A-Liga-Check: Wessum und Vreden gehen als Favoriten in die Saison

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Am Sonntag erwarten die Teams der Kreisliga A1 ihre ersten Pflichtspiele. Wir wollten wissen, mit welcher Stimmung die Mannschaften aus Ahaus und Umgebung in die Saison starten.

Kreis

, 02.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 5 min

In die Saison 2020/21 der Kreisliga A1 starten aufgrund der Aufstiegs- und Abstiegsentscheidungen, die durch das Coronavirus getroffen werden mussten, nur 15 Teams. Während der SV Heek und der ASV Ellewick die neue Saison in der Bezirksliga antreten, ist RW Nienborg als einziger Aufsteiger aus der B-Liga im Rennen. Wir haben uns bei den Teams umgehört und gefragt, mit welcher Erwartungshaltung sie in die Saison starten.

Union Wessum: Nach einer erfolgreichen ersten Saison unter Spielertrainer Jan Temme haben die Wessumer in der kommenden Saison große Ambitionen. Die Union möchte in der Tabelle ganz oben mitspielen. Mit den Rückkehrern Hendrik Wenning, Hendrik Lefering und David Brüning sowie dem Eigengewächs Jan Vöcker erscheint der Aufstieg möglich. In den Testspielen setzten sich die Grün-Weißen souverän gegen DJK Rödder, VfL Ramsdorf und SW Holtwick durch. Nur die 1:3-Pleite beim TuS Wüllen war ein Dämpfer. „Insgesamt ging die Vorbereitung in Ordnung, aber die Niederlage gegen Wüllen hat mir gar nicht gefallen. Da müssen wir uns spielerisch noch verbessern“, fasste Temme die letzten Wochen zusammen. Am Sonntag gilt es, die spielerischen Mängel gegen Vorwärts Epe II abzustellen.

FC Vreden: Auch in diesem Jahr zählt der FC Vreden zum Favoritenkreis um den Aufstieg. Als Nachfolger von Hendrik Sahlmer wurde Kai Erning als Spielertrainer verpflichtet, der nun zusammen mit Co-Trainer Jannik Kohlar das Traineramt übernimmt. Die Vorbereitung lief für Neutrainer Erning nach Plan: „Die Spiele waren sehr gut. Wir haben sogar Siege gegen Bezirksligisten eingefahren und mussten nur eine Niederlage hinnehmen.“ Jetzt heißt es für die Jungs vom FC, den Rückenwind aus der Vorbereitung in die Liga mitzunehmen. Wenn die Torjäger Benjamin Schroer und Marcel Terbrack ihren Lauf aus der Vorsaison fortsetzen können, hat Vreden gute Chancen, im Meisterschaftskampf mitzumischen.

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SuS Stadtlohn II: Der erste Gegner von FC Vreden ist der SuS Stadtlohn II. In der Vorsaison spielte die Reserve über weite Strecken oben mit. Mit dem neuen Trainer Martin Arends gilt es, dies zu bestätigen. Für den SuS II geht es darum, den Abgang von Jens Büsker zu verkraften, der das Team Richtung Eintracht Ahaus verlassen hat. Diese Lücke sollen nun junge Spieler aus dem Nachwuchs füllen. Mit Siegen gegen TG Almsick, DJK Vorwärts Lette und zuletzt Olympia Bocholt spielten die Stadtlohner eine gelungene Vorbereitung. Neutrainer Arends sah vor allen Dingen den letzten Test positiv: „Die Generalprobe gegen Olympia Bocholt ist geglückt. Wir haben 5:1 gegen einen Bezirksliga-Aufsteiger gewonnen. Das war richtig gut.“ Diese Qualität muss auch am Sonntag gegen Vreden abgerufen werden.

