Wie unser Reporter zum Co-Trainer des ersten Kreisliga-D-Laptop-Trainers wurde

mlzBratwurst, Bier, behaarte Bäuche

Eigentlich hatte Johannes Schmittmann mit dem Vereins-Fußball abgeschlossen. Wieso er nun doch in die unterste Kreisliga zurückkehrt, erklärt er im ersten Teil unserer neuen Kolumne.

Ahaus

, 11.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eigentlich hatte ich vor sieben Jahren mit dem Vereins-Fußball abgeschlossen. Im Spätherbst 2012 fuhr ich mit meinem damaligen Verein zur Dritten von DJK Eintracht Stadtlohn. Mit Müh und Not hatten wir elf Männer zusammen bekommen. Ich selbst reiste nach einem Hilferuf des Trainers trotz Klausurenphase mit dem S70 aus Münster an. Altersschnitt der Mannschaft: nahe an der 40. Es brauchte keine Kristallkugel, um vorherzusagen, was passieren würde. Mit gesenkten Köpfen verließen wir nach 90 Minuten den Platz. Endergebnis: 10:0. Das war es für mich. So etwas wollte ich mir nie wieder antun und mich fortan auf mein Studium konzentrieren. Eigentlich.

Info:

In der Kolumne „Bratwurst, Bier, behaarte Bäuche“ berichtet unser Reporter Johannes Schmittmann regelmäßig aus den Tiefen der Kreisliga D.

Doch dann klingelte vor zwei Monaten das Handy: „Moin, kannst Du dir vorstellen, mein Co-Trainer zu werden?“ Am anderen Ende der Leitung war der Wessumer Lukas Gerling, seit meiner Jugend ein enger Freund. Er erzählte mir von der unbefriedigenden zurückliegenden Saison, in der Union Wessum III nur fünf von 24 Spielen für sich entscheiden konnte und dass er nun das Ruder übernehmen werde. Er philosophierte über das große Potenzial der Truppe, schickte mir Dokumente mit Leistungsanalysen der einzelnen Spieler. Die Verlockung, dem ersten Laptop-Trainer der Kreisliga-D-Geschichte zu assistieren, war dann doch zu groß. Ich sagte zu.

Youtube-Videos inhaliert

Seitdem werden Lehrbücher vom DFB gewälzt, Youtube-Videos inhaliert und selbst meine angestaubten Laufschuhe wurden aus dem Keller geholt. Die Idee, ein asymmetrisches 3-6-1 mit abkippenden Sechsern auszuprobieren, haben Lukas und ich zwar nach der ersten Trainingseinheit verworfen. Der positive erste Eindruck überwiegt allerdings dennoch. Trotz des knochenharten Bodens waren versprungene Bälle die Ausnahme. Nur am Tempo hapert es noch. Ich selbst musste mal wieder feststellen, dass der Körper nach vielen Jahren der Fußball-Abstinenz nur noch selten das macht, was der Kopf ihm sagt. Aber die Vorbereitung hat ja gerade erst angefangen…

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