An dieser Straßenecke sowie an weiteren Stellen in Castrop-Rauxel standen schon neue Verteilerboxen des Glasfaserbetreibers Gelsennet. Im Sommer wurden einige aber wieder demontiert. Warum? © Tobias Weckenbrock
Breitbandausbau

Warum stehen viele leere Verteilerkästen von Gelsennet in der Stadt herum?

Über ein Jahr lang dauerte der Breitbandausbau der Firma Gelsennet in Castrop-Rauxel. Nun hat die Telekom-Firma ihre Arbeiten vorerst abgeschlossen. Aber sie hat seltsame Relikte hinterlassen.

Sie spricht von einem „erfolgreichen Abschluss des geförderten Breitbandausbaus in Castrop-Rauxel“: Die Gelsenkirchener Telekommunikationsfirma Gelsennet ist mit der Europastadt vorerst fertig.

Der „geförderte Breitbandausbau im Kreis Recklinghausen“ sei erfolgreich zum 30.9. abgeschlossen worden, heißt es auf Anfrage unserer Redaktion. Das Unternehmen hatte den Zuschlag bei einer gemeinsamen Ausschreibung aller Kommunen im Kreis Recklinghausen bekommen. Damit verbunden waren ein Förderantrag an Bund und Land NRW und 68,35 Millionen Euro, die bewilligt wurden.

Weiße Flecken auf der Breitbandkarte sollten zu 100 Prozent aus Fördermitteln gefüllt werden, also Gebiete und Einzelanschlüsse, die kein schnelleres Internet als 30 Mbit/Sekunde im Downstream bekommen. Zudem wurden alle Schulen mit einem Glasfaser-Anschluss versorgt. Insgesamt umfasste das Projekt weit mehr als 11.000 Anschlüsse im Kreisgebiet, heißt es auf einer Internetseite der Stadt Castrop-Rauxel.

Sieht komisch aus: Gelsennet wird in den nächsten Wochen diese Sockel wieder abbauen, heißt es aus dem Unternehmen.
Sieht komisch aus: Gelsennet wird in den nächsten Wochen diese Sockel wieder abbauen, heißt es aus dem Unternehmen. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Die Baustellen von Gelsennet waren weithin im Stadtgebiet verteilt. Immer wieder wurde unter Gehwegen gebuddelt. Nach einigen Wochen waren dann die Baukolonnen wieder weg und tauchten woanders wieder auf. So ging das seit Sommer 2019 an vielen Orten der Stadt.

Was es mit den Verteilerkästen auf sich hat(te)

Auch Verteilerkästen bauten die Subunternehmen, die im Auftrag der Gelsennet unterwegs waren, an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet auf. Doch dann passierte an manchen Stellen Wundersames: Zum Teil wurden die Kästen, auf denen das Unternehmen für seine schnellen Internetanschlüsse warb, wieder demontiert.

So gibt es nun an vielen Stellen in Castrop-Rauxel Sockel von 30 Zentimetern Höhe am Wegesrand, die mit blauer Folie abgeklebt sind. Was hat es damit auf sich? Wir fragten bei Gelsennet nach und erhielten am Donnerstag (7.10.) Antwort.

„Wir konnten einzelne Verteilerkästen in Castrop-Rauxel zurückbauen“, sagt Sprecherin Nicole Ehms. „Gründe hierfür liegen in der Optimierung der Verteilerkästen im Stadtgebiet hinsichtlich Größe, Anzahl und Standort.“ Übersetzt: Es werden weniger Kästen gebraucht als geplant.

Solche Lehrrohre verlegt Gelsen-Net überall im Stadtgebiet seit Anfang des Jahres.  Später werden Glasfasern eingeblasen, die dann schnelles Internet bedeuten.
Solche Lehrrohre verlegt Gelsen-Net überall im Stadtgebiet seit Anfang des Jahres. Später werden Glasfasern eingeblasen, die dann schnelles Internet bedeuten. © Tobias Weckenbrock © Tobias Weckenbrock

Und was geschieht nun mit den Sockeln? „Vereinzelt noch sichtbare Sockel der früheren Verteilerkästen werden kurzfristig abgebaut“, versichert Ehms.

70 Kilometer Leerrohre verlegt

In Castrop-Rauxel verlegte Gelsennet im Zuge des Förderprojektes nach eigenen Angaben eine Trasse an Lehrrohren von rund 70 Kilometern zur Glasfaserversorgung. Nach Erfüllung der förder-vertraglichen Pflichten strebe das Unternehmen nun den weiteren privatwirtschaftlich finanzierten Ausbau des Glasfasernetzes an, so Ehms.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen in der Medienwelt der 2010er-Jahre.
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Tobias Weckenbrock

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