Blut lassen für die SpVgg

Vreden Noch kann Daniel Terbeck nicht so richtig einordnen, was mit ihm in der nächsten halben Stunde geschehen soll: Der Fußballer des Verbandsligisten SpVgg Vreden ist dennoch bereit für einen Laktat-Test.

22.01.2008, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

<p>Auf dem Laufband bringt sich Daniel Terbeck auf Touren - beobachtet vom Sporttherapeuten Christoph Jolk.  Mathmann</p>

<p>Auf dem Laufband bringt sich Daniel Terbeck auf Touren - beobachtet vom Sporttherapeuten Christoph Jolk. Mathmann</p>

Im Gesundheitszentrum Vreden fließt der Schweiß: Inmitten anderer Sportler, die sich an den Geräten fit halten, bittet Christoph Jolk den SpVgg-Fußballer auf das Laufband. Der Sporttherapeut erklärt kurz, was dem Kicker bevorsteht: "Drei Minuten lang Belastung, dann eine kleine Pause und ein Pieks ins Ohrläppchen, um einen Tropfen Blut zu entnehmen. Dann wird die Belastung erhöht, zweite Pause und Blutentnahme. Dritte Belastungsstufe und so weiter".

Mit einer Geschwindigkeit von zehn km/h trabt Terbeck auf dem Laufband - das Tempo lässt für ihn noch einige Flachsereien mit Trainer Ingo Schlösser und dem Sporttherapeuten Christoph Jolk zu. Der erste Pieks ins Ohrläppchen - "Blut lassen für die SpVgg" - übersteht er mit einem breiten Grinsen. Die Geschwindigkeit wird auf 11,5 km/h erhöht - keine Probleme für Terbeck. 13 km/h, 14,5 km/h, 16 km/h - langsam, aber sicher kommt nicht nur das Laufband auf Touren, sondern auch Daniel Terbeck und sein Puls.

An die Grenzen stoßen

Bei einer Geschwindigkeit von 19 km/h stößt der Fußballer an seine Grenzen. Nach dreiminütiger Belastung rast sein Puls: 193 Schläge pro Minute weist die Pulsuhr aus. Jolk misst einen Laktat-Wert von 7,5 mmol/l. Mit hochrotem Kopf verlässt Terbeck das Laufband - nach wenigen Minuten allerdings hat sich sein Puls beruhigt; seine Beinmuskulatur aber "brennt". Und der Fußballer ist interessiert an der Analyse.

"Bis zu einer Belastung von etwa elf km/h ist alles im ,grünen Bereich', Puls- und Laktatwerte sind nicht sonderlich angestiegen. Erst ab Stufe drei zeigen sich Ausschläge nach oben", stellt Schlösser beim Blick in die "Kurven" fest. "Das bedeutet, dass Daniel Terbeck eine Kilometer-Laufleistung von etwa sechs Minuten haben müsste, um beim Grundlagen-Ausdauertraining effektiv arbeiten zu können", deutet Schlösser.

Geringere Belastungen würden sich nicht als Leistungssteigerung auswirken, höhere Belastungen würden die Muskulatur zu schnell ermüden lassen - also ebenfalls keine Leistungssteigerung bewirken. "Anhand der Daten dieser Leistungs-Diagnostik kann ich drei Leistungsgruppen bilden, die ganz individuell ihre Grundlagen-Ausdauer trainieren", verdeutlicht Schlösser. Natürlich möchte er damit bewirken, dass das "Gesamt-Niveau angehoben wird. Im Detail heißt es für mich aber: Die Leistungsspitzen erhalten und Leistungsdefizite beheben."

Trainingsintensität

Anhand der Leistungsdaten richtet Schlösser jetzt die Trainingsintensität aus - eine Kontrolle vor dem ersten Spieltag soll aufzeigen, ob er das Training richtig dosiert hat. "Die Fußballer sollen in den Spielen weder nach 75 Minuten in ein Loch fallen, weil es ihnen an der Kondition fehlt, noch sollen sie schon vor Saisonbeginn so ausgepowert sein, dass sie keine Leistung mehr abrufen können", nennt Schlösser seine Kriterien. bml

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