Pfarrer Josef Holtkotte, der 1963 in Dorf Rauxel geboren wurde, wird neuer Weihbischof im Erzbistum Paderborn. © Tobias Schulte / Erzbistum Pader
Aus Dorf Rauxel

Wir sind Bischof: Der Papst ernennt Josef Holtkotte zum Weihbischof

Castrop-Rauxel hat wieder einen katholischen Bischof. Der 58-jährige Josef Holtkotte aus Dorf Rauxel ist jetzt von Papst Franziskus zum Weihbischof im Erzbistum Paderborn ernannt worden.

Die Nachricht aus dem Erzbistum Paderborn kam unvorbereitet, aber nicht wirklich überraschend: Pfarrer Josef Holtkotte wird neuer Weihbischof im Erzbistum Paderborn.

Papst Franziskus hat den 58-jährigen Priester und derzeitigen Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland zum Titularbischof von Simingi und neuen Weihbischof im Erzbistum Paderborn ernannt. Das wurde am Mittwoch, 23. Juni, um 12 Uhr zeitgleich in Rom und Paderborn bekanntgegeben.

Der nächste Bischof aus Castrop-Rauxel

Holtkotte wird Nachfolger von Hubert Berenbrinker, der 2020 gesundheitsbedingt zurückgetreten war. Mit der Ernennung Holtkottes, der erst vor wenigen Tagen von seiner neuen Aufgabe erfuhr, endet eine neunmonatige Vakanz.

Und mit Holtkotte hat Castrop-Rauxel jetzt auch wieder einen Bischof aus seinen Stadtmauern, nachdem der in Merklinde geborene Hermann Rettler, der als Bischof im brasilianischen Bacabal tätig war, im Jahr 2004 verstorben war.

Beim 19. bundesweiten Kolping-Bikertreffen trafen sich im Jahr 2019 in Castrop-Rauxel katholische Motorradfahrer. In der Agora segnete Josef Holtkotte damals die Helme der Biker.
Beim 19. bundesweiten Kolping-Bikertreffen trafen sich im Jahr 2019 in Castrop-Rauxel katholische Motorradfahrer. In der Agora segnete Josef Holtkotte damals die Helme der Biker. © Christian Püls © Christian Püls

„Das ist ein besonderer Tag für mich“, sagte Holtkotte bei seiner Vorstellung in Paderborn. Einerseits empfinde er Dankbarkeit für das große Vertrauen, das in ihn gesetzt werde. Gleichzeitig spüre er die Herausforderung, weil er noch nicht genau wisse, was auf ihn zukomme, sagte er der Neuen Westfälischen in Paderborn.

Holtkotte wuchs in Dorf Rauxel auf

1963 wurde Holtkotte als einer von drei Söhnen eines in Dorf Rauxel bestens bekannten Wirtsehepaares geboren. In der Gemeinde Heilig Kreuz trat er mit 14 Jahren in die Kolpingsfamilie ein, in der er dann auch als Gruppenleiter aktiv war. Nach dem Abitur studierte er in Paderborn und Wien Philosophie und Theologie. 1990 empfing er in Paderborn die Priesterweihe. Es folgten Jahre als Vikar in Verl und Paderborn.

Von 1997 bis 2005 war er als Diözesanpräses des Kolpingwerkes Diözesanverband Paderborn tätig, ehe er Pfarrer der Pfarrei St. Jodokus in Bielefeld wurde. Gleichzeitig wurde Pfarrer Holtkotte mit der Studierendenseelsorge in der Stadt Bielefeld beauftragt.

