Boote liegen in der Hafenbucht von Mandrakia auf der griechischen Insel Milos. Wird der Urlaub trotz Delta-Variante stattfinden können? © picture alliance/dpa
Coronavirus

Urlaub trotz Delta-Variante? Das rät ein Castrop-Rauxeler Reisebüro

Portugal ist schon Virusvariantengebiet, weitere Länder könnten folgen. Ein Castrop-Rauxeler Reisebüro bangt – und gibt Tipps, wie der Sommerurlaub trotzdem gelingen kann.

Zurzeit, so sagt es, Jasmin Kiwitz vom Reisemarkt Castrop, laufe das Geschäft noch „bombig. Wir haben viele Anfragen und sehr viel zu tun, die Leute wollen unbedingt in den Urlaub.“ Sorgen bereite allerdings die Delta-Variante des Coronavirus. Ihr höchstselbst und ihren Kundinnen und Kunden.

Unlängst wurde Portugal schließlich zum Virusvariantengebiet erklärt. Eine Entscheidung des Robert-Koch-Instituts (RKI), die massive Folgen hat. Für den Tourismus vor Ort, für Reisende und für Reisebüros wie das an der Langen Straße von Kiwitz.

Seit Dienstag (29.7) gilt für Portugal erstens ein umfangreiches Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- oder Bahnunternehmen. Und zweitens müssen Menschen, die von Portugal nach Deutschland reisen, verpflichtend für zwei Wochen in Quarantäne. Völlig egal, ob sie vollständig geimpft, frisch getestet oder nachweislich genesen sind.

„Das ist noch kein riesiges Problem für uns. Erst für den September haben wir ein paar Portugal-Reisen organisiert“, sagt Kiwitz zwar. Allerdings sei es nun mal nicht unwahrscheinlich, dass sich die Delta-Variante auch in anderen Ländern stark ausbreite.

Jasmin Kiwitz (Mitte) und das Team vom Reisemarkt Castrop-Rauxel.
Jasmin Kiwitz (Mitte) und das Team vom Reisemarkt Castrop-Rauxel. © Jasmin Kiwitz © Jasmin Kiwitz

„Spanien liegt ja gleich nebenan – und durch die ganzen Fußballspiele, die zurzeit laufen, wird sich das Virus wohl zusätzlich ausbreiten“, so Kiwitz. Ihr mache das „große Sorgen. Wir kämpfen seit anderthalb Jahren und müssen endlich wieder Geld verdienen.“ Angenommen, ein Großteil der Reisen müsse rückabgewickelt werden, „bliebe für uns nur sehr, sehr viel Aufwand, aber wieder kein Geld“.

Bisher habe man diese Situation auffangen können, „mit Überbrückungshilfen vom Staat und familiärer Unterstützung. Irgendwann geht es aber nicht mehr“, sagt Kiwitz, die beteuert: „Das ist mein Traumjob. Den will ich weiterhin ausüben.“ Dafür notwendig indes ist ein zumindest einigermaßen gelungener Sommer.

Buchung von Pauschalreisen kann hilfreich sein

Sollten Spanien- und Griechenland-Reisen nur noch schwerlich möglich sein, wäre das ein heftiger Schlag ins Kontor – und exakt das, was das Reisebüro nicht gebrauchen kann. „Die Deutschen fliegen nun mal am liebsten dahin“, erklärt Kiwitz, „Portugal ist das liebste Reiseziel der Engländer“.

Dass das gesamte Land kürzlich zum Virusvariantengebiet erklärt wurde, urplötzlich, von null auf hundert quasi, ärgert sie dennoch: „Es muss langsam eine klare, verbindliche Regel geben, wohin man wann darf – und wohin eben nicht. Plötzlich ist das Reisen dann wieder nicht möglich. So kann man nicht planen. Und was ist, wenn nach und nach weitere Varianten hinzukommen?“

Auf Dauer könne es so nicht weitergehen, zumal die Leute dringend wieder raus müssten, wie Kiwitz festgestellt hat. „Wir merken, wie viel Lust die Menschen haben, mal wieder ein anderes Land zu sehen, nachdem bereits der letztjährige Sommerurlaub ausfallen musste.“

Die Chefin des Reisemarkts Castrop gibt Reisewilligen deshalb folgende Tipps an die Hand: „Zum einen bieten sich Pauschalreisen an, da kriegt man das Geld zurück. Zum anderen sollte darauf geachtet werden, ob im Falle einer Corona-Infektion die Quarantäne vom Veranstalter gezahlt wird.“ Große Veranstalter wie TUI oder Schauinsland böten dies an – und würden Kosten von bis zu 3500 Euro übernehmen.

Reiseexpertin: „Wir können nur die Daumen drücken“

Darüber hinaus seien sowohl griechische als auch spanische Inseln zu empfehlen, meint Kiwitz, die merkt, „dass viele Leute noch mal in den Urlaub wollen, bevor die Delta-Variante sich zu sehr ausgebreitet hat.“ Sie selbst möchte im Oktober verreisen. „Mal schauen, ob das möglich sein wird“, sagt sie. „Wir können nur die Daumen drücken – das ist das einzige, was uns bleibt.“

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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