Viele Eltern haben im Lockdown ihre Termine für U-Untersuchungen verschoben. © picture alliance / dpa
Kindergesundheit

Unsicherheit bei Eltern: Waren U-Untersuchungen in der Pandemie möglich?

U-Untersuchungen sind wichtig, um die Entwicklung des Kindes zu überprüfen. Viele Eltern waren verunsichert, ob die Untersuchungen in der Pandemie stattfinden konnten. Zurecht?

Regelmäßige Untersuchungen beim Arzt: Das ist bei Kindern besonders, um mögliche Fehlentwicklungen zu erkennen. Aus diesem Zweck gibt es die U-Untersuchungen, bei denen die Kinder zu bestimmten Zeitpunkten von einem Arzt untersucht werden.

In Nordrhein-Westfalen sind die Untersuchungen nicht verpflichtend, aber empfohlen. Aber konnten die Früherkennungsuntersuchungen in der Pandemie normal durchgeführt werden?

Ja, sagen Kinderärzte aus Castrop-Rauxel. „Am Anfang waren die Eltern verunsichert“, erklärt Dr. Carsten Scholz, Allgemeinmediziner mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche in Castrop-Rauxel. Besonders im ersten Lockdown hätten viele Eltern Angst gehabt, in die Praxis zu kommen. Die habe man ihnen erst nehmen müssen.

Eltern haben Termine teilweise verschoben

Teilweise hätten sie die Eltern kontaktieren und an die Termine für die U-Untersuchungen ihrer Kinder erinnern müssen, erzählt Scholz. Alle Untersuchungen seien aber nachgeholt worden, spätestens nach ein paar Monaten.

Eigentlich müssen die Untersuchungen in ganz bestimmten Lebensmonaten der Kinder durchgeführt werden. Durch die Verschiebungen habe es aber keine größeren Auswirkungen gegeben. „Wir haben nicht den Eindruck, dass große Nachteile entstanden sind“, sagt Scholz.

Trotzdem wäre es wichtig, sich an die konkreten Zeiträume der Untersuchungen zu halten. „Man will bei den Untersuchungen die entsprechende Entwicklungsphase treffen“, erklärt Scholz. „Wenn die Untersuchung verspätet stattfindet, kann man das nicht mehr so gut beurteilen.“ Auch Kinderärztin Dr. Susanne Thielbeer aus Castrop-Rauxel betont die Notwendigkeit der Untersuchungen. „Die U-Untersuchungen sind extrem wichtig, um die Entwicklung des Kindes zu überprüfen“, sagt sie.

Untersuchungen seien die ganze Zeit möglich gewesen

Schuld an den Verschiebungen im Lockdown seien nicht die Ärzte, sondern die Eltern. In der Praxis von Dr. Scholz seien die Untersuchungen stets möglich gewesen. „Es ist alles eine Frage der Organisation“, sagt auch Dr. Thielbeer. Sie hätten in der Praxis ausreichend Vorkehrungen getroffen, damit es nicht zu Ansteckungen kommen könne. Säuglinge und kleine Kinder würden in der Praxis nicht mit erkälteten Kindern in Kontakt kommen, erzählt sie.

Auch könne sich seit der Pandemie nur noch eine Person im Wartezimmer der Praxis von Dr. Thielbeer aufhalten. Daher seien eine genaue Terminvergabe und ein „verändertes Praxismanagement“ wichtig, so Thielbeer. Mittlerweile habe sich die Unsicherheit bei den Eltern etwas gelegt. „Die Eltern kommen zuverlässiger zu den U-Terminen“, sagt Dr. Scholz. „Über die Zeit hat es sich kontinuierlich gebessert.“

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