Der Baumkreis aus "10 + 1 Baum" wurde Opfer von Vandalismus. Darauf reagiert jetzt der Integrationsrat. © Nora Varga
Integrationsrat

Vandalismus an Gedenkstätte: Integrationsrat will große Aktion starten

Fassungslos ist der Integrationsrat angesichts des Vandalismus an der Gedenkstätte im Goldschmieding-Park. Jetzt soll eine große Aktion gestartet werden. Es gibt viel Zuspruch.

Erst im März sind die Gedenkstätte „10 + 1 Bäume für die Opfer rassistischen Terrors“ im Goldschmiedingpark eingeweiht worden. Jetzt haben Unbekannte die Bäume beschädigt und einige sogar zerstört. Der Integrationsrat ist fassungslos. Auf seine Initiative war der Baumkreis gepflanzt worden. Der Integrationsrat wird jetzt reagieren und plant eine große Aktion.

„Seit Jahren kommt es zu Vandalismus an Mahnmalen für die Opfer des NSU“, sagt Aysel Cetin, Vorsitzende des Integrationsrats. Sie ist fassungslos und verurteilt „die feige Tat“. Auch der Landesintegrationsrat hat Stellung bezogen.

In einer Stellungnahme schreibt Aysel Cetin: „ Die Zerstörung stellt mehr als eine Sachbeschädigung dar und zeugt von Verachtung gegenüber den Terroropfern und deren Angehörigen. Diese Tat bestärkt uns nur noch mehr, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entgegen zu treten. Das Engagement darf nicht allein mit der Errichtung eines Gedenkortes enden. Wir als Integrationsrat werden daher nicht aufhören dafür zu kämpfen, Rassismus und Intoleranz den Nährboden zu entziehen. Wir rufen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu auf, uns bei diesem Kampf zu unterstützen.“

Integrationsrat will bei Treffen Aktion planen

Das soll jetzt ganz konkret werden. Bereits am Montag, direkt nach Bekanntwerden des Vandalismus, hat Aysel Cetin die Mitglieder des Integrationsrates zu einem Treffen für Donnerstag (12.8.) eingeladen. „Wir wollen eine richtig große Aktion machen und dafür Ideen entwickeln“, sagt sie am Donnerstag im Gespräch mit dieser Redaktion.

Dabei kann sie auf breite Unterstützung setzen. Die Politik habe sich bereits bei ihr gemeldet, so Aysel Cetin, aber auch Bürger. Auch in den Sozialen Medien wurde die mutwillige Beschädigung der Gedenkstätte aufgegriffen.

„Klar, die Stadt könnte die Gedenkstätte wieder herrichten und die Sache wäre bald vergessen. Ich fände es viel besser, wenn die Wiederherstellung der Gedenkstätte von den Bürgern der Stadt selbst organisiert wird. Allein um zu zeigen, dass diese Stadt keinen Platz für Nazis hat und dass die Demokraten die überwältigende Mehrheit stellen“, schrieb zum Beispiel auf Facebook Jens Blume, der damit viel Zustimmung gefunden hat.

Zehn Bäume im Kreis stehen für die zehn NSU-Opfer

Der Baumkreis soll wieder vollständig werden. Das hatte auch die Stadt bereits vermeldet. Die zehn Bäume im Kreis stehen für die zehn NSU-Opfer. Der elfte Baum in der Mitte steht für alle anderen, zum Teil unbekannten Opfer rassistischer Angriffe.

Zwei der Bäume aus dem Baumkreis wurden abgesägt.
Zwei der Bäume aus dem Baumkreis wurden abgesägt. © Nora Varga © Nora Varga

Mit dem Baumkreis setzte der Integrationsrat die Kampagne des Landesintegrationsrats NRW „10+1 Bäume für die Opfer des NSU“ um und weihte das Mahnmal am internationalen Tag gegen Rassismus mit einem symbolischen Spatenstich ein.

Am Donnerstag bezog der Landesintegrationsrat NRW Stellung. Vorsitzender Tayfun Keltek erklärt: „Abermals wird uns mit dieser Schandtat vor Augen geführt, dass Rassismus und Rechtsextremismus die größte Gefahr für unsere vielfältige Gesellschaft darstellen.“

Landesintegrationsrat hofft auf weitere Baumkreise

Für Tayfun Keltek ist der „beschämende Angriff auf die Gedenkstätte“ Anlass, noch mehr als bisher für eine Kultur der Toleranz und Akzeptanz zu werben. „Wir lassen uns von dem Hass nicht einschüchtern“, sagt er und hofft, dass weitere Integrationsräte in NRW sich mit der Kampagne befassen.

Am Wochenende (7./8.8.) hatten Unbekannte zwei Bäume im Goldschmiedingpark abgesägt und zwei weitere wahrscheinlich irreparabel geschädigt. Bis auf den Baum in der Mitte wurden alle Bäume in der Rinde geschädigt. Zeugen können sich an den Bereich Stadtgrün und Friedhofswesen bei der Stadt, Tel. (02305) 106-2790, oder an die Castrop-Rauxeler Polizeiwache, Tel. (02305) 304-2431, wenden.

Über die Autorin
Redakteurin für Castrop-Rauxel und den Dortmunder Westen

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