und 15 Jahren. Mehrere Hundert Kinder wurden bereits geimpft. Eine Castrop-Rauxeler Kinderarztpraxis sieht einen Trend.

Seit Mittwoch (28.7.) ist es soweit: Kinder ab 12 Jahren können im Impfzentrum in Recklinghausen geimpft werden – obwohl es immer noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt. Und das Impf-Angebot wird gut angenommen.

Mehrere Hundert Kinder sind nach Angaben des Kreises bereits im Recklinghauser Impfzentrum geimpft worden, genau 888 bis Donnerstag (5.8.). „Es gab relativ viel Ansturm“, sagt Lena Heimers, Pressesprecherin vom Kreis Recklinghausen. Kinder und Jugendliche können mittwochs und samstags zwischen 14 und 18.30 Uhr im Impfzentrum geimpft werden.

Das geht auch ohne Termin. Allerdings müssen diejenigen mit Wartezeiten rechnen. Die gute Nachricht: Nach Hause geschickt wird niemand. „Wer kommt, wird auch geimpft. Keiner wird abgewiesen“, bestätigt Heimers. Termine seien weiterhin möglich, aber nicht notwendig.


Geimpft werden die Kinder mit Biontech. Vor der Impfung müssen die Eltern ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit einem Kinderarzt vor Ort führen. „Das dauert meistens länger“, sagt Heimers. „Die Eltern haben viele Fragen.“

Kinderarztpraxis: Immer mehr wollen ihre Kinder impfen

In der Castrop-Rauxeler Kinderarztpraxis von Dr. Susanne Thielbeer können sich Kinder ab 12 schon seit Längerem impfen lassen. Das Impfangebot sei von Anfang an gut angenommen worden, auch vor dem Start in den Impfzentren, erzählt Dr. Thielbeer.

„Die Eltern wollen, dass ihre Kinder geschützt werden“, sagt Thielbeer. Die Zahlen gehen nach oben; immer mehr Eltern lassen ihre Kinder in der Praxis von Dr. Thielbeer impfen. Das könne am nahenden Schulstart liegen, mutmaßt Thielbeer. Auch der Impfstart für Kinder in den Zentren könnte den Trend verstärkt haben.

Impfzentrum nicht ausgelastet

Dass die Nachfrage nach Impfungen für Kinder relativ hoch ist, überrascht vielleicht angesichts der schleppenden Impfungen im Rest der Bevölkerung. Knappe Impftermine sind im Recklinghauser Impfzentrum nämlich längst Vergangenheit. „Wir sind schon lange nicht mehr ausgelastet“, sagt Pressesprecherin Heimers.

Momentan fänden im Impfzentrum etwa 1400 Zweitimpfungen pro Tag statt. Manchmal seien es aber auch nur 300 bis 400. Hinzu kämen noch ein paar Hundert Menschen, die sich ohne Termin impfen ließen.

„Die Zahl der Impfungen pro Tag schwankt relativ stark“, erklärt Heimers. Wie viele Mitarbeiter vor Ort benötigt würden, sei schwer abzusehen. „An Tagen, in denen die Mitarbeiter wenig zu tun haben, gehen sie raus und machen Werbung“, sagt sie.

Reserveliste im Impfzentrum

Viele Menschen kämen auch ohne Termin. Das Problem: So können die angebrochenen Impfdosen nicht immer komplett aufgebraucht werden. Aus diesem Grund gibt es eine Reserveliste, auf der sich Impfwillige eintragen können. Der Aufwand, Personen für die Restimpfungen zu finden, sei mittlerweile aber groß.

„Bislang haben wir jedes Mal jemanden gefunden, aber man muss sehr viel telefonieren“, erzählt Heimers. Wie lange das System mit der Reserveliste noch funktionieren wird, sei aufgrund der freien Verfügbarkeit des Impfstoffs fraglich.

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