„Katastrophe“, „Total unverständlich“ – das sagen die Trainer zur Bezirksliga mit 18 Teams

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Die Bezirksliga 11 mit Stadtlohn, Wüllen, Vreden II und Alstätte wurde auf 18 Teams aufgestockt. Mehr Spiele und weniger Winterpause sind nur zwei Folgen. Wir haben die Trainer dazu befragt.

Kreis

, 02.07.2019, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Überraschung für die Bezirksligateams aus dem Fußballkreis Ahaus/Coesfeld brachte die Staffeleinteilung des Verbands am Montag: Als einzige Bezirksliga setzt sich die Staffel 11 in der neuen Saison aus 18 Mannschaften zusammen, Union Lüdinghausen und der FC Nordkirchen sind aus Staffel 8 umgruppiert worden – offenbar auf eigenen Wunsch.

Das hat Folgen: Zum einen verlängert sich die Saison, zum anderen erhöht sich laut Staffelleiter Horst Dastig aus Coesfeld die Zahl der Absteiger mindestens auf vier, möglich seien sogar fünf.

Kürzere Pause in der Bezirksliga 11

Außerdem kommen auf die Mannschaften vier zusätzliche Spieltage zu: Die Saison läuft im Dezember eine Woche länger als in einer 16er-Staffel, und zwar bis zum 15. Dezember. Zudem ist am 9. Februar schon wieder ein Spieltag angesetzt – die Winterpause ist also ausgesprochen kurz. Gespielt wird auch an Gründonnerstag (9. April) und Ostermontag (13. April).

Markus Krüchting, Spielertrainer bei Aufsteiger VfB Alstätte, findet klare, kritische Worte zur Staffeleinteilung: „34 Spieltage im unteren Amateurbereich, das ist für mich einfach too much. Ich finde es total unverständlich, dass eine Staffel mit 18 Mannschaften antreten muss und die meisten anderen mit 16. Da hätte man doch auch einen Kompromiss eingehen und zwei 17er-Ligen bilden können. Dass damit auf die Bedürfnisse von Lüdinghausen und Nordkirchen eingegangen wird, damit sie mehr Derbys haben, finde ich nicht in Ordnung.“

Für Krüchting stellt vor allem die verkürzte Winterpause ein Problem dar: „Schon letztes Jahr, als die Rückrunde am 10. März losging, hatten wir als Verein ohne Kunstrasen Schwierigkeiten und mussten in der Rückrunde einige Nachholspiele absolvieren. Das könnte nächstes Jahr ein reines Improvisieren werden. Aber wir werden deshalb jetzt kein Trübsal blasen.“

Das ist auch die Devise von Stefan Rahsing, Trainer beim SuS Stadtlohn. „Es nützt jetzt nichts, sich zu beklagen. Unser Kader ist groß genug.“ Allerdings müsse auch er in der Planung für die Winterpause umdenken: „Unsere Hallenplanung wird sich jetzt natürlich ändern. Wir müssen schon darauf achten, dass unsere Spieler im Winter genug Pause haben, drei Wochen sollten es schon sein.“

Für den SuS, der gerne oben mitspielen möchte, sind neben der verlängerten Saison auch die neu hinzugekommen Gegner ein Faktor. Rahsing: „Nordkirchen ist für mich der Topfavorit auf den Titel. Die haben extreme Qualität, letztes Jahr 25 von 28 Spielen gewonnen und sind erst in der Aufstiegsrelegation gescheitert.“

Bennies: „Grenzwertig für diese Spielklasse“

Allein die Fahrten nach Nordkirchen oder auch Lüdinghausen – jeweils 60 bis 70 Kilometer pro Weg – sind für Björn Bennies, Coach der SpVgg Vreden II „grenzwertig für diese Spielklasse“. Insgesamt sei die Belastung für seine Mannschaft natürlich deutlicher höher als erwartet. „Für 34 Spieltage bräuchten wir eigentlich einen größeren Kader, als wir ihn derzeit haben.“

Hinzu kämen mögliche Englische Wochen wegen ausgefallener Spiele in den Wintermonaten. Bennies sagt: „Ich weiß nicht, was die Leute beim Verband sich dabei gedacht haben. Aber wir müssen es jetzt so nehmen und das Beste draus machen. Jammern hilft uns nicht weiter.“

„Katastrophe“, „Total unverständlich“ – das sagen die Trainer zur Bezirksliga mit 18 Teams

Alles andere als glücklich: Wüllens Coach Uwe Stampfer. © Sascha Keirat

Das sieht auch Uwe Stampfer vom TuS Wüllen so. Dennoch kam die Nachricht am Montag auch bei ihm alles andere als gut an. „Für Vereine wie uns ist das ganz einfach eine Katastrophe.“ Die Sportplatzproblematik in Ahaus kennt er ebenso gut wie sein Alstätter Kollege Krüchting. „Mit Pech müssen wir dann in die Rückrunde starten, ohne vorher ein einziges Mal auf dem Platz gestanden zu haben Das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil.“ Wahrscheinlich müsse er mit seinem Team gleich in der ersten Januar-Woche in die Vorbereitung starten. „Die Winterpause ist dann gleich null.“

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