"Ala" wird nicht vergessen

LEGDEN/KREIS Halla und Meteor sind als "Gold-Pferde" ist der deutschen Reit-Szene unvergessen - nicht zuletzt, weil sie als lebensgroße Bronzestatuen "weiterleben". An Ala, drittes Paradepferd der deutschen Gold-Equipe 1956 in Stockholm, erinnern sich derzeit nur Hermann Terhörst und Alfons Kleining.

10.03.2009, 12:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das aber wird sich ändern: Anlässlich des 60. Gründungstages der Turniergemeinschaft St. Josef wird der Stute, die unter Alfons Lütke-Westhues zum Mannschafts-Gold geritten war, in ihrem Geburtsort Darfeld am 19. März ein Erinnerungs-Bilderbogen gewidmet. Und dieses Dokument wird neben den Vorsitzenden der beteiligten Reitvereine aus Osterwick, Billerbeck, Darfeld, Beerlage, Schöppingen und Legden auch der "Gold-Reiter" Hans-Günther Winkler signieren.

Vor dem Leichenwagen

"Halla und Meteor sind Denkmäler gesetzt worden - Ala, immerhin eines der erfolgreichsten Pferde aus der Zucht der Turniergemeinschaft, kennen bislang nur Eingeweihte", erklären Hermann Terhörst vom RV Legden und Alfons Kleining, der ehemalige Vorsitzende des RV Osterwick. Im Stall seines Onkels Bernhard Kleining hatte mit "Allerletzter" der Vater von "Ala" gestanden, die am 28. März 1945 im Stall des Land- und Gastwirten Max Sieverding in Darfeld zur Welt gekommen war. Drei- und vierjährig war "Ala" als Gespannpferd gegangen - auch vor dem Leichenwagen, den Sieverding in Darfeld fuhr.

1949 allerdings wechselte "Ala" die Betätigung: Verkauft an Josef Holtermann (Waltrop) und unter dem Sattel von Theo Wulhorst (Waltrop) präsentierte sie ihr Talent im Springsport. Das hatte auch das DOKR in Warendorf erkannt und erstand den Vierbeiner für ihren Bereiter Alfons Lütke-Westhues. Über die Erfolge bei ländlichen Turnieren bis hin zu den Nationenpreis-Ritten wie etwa in Aachen und Dortmund zählte das Paar aus der Warendorfer Reitschule dann 1956 zur Deutschen Equipe, die in Stockholm zur Goldmedaille reiten sollte.

Am 18. Januar 1961, am Tag der Einweihung der "Deutschen Reitschule" in Warendorf, wurde "Ala" ebenso wie "Halla" im Beisein der gesamten deutschen Reiter-Elite offiziell vom Springsport verabschiedet. Neben der Stute aus Darfeld nahm auch der in Westbevern geborene Lütke-Westhues im Alter von 31 Jahren Abschied vom Turniersport - mit "Ala" als Abschiedsgeschenk.

Der Versuch, die damals 16-jährige Stute in der Zucht einzusetzen, schlug fehl: "Ala" vererbte ihre Talent nicht weiter - ebenso wie übrigens auch "Halla".

Ein schwieriges Pferd

"Ala war eher ein schwieriges Pferd. Erst die reiterlichen Qualitäten von Alfons Lütke-Westhues haben daraus ein Championats-Pferd werden lassen", erinnert sich der gebürtige Stadtlohner und ehemalige Landestrainer Hermann Vosskamp aus Everswinkel als enger Freund des am 8. März 2004 verstorbenen Alfons Lütke-Westhues. Der Jubiläumsabend der Turniergemeinschaft St. Josef findet am Donnerstag, 19. März, 19 Uhr im Hotel-Restaurant Feldkamp in Darfeld statt; Ehrengast ist Hans-Günther Winkler. Er referiert zum Lichtbildervortrag: „Halla, meine Pferde und ich“. bml

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