Wo heute noch Gras steht soll es irgendwann Gewerbe und Wohnen geben, keine gute Idee meint unsere Autorin. © Rebekka Wölky
Meinung

Wohnen auf der Xscape-Fläche: Das kann wirklich niemand wollen

Über die Xscape-Fläche wird seit Jahren diskutiert. Jetzt hat der Rat beschlossen, dass es dort neben Gewerbe auch Wohnflächen geben soll. Das ergibt keinen Sinn, meint unsere Kommentatorin.

Stellen Sie sich vor, Sie würden auf der Xscape-Fläche wohnen, direkt in der Nachbarschaft von Unternehmen. Da sitzen sie im Garten, lauschen dem dröhnenden Straßen-Duett aus A42 und B235, vor der Haustür schlängeln sich die Laster durch die Vorgärten ins Gewerbegebiet und das liebliche Heulen der Rettungswagen des EvK singt Sie in den Schlaf. Mal ehrlich: Das kann es doch nicht sein.

Deshalb kann ich die Kritik von CDU und FDP an den Plänen für die Xscape-Fläche wirklich gut nachvollziehen. Auf die Fläche gehört Gewerbe und zwar nur Gewerbe. Die Wohnbebauung, die jetzt beschlossen wurde, bringt jede Menge Probleme mit sich. Lärmschutz, Versorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, Kitas, ÖPNV- und Fahrrad-Anbindung, all das muss bedacht werden, wenn dort Menschen wohnen sollen.

Bleibt die Stadt bei ihrem Plan, dort günstigen Wohnraum und auch Sozialwohnungen zu schaffen, könnte ein prekäres Wohnumfeld entstehen. Denn ein Juwel werden Wohnungen im Gewerbegebiet abseits der Stadt an der Autobahn nicht werden. Aber auf ein schwieriges Wohnumfeld mit sozialen Problemen kann Castrop-Rauxel gut verzichten, davon hat es bereits genug.

Nicht zuletzt schneidet sich die Stadt finanziell ins eigene Fleisch. Laut Studie soll sich „kein störendes, großflächiges Gewerbe“ ansiedeln. Damit verschreckt man Investoren und alternative Flächen für größeres Gewerbe gibt es in Castrop-Rauxel nun einmal nicht mehr. Die Gewerbesteuer-Einnahmen sind wichtig, wenn die Stadt das klaffende Loch in der Kasse schließen will. Kurzum, die Wohnbebauung auf der Xscape-Fläche ist eine wirklich schlechte Idee.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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Nora Varga

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