Marco Ostmeyer verteidigt den mutmaßlichen Haupttäter. © Martin von Braunschweig
Prozess in Dortmund

Überfall auf mutmaßlichen Dealer: Zwei Männer wollten angeblich nur Gutes tun

Bei einem Überfall auf einen mutmaßlichen Dealer aus Castrop-Rauxel haben die Täter Drogen, Elektronikartikel und mehrere Lego-Figuren erbeutet. Ihre Begründung: Sie wollten Gutes tun.

Im Prozess vor der Jugendstrafkammer des Dortmunder Landgerichts sind zwei Angeklagte am Montag (23.8.) bei ihrer Darstellung geblieben: Ihre Tat im August 2019 sei keineswegs von langer Hand geplant, sondern eine spontane Idee gewesen. Der Dealer sollte eigentlich nur zur Rede gestellt werden, weil er dem jüngeren Bruder des Hauptangeklagten Marihuana verkauft haben soll.

Dass dem Opfer bei dem „Besuch“ in dessen Wohnung neben den Drogen auch andere Gegenstände weggenommen wurden, sei ein „Denkzettel“ gewesen, hieß es weiter. Der Mann sollte nicht noch einmal Rauschgift an Jugendliche verkaufen können.

Bewährungsstrafen beantragt

In den Ohren der Staatsanwältin klingen diese Schilderungen allerdings nur allzu sehr nach Ausreden. „Ich gehe von einem gemeinschaftlichen schweren Raub aus“, sagte die Anklagevertreterin in ihrem Plädoyer. Sie beantragte für den jugendlichen Hauptangeklagten zehn Monate Haft auf Bewährung, für den bereits erwachsenen Komplizen 15 Monate Haft auf Bewährung.

Die Verteidigung hält diese Anträge jedoch für deutlich überzogen. „Ich kann beim besten Willen keinen Raub feststellen“, sagte Verteidiger Marco Ostmeyer. „Selbst eine Bewährungsstrafe wäre zu viel.“

Wie die Richter den Fall bewerten, wird sich am 30. August bei der Urteilsverkündung zeigen.

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