SC Südlohn: Wegen der ungeraden Anzahl an Teams muss sich die Mannschaft vom SC Südlohn bis zu ihrem ersten Pflichtspiel noch etwas gedulden. Während der Liga-Betrieb für alle anderen Teams beginnt, haben die Schwarz-Weißen am Sonntag spielfrei. Laut Spielertrainer Jörg Krüchting beeinträchtigt das die Stimmung jedoch nicht: „Bei uns herrscht eine super Stimmung. Wir haben in der Vorbereitung guten Fußball gezeigt und die besten Voraussetzungen, um erfolgreich zu starten.“ Dort siegte man unter anderem gegen den VfB Alstätte aus der Bezirksliga. Als Saisonziel wurde das obere Mittelfeld ausgegeben. Am Freitag testet der SC gegen den SW Holtwick, um trotz des Aussetzens am Sonntag im Rhythmus zu bleiben.

Jan Temme (M.) und Union Wessum zählen zu den heißesten Titelanwärtern.

Jan Temme (M.) und Union Wessum zählen zu den heißesten Titelanwärtern. © Sascha Keirat

FC Oeding: In Oeding ist man froh, dass es endlich losgeht. Die Vorbereitung war lang und mit neun Testspielen vor allem intensiv. Dennoch bestritt das Team den Großteil der Spiele erfolgreich. Neben den Siegen gegen andere A-Ligisten wie SuS Legden (3:2), SV Gescher II (9:2) oder Westfalia Gemen II (3:2) setzte Oeding mit einem deutlichen 5:1-Erfolg gegen den Bezirksligisten SpVgg Vreden II ein Ausrufezeichen. In der Vorbereitung traf auch Neuzugang Hendrik Brügging zuverlässig. Dass die Mannschaft von anderen Trainern als Aufstiegskandidat gehandelt wird, stört FC-Coach Jeroen van der Veen nicht: „Wir haben keine konkreten Saisonziele, aber sehen auch selbst, dass unsere Qualität ausreicht, um für eine Überraschung zu sorgen.“ Bis zum Spiel am Sonntag gegen RW Nienborg sollte der Neuntplatzierte der Vorsaison die Schwierigkeiten in der Defensive in den Griff bekommen. In neun Freundschaftsspielen wahrte Oeding nur ein einziges Mal die weiße Weste.

SF Ammeloe: Auch in Ammeloe wurde ein neues Trainerteam engagiert. Die neuen Trainer Andre Stroetmann und Jürgen Banken waren zuletzt bei Union Wessum aktiv. Seit diesem Sommer trainieren sie die Sportfreunde aus Ammeloe. Das Duo nutzte die freie Zeit, in der durch den Virus keine Spiele stattfanden, um die Mannschaft besser kennenzulernen. Im zweiten Teil der Vorbereitung organisierten sie dann viele Freundschaftsspiele, bei denen sie unterschiedlich gut auftraten. Während sie den ASV Ellewick mit einem 2:1-Sieg überraschten, mussten sie sich gegen den B-Ligisten SC Ahle mit einem 1:1 zufrieden geben. Neutrainer Andre Stroetmann möchte erst mal „nichts mit dem Abstieg zu tun haben“. Danach könne man weiter sehen, wohin es für die Sportfreunde geht.

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GW Lünten: Zum Saisonstart muss sich GW Lünten im Derby Ammeloe stellen. Ähnlich wie der Gegner am Sonntag bestimmt GW-Trainer Stefan Bennink kein Saisonziel: „Wir haben uns nach den letzten Jahren davon gelöst, Saisonziele auszurufen. Diese Saison wollen wir einfach sehen, dass wir Punkte sammeln.“ Die Vorbereitung lief für Lünten zufriedenstellend. Auch gegen Bezirksligisten wie VfB Alstätte (3:4) und SV Gescher (2:0) hielten die Grün-Weißen mit. Bloß gegen den VfL Ramsdorf setzte es zuletzt eine klare 2:6-Niederlage. Trotzdem wird Lünten am ersten Spieltag mit Selbstbewusstsein in das Derby gehen, um die Grundlage für eine Saison ohne Abstiegsängste zu legen.

