Der Westring ist aufwendig saniert worden. Aber an der A42-Ausfahrt hat sich nichts getan. © Thomas Schroeter
Straßenverkehr

Westring-Holperabschnitt an der A42: So geht es hier weiter

EUV und Kreis Recklinghausen haben den Westring saniert. Doch nahe der Autobahn 42 ruckelt es auf einem Stück weiter heftig. Eine Lösung gibt es. Jeden wird sie aber nicht zufriedenstellen.

Über den Zustand des Westrings in Castrop-Rauxel wird seit Jahren diskutiert. Verkehrsteilnehmern sind hier lange Zeit Geduld und gute Federn abverlangt worden.

Zwischen Herner Straße und der Autobahnauffahrt zur A42 wird die Straße wegen des benachbarten Gewerbegebiets viel befahren. Hier ist der Westring in den vergangenen Jahren durch Kreisverkehre entzerrt worden, ist für Radfahrer zwischen vielen Autos, Lastwagen und dem Verkehr zum EUV-Betriebshof aber keine völlig unproblematische Verkehrsverbindung geblieben.


Zwischen Autobahn und Victorstraße ist der Westring lange eine Marterstrecke gewesen. Und zwischen Victorstraße und Pöppinghauser Straße ist der Westring quasi schon legendäre Geduldsaufgabe, weil die Bahn den Verkehr an ihrem Bahnübergang zu Wartezeiten von bis zu 20 Minuten zwingt.

Der EUV und der Kreis Recklinghausen haben zuletzt Teile des Westrings mit makellosem Asphalt instandgesetzt und den Abschnitt zwischen der Bahnbrücke neben der A42 und der Straße Am Landwehrbach für Auto- und Radfahrer deutlich aufgewertet.

Probleme gerade für Radfahrer bleiben

Nicht wenige Anlieger und Nutzer aber haben sich nach Abschluss der Bauarbeiten gefragt, warum der Westring an der Autobahnauffahrt nicht saniert worden ist. Dort stellt sich der Westring immer noch als Holperstrecke dar, die vor allem für Radfahrer eine echte Gefahr bedeutet.

Zu denen, die sich das fragten, gehört unter anderem Bodo Moehrke, Schlossherr auf Bladenhorst. Der wandte sich deswegen an unsere Redaktion: „An beiden Seiten wurde, wie Sie beschrieben haben, sehr gute Arbeit abgeliefert.“ Aber das Zwischenstück sei eben nicht erneuert worden, obwohl es in miserablem Zustand sei. „Dies ist den Verantwortlichen bekannt, weist doch ein Warnschild auf Spurrillen hin“, so Moehrke.

Bodo Moehrke fährt viel Rad. Speziell auf dem Westring. Und fragte sich nun, warum dieser Bereich von der Sanierung ausgespart wurde und auf dem neun gemachten Abschnitt kein Radweg angelegt wurde.
Bodo Moehrke fährt viel Rad. Speziell auf dem Westring. Und fragte sich nun, warum dieser Bereich von der Sanierung ausgespart wurde und auf dem neun gemachten Abschnitt kein Radweg angelegt wurde. © Bodo Moehrke © Bodo Moehrke

Eine Nachfrage beim EUV bringt nun Klarheit. Dass nicht saniert wurde hat nicht etwa damit zu tun, weil der Kreis oder das Land hier für den Westring verantwortlich wären. „Nein, für den Streckenteil ist auch der EUV zuständig“, sagt Thorsten Werth-von Kampen, stellvertretender Chef des Stadtbetriebs.

Man habe dieses Straßensegment aber bewusst von einer Sanierung ausgespart, „weil wir hier auch noch den Schlaanbach renaturieren müssen, der weiter im Westen in den Landwehrbach mündet“, so Werth-von Kampen. Der Bach sei ebenfalls ein ehemaliger Schmutzwasserbach des Emschersystems, führe inzwischen aber nur noch Bachwasser.

Bach muss noch renaturiert werden

„Der Bach liegt aber noch in einer Beton-Sohlschale, was geändert werden soll“, sagt der EUV-Vize. Die Bauarbeiten dafür seien im Planungsstadium, sollen möglichst in den kommenden zwölf Monaten begonnen werden und sollen dann etwa ein Jahr dauern. „Und danach werden wir dann auch das fehlende Westring-Stück fertig machen“, verspricht Werth-von Kampen.

Radfahrer wie Bodo Moehrke werden dagegen wohl noch länger auf einen Radweg entlang des Westrings von Pöppinghausen nach Castrop warten müssen. Auf dem neu gemachten Westring wird es, das bemängelt Moehrke, tatsächlich keine Radspur geben.

Auch das hat der EUV-Mann jetzt bestätigt. „Der Straßenraum, den wir dort haben, reicht nach neuen Platzvorgaben einfach nicht für eine Radspur aus“, so Werth-von Kampen, eine Verbreiterung sei in der Fördermaßnahme nicht vorgesehen gewesen, die man zur Verfügung gehabt habe.

Das Problem des Radverkehrs sei hier aber bekannt und solle auf Dauer auch gelöst werden. Thorsten Werth-von Kampe: „Das wird auf einen von der Straße abgekoppelten Radweg hinauslaufen. Dafür müssen wir aber erst Fördermittel beantragen und vor allen Dingen das planerische Problem lösen, das wir mit der Bebauung am Steinhorst haben.“ Das könnte dauern.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter

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