Ein Déjà-vu erlebte Mario Worms in Coesfeld - und hofft in Vreden nun auf ruhigere Zeiten

mlzFußball-Westfalenliga

Zweimal binnen eineinhalb Jahren musste Mario Worms unverhofft die Zelte in Stadtlohn und Coesfeld abbrechen. Nun führt ihn der Weg zurück in die Westfalenliga zur SpVgg Vreden.

Ahaus

, 09.06.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eineinhalb turbulente Jahre liegen hinter dem Fußballer Mario Worms. Nachdem er zweimal zum Jahreswechsel durch finanzielle Einschnitte durch den Vorstand in Stadtlohn und Coesfeld vor neue Tatsachen gestellt worden war, führt der Weg ab dem 1. Juli nun zur SpVgg Vreden. Wir haben nachgefragt.

Was haben Sie im Winter gedacht, als der Vorstand in Coesfeld den finanziellen Engpass verkündet hat?

Das war schon überraschend und eigentlich der Wahnsinn, dass mir das gleich zweimal binnen eines Jahres passiert. Natürlich hat das für mich bei der DJK eine andere Dimension, so tolle Zeiten ich beim SuS Stadtlohn auch erlebt habe: zum einen ist es mein Stammverein, zum anderen musste ich die Rolle des Spielertrainers erfüllen.

Gab es erneut Überlegungen, wie in Stadtlohn sofort im Winter eine neue Herausforderung zu suchen?

Die Situation war doch eine andere. Wir haben viele Coesfelder in der Mannschaft, das schweißt zusammen. Ich war ja nicht nur Trainer und dementsprechend auch Sprachrohr des Vereins, sondern als Mitspieler auch Freund vieler Spieler. Wir haben uns mit ein paar Mann zusammengerafft und sind vorangegangen. Ein Riesenrespekt gilt allen dafür, was wir mit dem Bezirksliga-Titel und dem Kreispokalsieg noch erreicht haben. Ein toller Abschluss, bevor sich für viele die Wege nun trennen. Weiter Vollgas zu geben, das war ich den Jungs auch schuldig.

Für Sie persönlich geht es nun in Vreden weiter, wieder ein paar Klassen höher…

Richtig, der Kontakt ist durch die gemeinsame Zeit beim SuS Stadtlohn mit vielen Spielern wie vor allem Niklas Hilgemann nie abgerissen. Auch weiß ich, was ich an Trainer Rob Reekers habe – und er weiß, was er an mir hat. So wurde die Sache nach den Turbulenzen in Coesfeld im Winter schnell konkret.

Damit ist das Thema Trainer vorerst auf Eis gelegt?

Natürlich war die Planung bei der DJK Coesfeld längerfristig angelegt, über den spielenden Co-Trainer sollte es irgendwann schon Richtung Hauptverantwortung gehen. Es gab Angebote als Spielertrainer. Ich stand also vor einer Wahl – und hab mich letztlich dafür entschieden, außerhalb des Dunstkreises von Coesfeld noch mal was Neues zu beginnen und nicht das Gleiche weiterzumachen. Und ich fühle mich auch noch so fit, einer Mannschaft wie Vreden in der Westfalenliga helfen zu können. Ich habe aber die Trainer-B-Lizenz erworben, das Thema wird eines bleiben für mich. So alt bin ich ja auch noch nicht.

Apropos Alter: In Vreden gehören Sie nun zu den älteren Spielern…

Stimmt. Und wer mich kennt, der weiß auch, dass ich die Verantwortung nicht scheue. Sonst hätte ich ja auch keinen Co-Trainer-Job angenommen. Ich freue mich darauf, sowohl mit einigen ehemaligen Kollegen zusammenspielen zu können als auch den vielen jungen und talentierten Spielern zu helfen. Und davon gibt es in Vreden einige, wie ich gehört und gesehen habe.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie zur SpVgg?

Wer mich kennt, der weiß zwei Dinge – natürlich etwas überspitzt ausgedrückt: Zweiter werde ich ungern. Und auf dem Platz habe ich wenig Freunde – zumindest beim Gegner. Was banal klingt, ist bei mir aber so: Ich will einfach kicken, mich auf das Wesentliche besinnen, mit maximalem Erfolg. Da bin ich noch von der alten Schule. Dass das heute nicht mehr selbstverständlich ist, das habe ich als Trainer nun miterleben dürfen. Ein wenig kann ich nun mit den Verantwortlichen mitfühlen. Wir haben eine gute Truppe beisammen, die sich entwickeln kann.

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