Eine echte Szene hat sich im Bikepark-Ahaus dank engagierter Jugendlicher entwickelt. Davon machte sich nun Profi und Youtuber Marc Diekmann ein Bild. Er hatte viele Ratschläge im Gepäck.

Ahaus

, 21.08.2019, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Emsig haben die Ahauser Jugendlichen an ihrem Bikepark im Freizeitgelände Ork mitgewirkt, nun gab es eine Art „Belohnung“. Auf Einladung des Jugendwerks verschaffte sich mit dem Freeride-Montainbiker Marc Diekmann aus Melle ein echter Profi ein Bild vor Ort – und er hatte zahlreiche Tipps dabei. Sicher an die 75 Jugendliche folgten für einige Stunden dieser Einladung zum Meet and Greet, ein spannender Bestandteil des Ferienprogramms des Jugendwerks.

Freeride-Profi und Youtuber Marc Diekmann gibt Tipps im Bikepark

Begrüßung in lockerer Runde: Birgit Kleinfeld (r.) vom Jugendwerk war begeistert von der Resonanz auf die Aktion. © Michael Schley

Berührungsängste kannten die Biker am Mittwochmorgen keine. Marc Diekmann, eine Banane in der Hand, ging sofort auf die Jugendlichen zu. Mit dabei: eine Vielzahl an Autogrammen und Stickern, die reißenden Absatz fanden – in mehreren Etappen. Autogramme gab’s natürlich auch auf Räder, auf Helme und gar auf Smartphones. „Irgendwas klappert an meinem Rad.“ Jonna, gerade einmal neun Jahre alt, hatte die erste Frage technischer Natur. Ein prüfender Blick: „Der Steuersatz ist lose.“ Ein Handgriff und weiter geht’s.

Währenddessen möchte Joelle wissen, wie sie ihren Bunny-Hop und ihr Fakie fahren weiter perfektionieren kann? „Üben, üben, üben.“ Joelle ist nicht das einzige Mädchen auf der Piste. Die Elfjährige nimmt sich den Tipp gleich zu Herzen und übt. Seit knapp einem Jahr ist sie dabei: „Ein Nachbar hatte ein Dirt Bike, das wollte ich dann auch.“

Freeride-Profi und Youtuber Marc Diekmann gibt Tipps im Bikepark

Autogramme gab es nicht nur auf Karten. Marc Diekmann musste auch auf Helmen und Rädern unterschreiben. © Michael Schley

Marc Diekmann, der heute für das Team Rose Bikes in Bocholt fährt und sich vor allem als Youtuber einen Namen in der Szene macht, erinnert sich an seine eigenen Anfänge: „Ich war ungefähr zehn, von diesem Sport wusste ich gar nichts. Wir sind mit den Straßenrädern im Wald gefahren, irgendwann haben wir dann Schutzbleche und Licht abmontiert. Als wir uns dann BMX-Räder holten, war der Knoten gelöst.“ Den Rest besorgten Clips auf Clipfish oder Youtube, eine erste Bahn wurde gebaut.

Biken als Vollzeitjob

Bis 2018 war Marc Diekmann noch Student, seit Beginn dieses Jahres ist für ihn das Mountainbiken ein „Vollzeitjob“. Neben Wettbewerben mehren sich vor allem Meets and Greets wie in Ahaus – unter anderem zu Bikepark-Eröffnungen. „Extrem viel unterwegs“ ist Diekmann, um Content für seine Social Media-Auftritte zu sammeln. So war er in diesem Jahr unter anderem schon in Neuseeland und in Kalifornien. Auf Youtube verfolgen über 50.000 Abonnenten, welche Pisten er fährt oder welchen Stunt er gerade probt.

Trainiert wird übrigens quasi vor der Haustüre: Dabei spielten ihm gleich zwei „Zufälle“ in die Karten: „Meine Mutter hatte eine Pferdewiese am Haus, mein Vater ein kleines Garten- und Landschaftsbauunternehmen mit den entsprechenden Geräten. So hab ich mir meine eigene Pumptrack entwickelt.“ Aktuell ist er allerdings „auf Eis gelegt“, im Training beim Meeting in Winterberg zog er sich jüngst eine Schultereckgelenksprengung zu.

Freeride-Profi und Youtuber Marc Diekmann gibt Tipps im Bikepark

Auch in technischen Dingen stand der Profi den Nachwuchssportlern hilfsbereit mit Rat und Tat zur Seite. © Michael Schley

Auf dem Festival in Winterberg traf übrigens auch Alexander Helfenstein sein „Vorbild“ bereits. Der 15-Jährige hatte auch die Idee, Marc Diekmann einmal zum Bikepark-Ahaus einzuladen. „Man kennt ihn, nicht zuletzt durch Youtube. Einfach klasse, dass er uns heute besucht“, so Helfenstein, der sogleich loslegt. Zwei bis drei Mal die Woche trainiert er mit seinen Kumpels im Bikepark, eine bunt gemischte Szene. „Wir kennen die Jüngeren, die Jüngeren kennen uns“, erklärt Helfenstein. Selbstverständlich sei es, dass man die Anlage auch gemeinsam pflege.

Helm ist Pflicht

Dass hatte auch Marc Diekmann mit dazu bewogen, Ahaus zu besuchen. „Als ich durch das Jugendwerk von dem großen Engagement in Ahaus gehört habe, da hab ich sofort zugesagt“, berichtet Diekmann. „Ein ganz unkomplizierter und zuvorkommender Mensch“, freut sich auch Birgit Kleinfeld, die Teamleiterin des Jugendwerks. Weiter: „Uns ist es immer wichtig, dass wir Angebote vor Ort organisieren. Von der Resonanz bin ich überwältigt.“

Freeride-Profi und Youtuber Marc Diekmann gibt Tipps im Bikepark

Dicht umlagert war der Profi Marc Diekmann, der gut beschäftigt war. Die Nachwuchsfahrer im Bikepark-Ahaus sind um eine Erfahrung reicher. © Michael Schley

Gegen Mittag geht es schon in die zweite Autogramm-Runde. Welches sei denn der wichtigste Tipp, den der Nachwuchs beherzigen sollte: „Ganz wichtig ist der Helm – egal auf welchem Niveau man fährt.“ Und diesem Hinweis ist schon mal jeder gefolgt…

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