Der „Hunter“ macht FC Twente den Garaus

Fußball

Zwei überraschende Wendungen hat das Spiel zwischen dem FC Twente aus Enschede und Ajax Amsterdam am Donnerstag in der niederländischen Fußball-Ehrendivision genommen.

Enschede

von Daniel Buse

, 15.01.2021, 15:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Enscheder mussten am Ende dem Ajax-Jubel zuschauen.

Die Enscheder mussten am Ende dem Ajax-Jubel zuschauen. © fctwentemedia

Kurz vor Schluss kamen die Enscheder aus dem Nichts zum 1:1-Ausgleich – doch Ajax-Routinier Klaas-Jan Huntelaar schlug direkt nach seiner Einwechslung danach noch doppelt zu und sicherte den Gästen den 3:1 (1:0)-Erfolg. „Wir hätten einen Punkt holen können, aber das wäre nicht verdient gewesen“, sagte Twente-Trainer Ron Jans.

Der Coach der „Tukkers“ ärgerte sich nicht so sehr über die Niederlage wie über die Verletzungen von zwei seiner Stammspieler: Sowohl Vaclav Cerny als auch Jayden Oosterwolde mussten das Feld angeschlagen verlassen. „Ich befürchte, dass wir mehr als nur die Punkte verloren haben“, sagte Jans.

Ajax-Neuzugang trifft zur Führung

Cerny hatte bereits in der fünften Minute die erste Chance des Spiels, als er Ajax-Keeper Andre Onana aus 22 Metern prüfte. Bei diesem gefährlichen Schuss verletzte er sich jedoch am Oberschenkel. Als er sich noch an der Seitenlinie behandeln ließ, kassierte Twente in Unterzahl das 0:1, für das Ajax-Neuzugang Sebastian Haller mit einem Kopfball verantwortlich war (7.).

Die Amsterdamer besaßen im ersten Durchgang leichte Vorteile und zwangen Twente-Torhüter Joel Drommel bei sieben Schüssen zu Paraden. Auf der anderen Seite zielte Jayden Oosterwolde am langen Pfosten vorbei (19.), und Queensy Menigs Abschluss parierte Ajax-Keeper Onana (42.).

Der schnelle Flügelspieler der Enscheder stand auch kurz nach der Pause im Mittelpunkt: Menig startete einen Sprint über das halbe Spielfeld und traf zum vermeintlichen 1:1 – doch das Tor wurde nach Eingreifen des Video-Schiedsrichters aberkannt, weil er beim Zuspiel hauchdünn im Abseits gestanden hatte (46.).

Dies blieb lange Zeit die einzige Offensivszene der Enscheder, denn Ajax kontrollierte mit der Führung im Rücken das Spiel – bis zur 84. Minute: Bei einem der wenigen Vorstöße holte Twente eine Ecke heraus, die nach einer verunglückten Amsterdamer Abwehr bei Julio Pleguezuelo landete, der zum überraschenden 1:1 traf. „Danach muss man dann den Ball aus dem Stadion schießen und den Punkt behalten“, sagte Trainer Jans.

Huntelaar macht den Unterschied

Das passierte nicht: Stattdessen wechselte Ajax in der 89. Minute den 37-jährigen Routinier Klaas-Jan Huntelaar ein – und der Ex-Schalker, der aktuell wieder mit seinem Klub in Verbindung gebracht wird, benötigte nur eine Minute, um nach einer Kopfball-Vorlage von Haller zum 2:1 zu treffen (90.). Und kurz nach dem Twente-Anstoß legte er sogar noch mit einem Lupfer das Tor zum 3:1-Endstand nach (90.+1).

„Wir haben in den letzten Minuten zu un-italienisch gespielt“, warf Twente-Coach Jans seinem Team vor, das Unentschieden nicht mit allen Mitteln verteidigt zu haben.

FC Twente: Drommel – Ebuehi, Pleguezuelo, Pierie, Oosterwolde (51. Smal) – Ilic (68. van Leeuwen), Roemeratoe, Zerrouki (68. Markelo) – Cerny (8. Bosch), Danilo (68. Rots), Menig.
Ajax Amsterdam: Onana – Mazraoui, Timber (65. Schuurs), Blind, Tagliafico – Promes (71. Labyad), Klaassen, Gravenberch (89. Huntelaar) – Antony (71. Ekkelenkamp), Haller, Tadic.
Tore: 0:1 Haller (7.), 1:1 Pleguezuelo (84.), 1:2, 1:3 Huntelaar (90., 90.+1).

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