"Da musst Du durch": Stadtlohner Triathlet Marcel Lücke meistert den StrongmanRun

STADTLOHN/KREIS Voller Tatendrang und Ehrgeiz stürzt sich Marcel Lücke in die Fluten des Canale Grande - und zuckt zusammen: Das matschige, eiskalte Wasser raubt dem Stadtlohner fast den Atem.

31.03.2009, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
"Da musst Du durch": Stadtlohner Triathlet Marcel Lücke meistert den StrongmanRun

<p>Marcel Lücke überquert auf dem Weg zum 33. Platz in der Gesamtwertung auch einen haushohen Strohturm.</p>

Aber: "Da musst Du durch. Wer beim StrongmanRun bestehen will, darf nicht wasserscheu sein", schmunzelt der 25-jährige Triathlet des SuS Stadtlohn und Bundeswehrsoldat. Die zwei Runden über jeweils neun Kilometer und insgesamt 18 Hindernisse stellen eine Herausforderung dar, die nach dem Motto des Veranstalters nur "die Stärksten" durchstehen.

Nichts für Wasserscheue

Geschätzte sechs (und gefühlte null) Grad ist das Wasser kalt, das den "Canale Grande", eine rund 20 Meter lange Wasserfurt füllt und das es zu durchschwimmen gilt. "Ohne Neoprenanzug eine echte Strapaze", stöhnt der Triathlet. In Runde zwei nimmt Lücke aber wie die Mehrzahl der Athleten den schmalen Weg im flachen Wasser am Ufer. "Es wurde genau darauf geachtet, dass man eben durch das Wasser ging", verdeutlicht er die Situation - einige "Wasserscheue" werden schlichtweg disqualifiziert.

 Dabei hat Marcel Lücke die erste Bewährungsprobe schon fast vergessen: In der "Druckkammer", einem abgedunkelten Raum mit überlauter Musik, künstlichen Nebelschwaden und Disco-Flackerlicht, herrscht das wahre Chaos, da keiner der Teilnehmer die Wegebiegung nach links sieht und gegen die Wand oder gegen Mitstreiter rennt. "Das war tatsächlich so gefährlich, dass dieses Hindernis in Runde zwei gesperrt war", berichtet Lücke. Weiter geht es über das riesige Spinnennetz, über haushohe Strohhügel und durch knietiefen Matsch. "Ich habe mir schon vor dem Start die Schuhbänder extra stark zusammengebunden, weil ich geahnt habe, dass in der Schlammpassage die Schuhe einfach stecken bleiben können", beschreibt der Stadtlohner die Situation: Etliche Teilnehmer suchen im Schlamm verzweifelt nach ihrem Schuhwerk.

Und so kommt Lücke gut voran. Hindernis um Hindernis lässt er hinter sich. Auch wenn er es auf dem Weg ins Ziel immer häufiger mit der direkten Konkurrenz zu tun bekommt: "Ellbogenchecks und wüste Anmache sind offenbar in der Spitzengruppe an der Tagesordnung. Und nötig, wenn man nach ganz vorne kommen will", wird er am Ende des Rennens noch einmal "überrascht" von der zum Teil "rüden Gangart" der Spitze.

16 Minuten vor Joey Kelly

Lücke lässt sich auf "solche Spielchen" nicht ein: Nach 1:50:08 Stunden passiert er als Gesamt-33. die Ziellinie; nur etwa 16 Minuten langsamer als der Sieger und doch 16 Minuten schneller als der prominenteste StrongmanRunner Joey Kelly. bmlStrongmanRun 2009 (Resultate der Teilnehmer aus dem Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung)33. Marcel Lücke (SuS Stadtlohn) 1:50:08 Stunden; 253. Manfred Fleige (TV Vreden) 2:06:36; 416. Heinrich Bäumer (TV Vreden) 2:12:31; 758. Joachim Bungert (Stadtlohn) 2:21:10; 879. Ingmar Wenzel (Ahaus) 2:24:26; 1097. Thomas Harpering (Vreden) 2:30:00; 1342. Heinz-Bernd Feldkamp (TV Vreden) 2:35:52; 1558. Daniel Schoppmeier (Ahaus) 2:39:46; 1571. Dieter Teich (Vreden) 2:40:05; 1954. Michael Nießer (Stadtlohn) 2:46:51; 2208. Michael Banken (Ahaus) 2:51:48; 2399. Stephan Gehring (Ahaus) 2:55:04; 2598. Thomas Steinhoff (Alstätte) 2:58:31; 2669. Marc Eismann (Stadtlohn) 3:00:11; 2793. André Üpping (Vreden) 3:02:21; 2945. Christian Hakvoort (Vreden) 3:05:22; 2950. Thomas Heufekes (TV Vreden) 3:05:24; 3491. Mario Dechering (Vreden) 3:14:14; 3535. Theo Pass (Südlohn) 3:15:13; 4184. Dominik Fahrland (Vreden) 3:27:26. Auszug aus der offiziellen Ergebnisliste; alle Resultate im Internet.

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