Holtkotte im Jahr 2013 in der Heilig-Kreuz-Kirche, wo er mit dem Bezirksverband der Kolpingsfamilie ein Jahr nach seiner Ernennung zum Bundespräses des Kolping-Werks ein Hochamt feierte.
Holtkotte im Jahr 2013 in der Heilig-Kreuz-Kirche, wo er mit dem Bezirksverband der Kolpingsfamilie ein Jahr nach seiner Ernennung zum Bundespräses des Kolping-Werks ein Hochamt feierte. © Volker Engel © Volker Engel

Seit 2012 ist Holtkotte mit Sitz in Köln als Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland und seit 2014 zugleich als Europapräses des Kolpingwerkes Europa tätig. In seinen Ämtern ist er Mitglied der Synodalversammlung des Synodalen Weges, also des 2019 gestarteten und auf zwei Jahre angelegten Reformprozesses der katholischen Kirche in Deutschland, heißt es in der vom Erzbistum veröffentlichten Biographie des neuen Weihbischofs.

Er komme gerne zurück nach Paderborn, sagt Holtkotte: „Ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt und freue mich, dass ich jetzt wieder hier leben darf.“ Als Studierendenseelsorger und Pfarrer einer Innenstadtgemeinde habe er die „Kirche aus unterschiedlichen Perspektiven als vielfältig und bunt“ erlebt. Seinen Glauben bezeichne er deshalb als „menschennah“.

Bischofsweihe am 26. September im Paderborner Dom

Die Bischofsweihe von Pfarrer Josef Holtkotte findet am 26. September um 15 Uhr im Hohen Dom zu Paderborn statt. Dazu wird sicherlich nicht nur seine Familie aus Dorf Rauxel, sondern auch eine stattliche Anzahl an anderen Katholiken aus Castrop-Rauxel dem in Dorf Rauxel geborenen Holtkotte die Ehre erweisen.

Denn der 58-Jährige hat immer einen engen Kontakt zu seiner Heimat bewahrt, war immer wieder zu Gast in Castrop-Rauxel. „Ich bin immer zurückgekommen, habe getauft und getraut. Man kann nicht gehen und nach 20 Jahren wieder auftauchen und sagen ‚Hier ist meine Heimat‘“, sagte er einmal in einem Gespräch mit den Ruhr Nachrichten in Castrop-Rauxel.

Grundsätzlich, so Holtkotte seinerzeit, berichte er bei allen seinen Besuchen als Kolping-Bundespräses überall in Deutschland von der „Metropole Castrop-Rauxel“ und seiner Heimatgemeinde Heilig Kreuz, wo er Wegweisendes für seine Berufung erlebt habe. Wenn er auf Stirnrunzeln treffe, sage er stets: „Die Weltstadt bei Dortmund – und dann ist alles klar.“

Mit der Ernennung Holtkottes zum Weihbischof gibt es in den Reihen der Paderborner Weihbischöfe jetzt wieder einen „dritten Mann“. Seit dem gesundheitlichen Rücktritt Berenbrinkers (71) hatte Paderborn nur zwei Weihbischöfe, Matthias König und Dominicus Meier (beide 61). Sie übernahmen gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker und anderen beauftragten Personen die anfallenden Aufgaben.

Ein Weihbischof vertritt den Erzbischof bei vielen Aufgaben

Der Weihbischof ist nicht der leitende Bischof eines Bistums, sondern eine Art Hilfsbischof. Es gibt sie in Bistümern, die so groß sind, dass die bischöflichen Aufgaben nicht vom Diözesanbischof allein erfüllt werden können. Ein Weihbischof vertritt ihn unter anderem bei Kirch-, Priester- und Diakonenweihen und visitiert die Pfarrgemeinden.

Josef Holtkotte wird auch Titularbischof von Simingi. Die Bezeichnung rührt daher, dass nach katholischer Tradition jeder Bischof – also auch die „Hilfsbischöfe“ – zum Bischof eines Bistums geweiht wird. Ein Titularbischof ist daher Bischof eines historischen, aber untergegangenen Bistums.

Simingi war Bischofssitz in der gleichnamigen antiken Stadt, die in der römischen Provinz Africa proconsularis (heute nördliches Tunesien) lag.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
Zur Autorenseite
Thomas Schroeter

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.