Eintracht Ahaus II: Bei der Reserve von Eintracht Ahaus macht man kein Geheimnis daraus, dass die Saison 20/21 eine schwierige Spielzeit wird. „Wie auch in den letzten Saisons wird es für uns nicht leicht. Das klare Ziel ist der Klassenerhalt“, legt Trainer Matthias Junk im Vorlauf des ersten Saisonspiels fest. Diese Einschätzung bestätigen auch die letzten Testpleiten gegen SV Gescher II (2:4), ASV Ellewick (0:2) und Union Wessum II (0:1). Routinier Niko Reder, der ursprünglich schon für die Alten Herren auflaufen wollte, soll dabei helfen, in die richtige Spur zu finden. Der 39-Jährige wird am Sonntag gegen seinen Ex-Club FC Ottenstein auflaufen. Das erste Pflichtspiel ist wegweisend für die Saison der Eintracht.

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FC Ottenstein: Das gilt auch für die erste Mannschaft von Ottenstein, deren grundlegendes Ziel ebenfalls der Klassenerhalt ist. Der FCO ist dem Abstieg in der letzten Saison nur durch die Verbreitung des Corona-Virus entkommen. Dass das diese Spielzeit auch ohne Veränderungen im Kader anders werden soll, zeigten die Ergebnisse aus der Vorbereitung. Gegen die drei A-Ligisten RW Nienborg, DJK Billerbeck II und GW Nottuln II blieb man ungeschlagen und kassierte dabei nur zwei Gegentore, deshalb fällt das bisherige Fazit von Trainer Thomas Gerwing positiv aus: „Das waren Spiele auf Augenhöhe, die uns auf ähnlichem Niveau in der Saison erwarten werden. Die Spielweise mit dem neuen System und die Ergebnisse hinterlassen ein positives Gefühl.“ Gerwing erwartet eine „harte Saison“, sieht aber das Potenzial in seiner Mannschaft, die Spielzeit positiv zu bestreiten.

DJK Stadtlohn: Das Team von der DJK Eintracht Stadtlohn hielt sich ebenfalls aufgrund der Sonderregelungen in der Kreisliga A1. Trainer Frank Rohmann ist zwar schon seit Januar im Amt, durfte bisher jedoch nur ein Pflichtspiel mit seiner Mannschaft bestreiten, weil die Saison kurz nach seinem Antritt gestoppt wurde. Die zahlreichen Neuzugänge sollen dem Trainer dabei helfen, dass man nicht wieder in Abstiegsregionen gerät. „In der Vorbereitung habe ich Höhen und Tiefen erlebt“, sagte Rohmann über die letzten Wochen. So folgten auf einen Sieg beim ASV Ellewick (4:3) und einem Remis bei SG Borken II (1:1) unglückliche Niederlagen gegen SV Gescher II (2:4) und VfB Alstätte (3:4). Für den Saisonstart muss primär die Defensive stabilisiert werden, sodass der Optimismus vor dem ersten Spiel gegen Schöppingen nicht gleich schon wieder verschwindet.

RW Nienborg: Die intensivste Vorbereitung von allen Teams hatte RW Nienborg. „Spielen, spielen, spielen“ war die Divise von Trainer Rick Reekers, der mit seiner Mannschaft zwölf Freundschaftsspiele bestritt. Es ergaben sich drei Siege, ein Unentschieden und acht Niederlagen. Reekers war mit den Ergebnissen nicht glücklich: „Die Vorbereitung lief schleppend. Wir haben zu viele Spiele zu einfach verloren. Das müssen wir abstellen“. Trotz einer Handvoll angeschlagener Spieler freuen sich die Rot-Weißen auf das Kreisliga-A-Comeback am Sonntag. Dann muss sich die Mannschaft gegen den FC Oeding beweisen.

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