50 Jahre Alte Herren in Nienborg – Rückblick auch ohne Party

Fußball

In diesen Tagen wollten die Nienborger eigentlich ihr 50-Jähriges feiern. Auch wenn aus der Party nichts wird, blicken die „Oldies“ auf viele Erlebnisse, etwa mit Peter Neururer oder Heiner Brand, zurück.

Heek

01.07.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Nienborger Alten Herren nach dem Gewinn des ersten Dinkelcups

Die Nienborger Alten Herren nach dem Gewinn des ersten Dinkelcups © RW Nienborg

Pokale, Wimpel gegnerischer Vereine und Zeitungsausschnitte in der großen Glasvitrine im Clubheim im Eichenstadion geben Zeugnis über die 50-jährige Geschichte der Alten-Herren-Abteilung des SC Rot-Weiß Nienborg. Das runde Jubiläum wollte die Abteilung in diesen Tagen mit einem vereinsinternen Fußballturnier und einer Jubiläumsparty gebührend feiern. Wegen der anhalten Corona-Krise muss das Fest leider ausfallen.

Auch fiel die Planwagenfahrt Ende Mai nach Ellewick aus, wo gemeinsam mit der ersten Mannschaft deren Meisterschaft und Aufstieg gefeiert werden sollte. „Wir werden das Jubiläum intern feiern, wenn das Feiern wieder erlaubt ist“, sagt Abteilungsleiter Torsten Meister, der mit Geschäftsführer Markus Stöcker-Herbers und Kassierer Tobias Fabry seit einigen Jahren die Geschicke der Abteilung leitet. Sie hoffen, dass das Alte-Herren-Fest am 7. November und die Generalversammlung am 28. November stattfinden können und das Jubiläum hierbei gebührend gefeiert werden kann.

Gründung in der Gaststätte Mümken

Die Idee, die Abteilung ins Leben zu rufen, hatten einige Fußballer im Jahre 1970 in der Gaststätte Mümken. Schnell waren ausreichend ehemalige Seniorenfußballer gefunden, die gemeinsam ihr Hobby weiter frönen und in gemütlicher Runde ein paar schöne Stunden verbringen wollten. Die Aufgaben als Betreuer und Kassierer übernahmen Josef Helling und Gerhard Emming. Im ersten Jahr wurden acht Spiele ausgetragen. Im Jubiläumsjahr sind 60 aktive und passive Sportler Mitglied bei den Alten Herren.

Das runde Leder spielt nicht mehr die Hauptrolle. Das Training findet regelmäßig dienstags statt und der Leitung von Frank Gesenhues und Henning Dust. Beim Neustart nach der Corona-Krise weilten zehn Spieler auf dem neu fertig gestellten vierten Spielfeld im Eichenstadion. „Freundschaftsspiele finden kaum noch statt. Das liegt am mangelnden Nachwuchs. Das Problem haben viele Vereine, nicht nur wir“, sagt Markus Stöcker-Herbers, der für den Spielbetrieb verantwortlich ist.

Jetzt lesen

Sportlich gab es in den vergangenen fünf Jahrzehnten einige Highlights. In den 90er Jahren waren zwei Mal die Prominentenmannschaft des WDR und einmal die „Ruhrpott-Kicker“ mit zahlreichen ehemaligen Bundesliga- und Nationalspielern im Eichenstadion zu Gast und boten fußballerische Feinkost. Unter ihnen waren namhafte Sportler wie Handballlegende Heiner Brand, der legendäre ehemalige holländische Nationalspieler Wille „Ente“ Lippens, Kult-Trainer Peter Neururer oder ehrwürdige Schiedsrichter Walter Eschweiler.

Die Alten Herren des SC Rot-Weiß im Jahr 1973: (stehend v.l.) Josef Helling (Betreuer), Alfons Benölken, Wilhelm Kuhnert, Kunibert Wermter, Josef Kauling, Hermann Benölken, Willibald Otte, Willi Kemper, Heinz Lammers, Franz Brunsmann, Felix Böcker, Gerhard Emming (Betreuer); (kniend v.l.) Georg Schiller, Johann Lammers, Günter Baving, Heinrich Kottig, Heinz Overkamp, Manfred Lammers, Franz Leveling

Die Alten Herren des SC Rot-Weiß im Jahr 1973: (stehend v.l.) Josef Helling (Betreuer), Alfons Benölken, Wilhelm Kuhnert, Kunibert Wermter, Josef Kauling, Hermann Benölken, Willibald Otte, Willi Kemper, Heinz Lammers, Franz Brunsmann, Felix Böcker, Gerhard Emming (Betreuer); (kniend v.l.) Georg Schiller, Johann Lammers, Günter Baving, Heinrich Kottig, Heinz Overkamp, Manfred Lammers, Franz Leveling © RW Nienborg

Die Ergebnisse waren dabei zweitrangig. Eine Sensation war der 8:1 Erfolg der Altligamannschaft im Halbfinale der Großkreismeisterschaft im Jahr 2003. Vor zwei Jahren siegten die Rot-Weißen bei der Heeker Dorfmeisterschaft gegen den SC Ahle und dem SV Heek, als das Turnier erstmalig für Alte-Herren-Teams veranstaltet wurde. Damit die vornehmlich älteren Spieler auch zukünftig noch gegen den Ball treten könne, möchte der Verein zukünftig „Walking-Fußball“ anbieten. Die Planungen für einen ersten Workshop mit dem Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) laufen bereits.

„Geselligkeit steht im Mittelpunkt“

„Jetzt steht bei uns die Geselligkeit im Mittelpunkt“, weist Torsten Meister auf die jährlichen Aktivitäten wie die Pättkestour, das Abteilungsfest und die Mannschaftsfahrt hin. In all den Jahren standen am Rhein, an der Weser oder an der Ems, Besuche in der Schweiz mit Spielen gegen den FC Zürich und Touren nach Stavern, Hamburg, Köln, Bremen, Düsseldorf oder dem Westerwald sowie Wintergänge, Familien- und Abteilungsfeste auf dem Programm. Bei all ihren Aktivitäten bewies die Alte Herren Abteilung immer wieder ein gutes Herz und spendete ihre Erlöse beispielsweise an Bischof Martin Lammers oder an den Franziskus Kindergarten.

Jetzt lesen

Wenn bauliche Aktivitäten im Eichenstadion durchzuführen sind, steht die Abteilung ihren Mann, wie bei der jährlichen Laubaktion. „In diesem Jahr erneuern wir den Fußweg vom Eingang bis zum Kabinengebäude“, hat Torsten Meister das Projekt fest im Blick. Ihr fußballerisches Können geben die Alten Herren als Trainer und Betreuer in den Jugendmannschaften weiter. Bei den Heimspielen der 1. Mannschaft sind die Mitglieder der Alten Herren als Platzkassierer tätig.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt