Ahauser Jan Wiechert will in Kanada Karriere auf Kufen machen

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Der 16-jährige Ahauser hat ein Stipendium im „Mutterland des Eishockeys“ erhalten und verlässt seine Heimat Ende August. In vielen Belangen ein echtes Abenteuer.

Ahaus

, 20.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Jan Wiechert geht ein kleiner Traum in Erfüllung: Der 16-Jährige darf seinen Lieblingssport demnächst in Kanada, dem selbst ernannten „Mutterland des Eishockeys“, ausüben. Der Ahauser hat ein Stipendium erhalten und steigt am 30. August in den Flieger.

Jan Wiechert ist eine echte Erscheinung. 2,01 Meter ist er groß und hat ziemlich breite Schultern. In Kanada würde er sicher auch als Holzhacker zurechtkommen. Doch der Plan ist ein anderer: Im Eishockey will er den nächsten Schritt machen und mit dem nötigen Glück vielleicht irgendwann bei einem Profiklub unterkommen. Die NHL, die nordamerikanische Profiliga, sei natürlich ein Traum, „da zu landen, ist aber eher unrealistisch“, sagt Jan Wiechert. „Die DEL würde mir auch schon reichen.“

Ahauser Jan Wiechert will in Kanada Karriere auf Kufen machen

Jan Wiechert nutzt seine verbleibende Zeit in Ahaus zum Training.

Die DEL, die Deutsche Eishockey Liga, entfachte schon seine Leidenschaft für den robusten Sport, als er noch ein kleines Kind war. Schon mit vier Jahren schnürte Jan erstmals die Inliner bei den Ahauser Maidy Dogs. „Er wollte immer Eishockey spielen, aber das war ja hier in Ahaus nicht mehr möglich, nachdem es die Eishalle nicht mehr gab“, berichtet seine Mutter Heike Wiechert. 2014 ließ sie ihren Sohn dann doch die Inliner gegen Kufen eintauschen, er schloss sich dem Eishockey Club Nordhorn an. Schon nach einem Jahr habe er dort die Empfehlung erhalten, sich mal bei der Düsseldorfer EG vorzustellen, die in der höchsten deutschen Jugendliga antritt.

Als Köln-Fan nach Düsseldorf

Die DEG nahm den Defensivspieler – eigentlich Fan der Kölner Haie – auf, das Zweitspielrecht für Nordhorn behielt Jan Wiechert zunächst weiter. Mutter Heike fuhr ihren Sohn also viermal pro Woche zum Training und samstags zu den Spielen nach Düsseldorf – da kamen einige Kilometer und Stunden zusammen. Doch der ganze Aufwand war nicht umsonst. „Schon 2018 nach der Schüler-Endrunde in Bad Tölz haben wir ein Angebot erhalten, dass Jan nach Ontario wechseln kann. Ich wollte aber, dass er erst hier in Ahaus seinen Abschluss an der Anne-Frank-Realschule macht“, erklärt Heike Wiechert. Das hat er in diesem Jahr erledigt und es ergab sich erneut die Gelegenheit zum Wechsel über den Großen Teich – und diesmal hat Jan Wiechert sie wahrgenommen.

Die Nachwuchsakademie in Windsor, direkt an der Grenze zu Detroit in den USA, bildet Eishockey-Talente aus und arbeitet auch mit einer Schule zusammen, die Jan Wiechert künftig besuchen wird. Leben wird er dann in einer Gastfamilie. „Ich freue mich schon darauf, eine neue Kultur kennenzulernen. Und ich bin natürlich auch stolz darauf, in Kanada Eishockey spielen zu dürfen“, sagt Jan Wiechert.

Und offenbar freut sich auch die Akademie bereits auf ihren Neuzugang. In einem Facebook-Post vermeldete die „A21 Academy Hockey“ die Verpflichtung des Ahausers. Besonders seine Körpergröße könne für ihn ein großer Vorteil sein. „Die Scouting-Berichte sind alle sehr positiv, was seinen Charakter und sein Potenzial angeht. Wir wollen ihn hier zwei Jahre weiterentwickeln und in die NAHL oder USHL bringen“, wird sein künftiger Trainer zitiert. Die USHL ist die wichtigste Junioren-Eishockey-Liga in den USA.

Training und Sprachkurs

Bis zu seiner Abreise Ende August will sich Jan Wiechert nun körperlich bestmöglich vorbereiten. „Ich gehe hier in Ahaus mehrmals die Woche ins Fitnessstudio“, sagt er. In Kanada kommt dann nicht nur intensives Training mit den neuen Teamkollegen dazu – darunter auch Spieler aus Österreich, Russland und Frankreich –, sondern in den ersten zwei Monaten auch Sprachunterricht.

Ein echtes Abenteuer für den jungen Ahauser, der gespannt ist, wie seine Eishockeylaufbahn weitergeht.

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