Cihan Bolat wechselt zur Eintracht: „Auch mal mit dem Fahrrad zum Training“

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Einen „dicken Fisch“ hat Eintracht Ahaus an Land gezogen. Zur neuen Saison wechselt Cihan Bolat in den Stadtpark. Die Eintracht überzeugte den Stürmer vor allem mit zwei Verlockungen.

Ahaus

, 05.03.2020, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seine Zukunft in Vreden hatte der aktuell verletzte Stürmer Cihan Bolat bis zuletzt offen gelassen. Nun steht fest, wie es für ihn weitergeht: Der 28-Jährige schließt sich im Sommer der Landesliga-Auswahl von Eintracht Ahaus an. Damit tauschen beide Vereine sozusagen ihre Goalgetter, bekanntlich schließt sich Maximilian Hinkelmann den Vredenern an.

Die Verbindung zur Eintracht ergibt sich bei Bolat zunächst mal dadurch, dass er seit ein paar Jahren in Ahaus lebt und in Legden als Industriekaufmann arbeitet. Durch den Beruf habe er auch Eintracht-Trainer Frank Wegener kennengelernt, der ihm schließlich einen Wechsel in den Stadtpark schmackhaft gemacht hat.

„Frank und ich haben uns oft über Fußball ausgetauscht“, erklärt Bolat. „Als dann klar war, dass er Trainer in Ahaus bleibt und dass ich mir mit den Verantwortlichen in Vreden nicht über eine Verlängerung einig wurde, hat Frank mich gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, öfter mal mit dem Fahrrad zum Training zu fahren. So kam das Ganze ins Rollen.“

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Zunächst habe Bolat aber überlegen müssen, zumal ihm auch ein Angebot aus der Oberliga vorgelegen habe. „Letztlich hat es mich aber neben der Nähe zu meiner Wohnung auch gereizt, bei der Eintracht auf die Trainerschiene zu kommen.“ Als Wegeners verlängerter Arm soll Bolat auf dem Platz zusätzliche Verantwortung übernehmen.

Im Emsland geboren spielte Bolat schon in Bad Bentheim (Oberliga Niedersachsen) auf gehobenem Niveau. Anschließend zog es ihn zu Preußen Münster, wo er bei der zweiten Mannschaft Torschützenkönig in der Westfalenliga wurde. Anschließend zog er zum SV Rödinghausen weiter, mit dem der Regionalliga-Aufstieg gelang.

Kurzeinsatz in der Dritten Liga

Bei Arminia Bielefeld stand Bolat in der Saison 2014/15 sogar für eine Kurzeinsatz in der Dritten Liga auf dem Rasen, spielte meist aber für die Oberliga-Reserve. Nach seiner Zeit bei RW Ahlen in der Regionalliga versuchte sich Bolat in der Türkei bei Gümüshanespor als Profi, der Plan zerschlug sich allerdings recht schnell wieder.

Einen Neustart wagte der Angreifer dann 2016 im Westmünsterland. Mit dem SuS Stadtlohn spielte er in der Ober- und Westfalenliga, ehe er 2018 Trainer Rob Reekers nach Vreden folgte. Und nun folgt mit Eintracht die nächste Station.

Unter anderem beim Eintracht-Pokal konnte sich der Ahauser Klubchef Stefan Kappenstiel schon von Cihan Bolats Qualitäten als Torjäger überzeugen.

Unter anderem beim Eintracht-Pokal konnte sich der Ahauser Klubchef Stefan Kappenstiel schon von Cihan Bolats Qualitäten als Torjäger überzeugen. © Johannes Kratz

„Wir sind wirklich froh, dass Cihan uns die Zusage gegeben hat“, sagt der Eintracht-Vorsitzende Stefan Kappenstiel. Mit der Verpflichtung Bolats sei die Lücke im Angriff, die durch Hinkelmanns Abgangs entsteht, nun geschlossen. Mit dem nunmehr siebten Neuzugang sei die Kaderplanung abgeschlossen.

Aus Vreden würde sich Bolat gerne mit dem Oberliga-Aufstieg verabschieden. Aktuell kann er dem Westfalenliga-Spitzenreiter allerdings nicht weiterhelfen, weil er sich in der Vorbereitung einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hat - ausgerechnet im Testspiel gegen die Eintracht.

Bolat braucht Geduld nach Schlüsselbeinbruch

Bis er wieder auf dem Platz stehen kann, werde er aber Geduld brauchen. „Die OP ist ja gerade mal drei Wochen her. Der Arzt hat mir anfangs gesagt, dass es ein halbes Jahr dauern könnte, bis ich wieder richtig in die Zweikämpfe gehen kann“, so Cihan Bolat. „Die Genesung schreitet schneller voran als erwartet, aber mit einem Einsatz noch in dieser Saison kann es schon knapp werden.“

So drückt Bolat derzeit doppelt die Daumen. Zum einen den Vredenern im Titelrennen, zum anderen den Ahausern im Kampf um den Klassenerhalt. Denn Bolats Zusage gilt zunächst einmal nur für die Landesliga, wie er sagt.

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